Der in La Toussuire ansässige 28-jährige Franzose, der auf den Spitznamen 'JiPé' hört, ist seit Jahren in Top-Form und setzte sich mit der Goldmedaille beim Slalom in Salt Lake City selbst die Krone auf.

Das Bild eines zukünftigen Stars
Bereits in jungen Jahren zeigte sich das Talent des Franzosen bei den nationalen Jugendmeisterschaften. In der Saison 97/98 erreichte er dann immerhin schon einen 6. Platz bei der französischen Meisterschaft im Slalom sowie einen 6. Platz im Riesenslalom. Seinen ersten großen Durchbruch schaffte er dann mit 21 Jahren bei der Universitäts-Weltmeisterschaft 1999 in der Slowakei - als Gewinner im Slalom und Dritter beim Riesenslalom.

Eine flaue Zeit
Im Jahr 2000 erlebte Vidal eine Umbruchphase. Bei der französischen Meisterschaft in Valloire belegte er nur Platz 16 im Slalom sowie Platz 13 im Riesenslalom und beim Weltcup in Park City im November 2000 qualifizierte er sich leider nicht für den 2.Lauf.

Eine erstaunliche Steigerung
Zum Auftakt der Weltcup-Saison 2001/02 holte Vidal sich einen dritten Platz in Aspen (USA) und einen vierten in Madonna di Campiglio (Italien). Noch war es nicht abzusehen, wie schnell er ganz nach oben kommen könnte. Sein erster Weltcup Sieg im Slalom gelang ihm Ende Dezember in Kranjska Gora (Slowenien). Hier zeigte der Franzose sich von seiner besten Seite und deklassierte die Konkurrenz deutlich. Und kurz darauf kam der Höhepunkt jeder Sportlerkarriere: Vidal gewann Gold bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City. Deutlich gewann er vor seinem Teamkollegen Amiez und vor Benni Raich aus Österreich und steht damit für immer in den olympischen Geschichtsbüchern.

Fünfter Platz als beste Platzierung
In den Weltcup-Wintern 2003/2004 sowie 2004/2005 konnte Vidal nicht mehr an seinen großen Erfolg bei den Olympischen Spielen anknüpfen. Als beste Platzierungen stehen in beiden Jahren jeweils ein fünfter Platz. Bei der WM 2005 in Bormio gab es für Vidal in der Einzeldisziplin im Slalom zwar nichts zu holen, doch half er der französischen Mannschaft im erstmals ausgetragenen Team-Wettbewerb zum Gewinn der Bronzemedaille.

Olympia-Aus nach Armbruch
Nach zwei Rennen im Weltcup hatte sich der Franzose in die Top Ten vorgefahren und wollte diese nicht mehr so schnell verlassen. Das wäre ihm auch geglückt, was ein Slalom-Sieg auf der Streiff im Januar bereits ankündigte, doch ihm kam das Verletzungspech dazwischen. Vidal konnte in Turin erst gar nicht zur Titelverteidigung antreten, da er sich zuvor im Training den linken Arm brach. Im Anschluss an die schlimme Verletzung verkündete er seinen Rückzug aus dem alpinen Skisport.

Im Urlaub - ins Wasser
Den Abenteuergeist stets im Blut sucht Jean-Pierre Vidal auch privat sein Vergnügen auf Endeckungsreisen durch die Natur. Er schwingt sich auch gern aufs Surfbrett - hält Kurs auf eine große Brandung.

Steckbrief:
Geboren: 24.02.1977
Nation: Frankreich
Heimatverein: EMHM/TOUSSUIRE
Homepage: www.jp-vidal.com

Erfolge:
Es folgt ein kurzer Blick in den Karrierespiegel des Franzosen. Die einzelnen Disziplinen sind wie folgt abgekürzt: DH=Abfahrt, SG=Super-G, GS=Riesenslalom, SL=Slalom, K=Kombination

Olympische Spiele:
2006 in Turin (ITA): Verletzung im Training, SL (DNS)
2002 in Salt Lake City (USA): SL (1)

Weltmeisterschaft:
2005 in Bormio (ITA): Team (3), SL (DNF)
2003 in St. Moritz (SUI): SL (DNF), GS (DNF)

Weltcup:
Weltcup-Disziplinen-Dritter im Slalom 2002
Weltcup-Disziplinen-Zehnter im Slalom 2003
Zwei Weltcup-Siege, insgesamt sechs Podestplatzierungen