Maria Holaus kam eigentlich nur zufällig zum ÖSV-Weltcupteam nach Zauchensee, qualifizierte sich für das Abfahrtsrennen und wurde prompt Vierte bei ihrem Weltcup-Debut. Ski2b sprach mir ihr nach dem Rennen.

Ski2b.com: Hallo Maria, du hast zuletzt eine lange Zeit verletzt gefehlt - und nun deine erste Chance im Weltcup bekommen. Wie und wann hast du von deiner Nominierung erfahren?
Maria Holaus: Ich habe erst nach dem ersten Training von meiner Nominierung erfahren, da wir vier Läuferinnen waren, die um zwei Plätze gefahren sind. Normal wäre ich in Frankreich bei Europacup-Rennen gewesen, aber da diese abgesagt beziehungsweise die Riesenslalom- durch Slalomrennen ersetzt wurden, habe ich die Chance bekommen, in Zauchensee vorerst beim Training dabei zu sein.

Ski2b: Dann kam ein unglaublichen Rennen von dir - in Altenmarkt-Zauchensee warst du direkt Vierte in der Abfahrt. Wie hast du das geschafft?
Maria: Mein Vorteil war, dass ich diese Abfahrt gekannt habe vom Vorjahr und von den Jahren davor. Dazu kommt, dass ich zur Zeit gut in Form bin und bei vorhergehenden Rennen mein Selbstvertrauen stärken konnte.

Ski2b: Du kamst mit einer hohen Startnummer - aber die Piste hat offenbar gehalten. Kannst du das Rennen aus deiner Sicht kurz schildern?
Maria: Die Piste war sehr gut bis zur letzten Läuferin. Ich war vor dem Start sehr nervös, aber hatte trotzdem ein gutes Gefühl. Dann bin ich ein gutes, sicheres Rennen gefahren, so wie ich es mit meinen Trainern und mit mir ausgemacht habe.

Ski2b: Hast du während deiner Fahrt schon gespürt, dass es so weit nach vorne gehen wird?
Maria: Ich habe gespürt, dass ich gut fahre und auf einer guten Linie unterwegs bin, aber dass es nach so weit vorne reichen würde habe ich mir nicht gedacht.

Ski2b: Im Ziel kam dann natürlich die Freude aus dir heraus. War es besonders schön, einen solchen Erfolg vor heimischer Kulisse zu feiern? Wie hast du das Publikum erlebt?
Maria: Natürlich ist es am schönsten, einen Erfolg vor heimischem Publikum zu feiern und wenn der eigene Fanclub die Daumen drückt. Aber leider ist alles so schnell gegangen und so ist viel einfach an mir vorbei gelaufen.

Ski2b: Altenmarkt scheint deine Strecke zu sein. Schon im Europacup warst du hier dreimal in der Abfahrt siegreich und im Super-G einmal Zweite. Hast du eine besondere Beziehung hierher?
Maria: Ja, zu dieser Strecke habe ich eine besondere „Beziehung“. Hier bin ich meine erste Fis-Abfahrt gefahren, eines meiner ersten Europacuprennen und in Zauchensee habe ich mich das erste mal verletzt. Aber immer war ich schnell
auf dieser Strecke.

Ski2b: Die österreichische Mannschaft ist ja sehr stark besetzt. Gab es besondere Reaktionen von Teamkolleginnen?
Maria: Ich glaube, dass sich viele für mich mitgefreut haben, dieses Gefühl habe ich jedenfalls von allen bekommen.


Ski2b: Welche Chancen rechnest du dir nun für die WM in Are aus? Qualifiziert hast du dich ja - und im erweiterten WM-Kader des ÖSV bist du aufgeführt.
Maria: Ich wurde natürlich mit der Frage WM schon einige Male konfrontiert in den letzten Tagen, habe aber noch nicht so richtig darüber nachgedacht, da für mich die WM in so weiter Ferne war. Ich überlasse diese Frage lieber meinen Trainern.

Ski2b: In Altenmarkt waren auch deine Markenkolleginnen stark. Wie kommst du mit den Völkl-Skiern zurecht?
Maria: Für mich ist Völkl die beste Skifirma und ich bin super zufrieden! Dazu habe ich auch noch den besten Servicemann den man sich vorstellen kann (danke, Rainer)!

Ski2b: Nach diesem vierten Platz - was möchtest du in dieser Saison noch erreichen?
Maria: Meine Ziele für diese Saison sind Fixplätze über den Europacup in Super-G und Abfahrt für die nächste Weltcupsaison. Dass ich im Riesenslalom gute Leistungen erbringe und am wichtigsten, dass ich gesund bleibe!

Ski2b: Danke für das Interview - und weiterhin viel Erfolg!
Maria: Danke auch!