Die neue Religion - Carving

Der Carving-Boom ist ungebrochen /ein Trend wird zum Massenvergnügen

Hat die klassische Skiindustrie mit dem Carving ihr Meisterstück abgeliefert, um aus einer tiefen Not heraus, erfolgreich auf den Snowboardboom zu reagieren? Sicherlich spielen viele Faktoren eine Rolle. Jedoch war es des Volkes Wille, der allein durch cleveres Marketing wohl nicht ausschließlich zu beeinflussen ist. Egal, jedenfalls hat die Zahl der begeisterten Carver in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Und die Skiindustrie bietet im neuen Jahrtausend fast nur noch Ski an, die leicht bis extrem tailliert sind.

Carving ist auf dem besten Weg zum Breitensportart.

Das sportliche Fun-Carving präsentiert sich in der Wintersaison 2000/2001 als variantenreiche Alternative zum gewöhnlichen Skifahren bzw. Snowboarden. Folgende Vorteile zeichnen das "Schnitzen" (engl. "to carve") aus:
· schneller erlernbar
· flexibler einsetzbar
· schonender für Kniegelenke und Wirbelsäule
· kraftsparend, weniger ermüdend

Abgesehen von diesen unbestrittenen Pluspunkten bietet das Carven ein völlig neues Fahrgefühl, eine Kombination der Lässigkeit des Snowboardens und der Beinfreiheit des Skifahrens. Nicht umsonst lautet ein Marketing-Slogan: Carving - Snowboarden für jedermann.

Was ist denn nun der Unterschied zwischen einem "ganz normalen" und einem Carving-Ski?

Das Stichwort lautet Taillierung, ein Begriff, der sozusagen den Verlauf der Skiränder beschreibt. Ein Carving Ski hat deutlich sichtbar eine breite Schaufel vorne und ein breit auslaufendes Ende, während die Mitte schmaler, also tailliert ist. Von der Taillierung des Skis hängt ab, welchen "Radius" der Carver hat, generell gilt, je stärker die Taillierung, desto kleiner der Radius. Bei extremer Taillierung ist es sogar möglich einen Kreis auf der Piste zu fahren indem man der Spur der Kante folgt. Leicht lässt sich so darstellen, dass es auch unter den Carvern zu deutlichen Unterscheidungen kommt. Solche Spielereien gehören dann in den Bereich des Fun-Carvens, in dem vor allem die Lust an der kreativen Bewegung im Schnee im Vordergrund steht.

Doch auch für den "normalen" Skifahrer bietet ein Allround-Carver (mit Radius zwischen 15 und 25 Metern) neue Möglichkeiten.
Durch die einfache Steuerung sind präzisere Schwünge möglich, für die man zudem weniger Kraft benötigt. Da Carving-Ski eine andere Bauweise als herkömmliche Ski besitzen, werden an die Technik des Skifahrers besondere Anforderungen gestellt. Deshalb ist es ratsam, sich bei den ersten Versuchen von einem Skilehrer anleiten zu lassen.
Mittlerweile bieten fast alle Skischulen Carving Schnupperkurse an, bei denen man das Carving-Gefühl für einige Stunden mit professioneller Anleitung erleben kann. Generell läßt sich nicht konkret sagen, wie lange es dauert, das Carven zu "erlernen".
Beim Carven geht es anfangs vor allem um das Erlebnis, das Ausleben der eigenen Kreativität und die Experimentierfreudigkeit mit neuen Fahrformen.
Ein passionierter Skifahrer muss sich vor allem an die starken Selbststeuerungskräfte des Skis gewöhnen, um diese wirklich genießen zu können. Denn durch betontes Kantenfahren werden extreme Kurvenlagen möglich, in denen starke Fliehkräfte wirken.