Die Garmisch-Partenkirchener wollen über „ihre“ Heim-Weltmeisterschaft 2011 Bescheid wissen: Wie schon im Jahr zuvor nutzte eine Vielzahl interessierter Bürgerinnen und Bürger die Informationsveranstaltung im großen Saal des Kongresshauses, um sich aus erster Hand über den aktuellen WM-Vorbereitungsstand zu informieren.

Kompetente Gesprächspartner
Hauptthemen waren neben der Vorstellung der neuen Kandahar-Strecken die ebenfalls elementaren Bereiche „Umwelt“ und „Verkehr“. Moderator Gerd Rubenbauer präsentierte zu diesem Anlass kompetente Gesprächspartner: Die Verantwortlichen des OKs, die ARD-Ski-Experten Martina Ertl und Markus Wasmaier sowie den derzeit besten deutschen Slalomfahrer, Felix Neureuther. Rosi Mittermaier, Mitglied des Ehrenpräsidiums im OK-Präsidium und WM-Botschafterin, ermittelte den Hauptpreis-Gewinner der abschließenden Verlosung.

Streckenpräsentationen Höhepunkte des Abends
Die von Heinz Mohr, Ressort-Chef Rennorganisation und Streckenbau, vorgetragene Präsentation der neuen Rennstrecken (Damen und Herren) sorgte für knisternde Spannung im Publikum. ARD-Experte Markus Wasmaier hatte die Strecken zu Fuß in Augenschein genommen: „Diese Kandahar ist im internationalen Vergleich eine der schwierigsten Strecken. Die technischen Anforderungen sind sehr hoch. Verschnaufpausen oder Ruhephasen gibt es keine mehr.“ Insbesondere der untere Teil - mit den neuen Schlüsselstellen „Kramersprung“, „Padöls“, „Auf der Mauer“ und dem unglaublich steilen „Freien Fall“ - hat es dem Doppelolympiasieger angetan. „Diese Passagen sind für die Zuschauer einsehbar und versprechen spektakuläre Fernsehbilder.“ Einen ersten eigenen Eindruck gewannen die Besucher dank eindrucksvoller Hubschrauberaufnahmen, die Wasmaier live kommentierte.

Damenstrecke technisch enorm anspruchsvoll
Für die Damenstrecke nahm Martina Ertl-Renz eine erste Einschätzung vor. „Bei einer solchen Abfahrt geht den Athletinnen garantiert das Herz auf. Diese Strecke verlangt den Damen alles ab.“ Vor allem die Einfahrt „Waldeck“ mit der sehr steilen Passage zur „Ramwiese“ und weiter zum „Hölllentor“ in die „Hölle“ sei technisch enorm anspruchsvoll. „Darüber hinaus finde ich es sehr schön, dass sich Damen- und Herrenstrecke immer wieder treffen.“

Bauarbeiten kommen sehr gut voran
Thomas Schmid, Bürgermeister der Marktgemeinde und OK-Vizepräsident, ist mit dem Fortgang der Baumaßnahmen der letzten Monate überaus zufrieden: „Beim Umbau der Kandahar sind wir laut Zeitplan sogar weiter als wir es sein müssten.“ Aus diesem Grunde wurde der Tunnelbau am Trögelhang auf das nächste Jahr verschoben. „Würden wir diesen Bau bei den jetzt anstehenden Wetterrisiken realisieren, müssten wir mit rund 300.000 Euro Mehrkosten rechnen. Dieses Geld sparen wir ein.“ Darüber hinaus will man im OK nicht mit einer möglicherweise halbfertigen Baustelle am Berg in den anstehenden Weltcup-Winter gehen. Schmid betonte die Nachhaltigkeit der Investitionen im Zuge der Ski-WM, die der Freistaat Bayern mit neun Millionen Euro bezuschusst. „Es entstehen hervorragende Pisten, sowohl für den Skirennsport als auch für den touristischen Skibetrieb.“

Internationale Ski-Elite mindestens bis 2013 in GAP
„Ohne Zweifel haben wir die richtigen Strecken gebaut. Die Nachhaltigkeit für Garmisch-Partenkirchen können Skifreunde im kommenden Winter selbst erleben“, ist auch Walter Vogel, Geschäftsführer der WM Veranstaltungs GmbH, von der Tragweite der Umbaumaßnahmen überzeugt. Vogel verwies auf die Zusicherung des Internationalen Skiverbandes FIS, über die WM hinaus in Garmisch-Partenkirchen Weltcup-Rennen auszutragen. „Derzeit beinhaltet die Kalenderplanung Damen- und Herrenrennen in Garmisch-Partenkirchen bis zum Jahr 2013.“

Frühe WM-Probe
Bereits in der anstehenden Saison finden mit dem „Big-Event“ Ende Januar 2009 (vier Weltcup-Rennen in drei Tagen, Damen und Herren) und den Junioren-Weltmeisterschaften hochkarätige internationale Veranstaltungen auf den neuen Strecken statt.

Rundum zufrieden
Den Bürgern von Garmisch-Partenkirchen sagten sowohl die neuen Strecken als auch die überwiegend historischen Benennungen der Schlüsselstellen zu. Keine Zweifel gab es auch an der Kompetenz von Prof. Wolfgang Seiler, dem Leiter des WM-Ressorts Umwelt/Verkehr. Seiler hob hervor, dass es auch ein primäres Ziel sei, „eine umweltfreundliche und CO2-neutrale WM zu organisieren“. Dafür wurden früh Konzepte entworfen, entsprechende Maßnahmen definiert und konkrete Schritte für deren Umsetzung eingeleitet. Ein Hauptwerkzeug zur Zielerreichung ist es, den Verkehr auf die Schiene zu bringen. Zudem werden Zubringerbusse eingesetzt und auch Auffangparkplätze sollen ein WM-Verkehrschaos in der Region Garmisch-Partenkirchen verhindern.

Visitenkarte für Olympiabewerbung Münchens
„Wir führen derzeit Gespräche mit der Staatsregierung, mit dem Ziel, die Zeiten der Schulferien 2011 mit denen der Ski-WM zu harmonisieren“, sagte Seiler. „Damit könnten wir einen Teil des zu erwartenden Verkehrsaufkommens vermeiden.“ Insgesamt seien die infrastrukturellen Voraussetzungen in Garmisch-Partenkirchen trotz der Kessellage der Gemeinde sehr gut. Wolfgang Seiler sieht die alpine WM 2011 auch als Möglichkeit, „eine exzellente Visitenkarte für die Olympiabewerbung Münchens abzugeben. Davon profitieren Gemeinde, Bürger und die Veranstalter der WM ebenso wie Industrie und Gewerbe der ganzen Region.“