Peter Fill weiß, wie man sich perfekt auf eine Ski-Winter vorbereitet. In Teil 3 des Ski2b-Specials Physistraining gibt der Südtiroler uns einen Einblick in seine konditionelle Vorbereitung.

Ski2b.com: Hallo Peter, die Vorbereitungen für die neue Saison haben Anfang Juli für dich natürlich längst begonnen. Wo bist du gerade - und was machst du derzeit?
Peter Fill: Ich bin derzeit zuhause, war aber bereits auf Sizilien, wo wir mit der italienischen Mannschaft eine Woche im Trainingslager waren. Da sind wir hauptsächlich Fahrrad gefahren, pro Tag etwa 80 bis 100 Kilometer. Auch zuvor stand eigentlich ein reines Konditionstraining auf dem Programm.

Ski2b: Eine gute Grundlagenausdauer ist ein Muss. Wie machst du dich fit?
Peter: Radfahren ist das eine. Wir waren auf Sizilien mit dem Rennrad unterwegs, denn damit kann man besser nach Puls fahren. Mit dem Mountainbike ist man etwas variabler, trainiert auch gleichzeitig Gleichgewicht und Koordination, aber es ist auch etwas weniger kontrollierbar. Jedenfalls hat mir Sizilien sehr gut gefallen, denn wir sind dort mit dem Rad an die schönsten Stellen der Insel geführt worden. Das war ein tolles Erlebnis. Abends ging es dann immer in nette Restaurants mit den Teamkollegen. Das Trainingslager war sehr schön. Aber natürlich betreibe ich generell für die Ausdauer auch andere Sportarten wie vor allem Laufen. Fünf Tage in der Woche wird am Anfang der Vorbereitung Kondition und natürlich auch Kraft und Kraftausdauer trainiert.

Ski2b: Bei dieser hohen Intensität - macht dir das Training immer Spaß, oder hast du auch gelegentlich Motivationsprobleme?
Peter: Das Training ist für mich ein bisschen wie eine Sucht - weil ich genau weiß, wann und wo mir die Übungen im Winter helfen werden. Mehr Motivation brauche ich nicht.


Ski2b: Wie sieht dein Programm für die nächsten Wochen aus?
Peter: Es ist so, dass der Anteil der Kondition langsam wieder etwas zurückgeht und mehr Krafttraining ansteht. In den nächsten Wochen bin ich oft im Kraftraum, werde drei- bis viermal pro Woche die Beine trainieren, zwei- bis dreimal den Oberkörper. Der Rest ist dann Ausdauer: Vier- bis fünfmal pro Woche stehen dafür Einheiten an. Und in den Pausen kann ich auch nicht viel machen, denn die Regenerationsphasen sind sehr wichtig. Mit diesem Trainingsplan bin ich also voll ausgebucht!

Ski2b: Was macht dir persönlich am meisten Spaß?
Peter: Es gibt sicher Übungen, die mir mehr gefallen als andere. Aber ich sehe mich immer in den Rennen im Winter, bei den schwersten Abfahrten, und gehe im Kopf die Stellen durch, die ich besser fahren kann.

Ski2b: Welche Strecke ist denn die physisch anspruchsvollste im Weltcup? Wengen?
Peter: Wengen ist die längste - aber Bormio ist für mich die anspruchsvollste Strecke. Die Piste ist so unruhig von oben bis unten, da musst du immer voll da sein. Natürlich kommt es auch immer auf die Schneebeschaffenheit an, ob es besonders eisig ist oder eher weich. Aber Bormio tut am meisten weh - und dann kommt sicher Wengen.

Ski2b: Wie fit bist du zu Saisonbeginn? Hast du da 100 Prozent?
Peter: Eigentlich ist es so, dass wir zwei bis drei Wochen vor dem Saisonstart in Sölden eher ein bisschen übertrainiert sind. Damit bin ich auch müde und nehme vor dem Rennen erstmal die Intensität raus. Nach rund fünf Tagen Pause habe ich dann die nötige Frische, um topfit ins Rennen zu gehen.

Ski2b: Was kannst du jetzt schon tun, um dich gezielt auf das Saisonhighlight, die WM im Februar 2009, vorzubereiten?
Peter: Man stellt sich schon etwas darauf ein, wenn sich auch am Training so viel nicht ändert. Aber der Rhythmus von Aufbautraining und Pausen wird schon ein bisschen verändert. Klar ist, dass man nicht zu einem Rennen alleine topfit sein kann, man braucht entsprechend einige Rennen davor. Wichtig ist dafür auch, in welcher Zeit wir in den Schnee gehen. Ich habe zuletzt das Trainingslager der Italiener in Südamerika etwas vorverlegt, weil ich glaube, dass wir sonst zu spät dran sind und müde in die Saison starten. Natürlich hat man da nach einigen Profi-Jahren auch viel Erfahrung und ein gutes Gefühl für den eigenen Körper.

Ski2b: Danke für deine Zeit, Peter - und weiterhin viel Erfolg in der Vorbereitung!