Maria Riesch muss derzeit verletzungsbedingt bei den Weltcuprennen in Übersee aussetzen und befindet sich zur Behandlung schon wieder in Deutschland. Ski2b.com sprach mit der DSV-Fahrerin über Ihre jetzige Situation.

Ski2b: Welcher Art ist Deine Verletzung nun genau? Wie kam sie zustande und wie erfolgt die Behandlung?
Maria Riesch: Also, ich habe mir drüben in Amerika bei einem Trainingssturz vor gut drei Wochen eine Knochenabsplitterung am Oberarmkopf zugezogen. Leider sind auch die Bänder und speziell die Bizepssehne davon betroffen. Die Verletzung bereitet mir auch jetzt noch Schmerzen und ich kann den betroffenen Arm nicht nach vorne führen, wie es im Rennen nötig wäre. Passiert ist mir der Sturz beim Slalomtraining. Da bin ich mit dem Skischuh an der Stange angeschlagen und dann nach vorne auf die Schulter geprallt. Nach der Diagnose stand dann fest, dass für mich die Übersee-Tournee für vorbei war bevor sie los ging. Ich bin dann zurück nach Deutschland zur Behandlung geflogen. Jetzt fahre ich täglich zur Reha nach Fischbachau zur Praxis Auracher und Merkel und unterziehe mich dort einer knapp zweistündigen Behandlung.

Ski2b: Und wie hast Du es bislang verkraftet, dass Du jetzt zuschauen musst, während die anderen um Weltcuppunkte fahren?
Maria: Damit muss ich nun eben klar kommen. Ich kann es ja leider nicht ändern. Natürlich würde ich viel lieber bei den Rennen sein. So halte ich mich für ein möglichst schnelles Comeback mit täglichem Training am OSP in Garmisch-Patenkirchen fit, mache die Reha und sehe mir dann die Rennen im Fernsehen an. Für Eurosport habe ich ein Rennen als ‚Gast-Komentatorin’ bei Frank Wörndl mitgemacht.

Ski2b: Wie bewertest Du die bisherigen Leistungen der Konkurrenz bei den technischen Disziplinen in Aspen?
Maria: Von der Kostelic bin ich richtig beeindruckt. So eine Leistung von Janica ist bewundernswert nach dem sie im letzten Jahr schließlich verletzungsbedingt komplett ausgefallen war. Auch der fünfte Platz von Martina im Riesenslalom und der gemeinsame siebte Platz von Monika und Annemarie im Slalom sind wirklich ordentliche Resultate, auf die sich aufbauen lässt.

Ski2b: Was sagst Du zu den schlechten Bedingungen beim ersten Durchgang des zweiten Slaloms in Aspen?
Maria: Das waren wirklich problematische Wettkampfverhältnisse. Neuschnee, Schneefall und schlechte Sicht - ich habe nachher mit den Trainern telefoniert und die sagten mir auch, dass es schwer war dort gut durch den Parcours zu kommen. Bei diesem Durchgang war ich dann doch nicht ganz so traurig, dass ich nicht mitfahren musste.

Ski2b: Jetzt folgen noch die Speedrennen in Lake Louise (CAN). Das sind weitere drei Rennen, bei denen Du nicht punkten kannst. Wie schätzt Du vor diesem Hintergrund Deine Chancen im Gesamtweltcup ein?
Maria: An Weltcuppunkte denke ich momentan überhaupt nicht. Ich will möglichst schnell wieder fit werden und an den Rennen teilnehmen können. Aber klar ist doch, dass ich bei mindestens sechs verpassten Rennen keinerlei Ambitionen mehr in Richtung Gesamtweltcup zu hegen brauche.

Ski2b: Könnte das bei dem riesigen Erwartungsdruck, den die Presse aufgebaut hat, nicht auch befreiend für Dich wirken? Keiner kann jetzt von Dir verlangen, dass Du im Gesamtweltcup noch weiter nach vorne fährst, als Du es ohnehin in der letzten Saison mit dem dritten Platz getan hast?
Maria: Das ist schon möglich. Doch für mich zählt nur, dass ich zunächst einmal wieder oben im Starthaus stehen kann. Bislang verläuft der Heilungsprozess gut. In Altenmarkt am 11.12 möchte ich gerne wieder in den Weltcup einsteigen können. Aber auch das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher.

Ski2b: Wir wünschen Dir eine schnelle Genesung.
Maria: Vielen Dank.