Bevor es für den Weltcuptross nach Nordamerika geht, sprach ski2b mit der derzeit Führenden im Gesamtweltcup Tanja Poutiainen. Für die Finnin fühlte sich der dritte Platz bei ihrem Heimrennen in Levi wie ein Sieg an. Zudem verrät die 29-Jährige, worauf sie in der olympischen Saison den Fokus legt.

ski2b: Hallo Tanja! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu diesem gelungenen Saisonstart. Mit dem Sieg in Sölden und dem dritten Platz in Levi ist dir dein bester Saisonstart bisher gelungen. Wie zufrieden bist du damit?
Tanja Poutiainen: Danke schön! Ich bin richtig froh über meinen Start. Es zeigt mir, dass beide Disziplinen stark sind und das Sommertraining gut war. Wir haben an den richtigen Dingen gearbeitet.

ski2b: Jeder konnte in deinem Gesicht sehen, wie froh du nach dem zweiten Lauf in Levi warst. Was geschah anschließend? Hast du mit Freunden oder Familie gefeiert?
Tanja: Ich denke, jeder Athlet will mehr als alles andere Erfolg im Heimrennen. Ich hatte viele Freunde da und ich war in Levi seit 2004 nicht mehr auf dem Podium. Daher fühlte sich der dritte Platz wie ein Sieg an. Wir hatten nach dem Rennen eine schöne Zeit und ein hervorragendes Dinner.

ski2b: Levi ist für dich als Finnin immer etwas Besonderes. Was macht das Rennen in Lappland nördlich des Polarkreises aus?
Tanja: Ein Heimrennen ist immer anders als jedes andere Rennen. Du bist zuhause, da sind viele Leute, die dir 'Viel Glück' wünschen. Aber es ist genauso schwieriger, sich nur auf das Rennen zu konzentrieren und Abstand von Dingen zu halten, die unnötig sind. Wir haben jedes Jahr nur diese einzige Chance, daheim Rennen zu fahren und wenn es dann gut geht, ist es um so schöner. Andererseits ist es normal für mich, nördlich des Polarkreises Rennen zu absolvieren - Kälte und Dunkelheit stören mich nicht.

ski2b: Zurück zur aktuellen Saison: Im Riesenslalom trägst du das rote Trikot, im Slalom kannst du auch um den Sieg mitfahren. Auf welche Disziplin legst du im olympischen Winter eher deinen Fokus?
Tanja: Ich versuche, in beiden Disziplinen gleich stark zu sein. Mir ist es egal, welche Disziplin Erfolg bringt - hoffentlich beide.

ski2b: Im Gesamtweltcup liegst du derzeit vorne und hast gute Chancen, die Führung in den beiden nächsten Rennen in Aspen (USA) zu verteidigen. Denkst du an die große Kristallkugel?
Tanja: Eigentlich denke ich nicht an den Gesamtweltcup. Es ist zwar nett, an der Spitze zu sein, aber ich weiß, dass sich dies ändern wird, wenn die Speed-Wettbewerbe starten. Ich lege den Fokus auf die Slalom- und Riesenslalom-Wertungen.

ski2b: Die Wettbewerbe in Nordamerika sind die einzigen mit vergleichbaren Schneebedingungen vor den Olympischen Spielen im Februar. Wirst du daher mehr Zeit mit dem Set-Up deiner Völkl-Ski verbringen als normal?
Tanja: Ich denke, es ist schwer zu sagen, welche Bedingungen wir bei den Olympischen Spielen haben werden, da Whistler nah zum Ozean liegt und das Wetter sich so schnell ändern kann. Für mich ist der Trip in die USA ganz normal - mit dem Fokus auf den Rennen im November.

ski2b: Wenn man sich die ersten Resultate anschaut, scheint dein Material zu funktionieren - welche Verbesserungen wurden dabei im Sommer gemacht?
Tanja: Wir haben vor allem den Slalomski verbessert und ich denke, wir sind auf einem guten Weg, beide Ski schneller zu machen.



ski2b: Du bist bereits früh in der Saison auf einem Top-Level. Wie willst du dieses Leistungsvermögen halten?
Tanja: Ich habe im Sommer hart gearbeitet, um für eine lange Saison bereit zu sein. Ich muss mich immer nur auf ein Rennen konzentrieren, auf gutes Training achten und mich natürlich erholen.

ski2b: Abschließend noch ein kurzer Blick in die Zukunft: Was machst du am Abend des 24. Februar 2010?
Tanja: Wenn ich mich richtig erinnere, hätte ich dann mein erstes olympisches Rennen hinter mich gebracht. Hoffentlich werde ich ein Glas Champagner trinken und früh ins Bett gehen können, um mich für das zweite Rennen zwei Tage später zu erholen :)

ski2b: Vielen Dank Tanja, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen dir weiterhin eine erfolgreiche Saison.