Zum zweiten Mal trafen sich im Spetember im Valle Nevado (CHI) einige der weltbesten Freerider zum Swatch Skiers Cup, dem Ryders Cup des Skisports. Dabei wollte das Team Americas erstmalig den Titel holen, das Team Europe hielt den Kampf der Ski-Giganten aber lange offen. Erst im Tie-Break wurde ein Sieger ermittelt.

Unentschieden nach Tag 16 Runs
Der Contest fand auf einem spektakulären Berg in der Nähe des Valle Nevado statt. Die Fahrer wurden früh vom Ort Farellones mit Hubschraubern zu ihrer Herausforderung geflogen – ein 4.000 Meter hoher Berg mit einem tief in besten Andenpulver gehüllten Südhang voll mit Abfahrtslinien und Möglichkeiten für die Rider. Nach einer kurzen Hangbesichtigung startete das Kopf an Kopf Rennen, das den Swatch Skiers Cup so einzigartig macht. Nachdem jeder der 16 Wettbewerber jeweils zwei Runs absolvierte, stand es zwischen Team Europe und Team America unentschieden: 8:8.

Nach dem ersten Durchgang hatte Team Europe mit dem Ergebnis von 5:3 einen soliden Vorsprung herausgefahren. Die Europäer machten über den gesamten Wettkampftag einen sehr starken Eindruck, vor allem die eindrucksvolle Leistung von Markus Eder, Teamcaptain Sverre Liliequist und der atemberaubende Run von Sam Smoothy festigten dieses Bild. „Nach meinem ersten Run war ich ziemlich fertig und entschloss mich, eine Linie mit weniger Kurven und dafür mehr Airtime zu fahren. Es war dann eigentlich ganz einfach und ich konnte voll drauf halten,“ kommentierte Smoothy.

Chopo Diaz ersetzt Chris Benchetler
Einen weiteren Rückschlag erlitt Team America als sich Chris Benchetler während seines ersten Laufs die Schulter verletzte und den zweiten Durchgang als Zuschauer nicht ins Geschehen eingreifen konnte. Im Verlauf des zweiten Durchgangs erholte sich Team America von seinem Rückstand und schaffte ein eindrucksvolles Comeback, insbesondere durch den grundsoliden Lauf von Teamcaptain Cody Townsend. Chopo Diaz fuhr diesen Durchgang sogar zwei Mal da er Benchetler ersetzte. „Chopo war heute mit Abstand der wertvollste Fahrer im Team America. Er sprang für Chris ein, der seinen zweiten Run nicht fahren konnte. Zwei Abfahrten in einem Durchgang, in dieser Höhe, bei diesen langen und schwierigen Abfahrtslinien sind absolut fantastisch,“ lobte Captain Townsend. Der Punktestand wechselte zwischen den Teams ständig hin und her, bis der letzte Rider über die Ziellinie kam. Am Ende stand es mit unentschieden. „Nach dem Big Mountain Tag ein so enges Ergebnis zu haben ist perfekt. Es ist zum einen sehr aufregend, dass das Wettkampfergebnis Run für Run so eng ist, außerdem motiviert es unser Team für den Backcountry Slopestye Tag wie es nicht besser sein könnte,“ kommentierte Sverre Liliequist.

Schneebedingungen erzwingen Tie-Break-Modus
Aufgrund unsicherer Schneeverhältnisse auf dem vorgesehenen Backcountry Slopestyle Hang, musten die Athleten am 7. September 2012  dann mit den Veranstaltern in letzter Minute eine Entscheidung treffen. Der Event sollte in einem Tie-Break Match, mit nur jeweils drei Fahrern aus jedem Team und an einem höher gelegenen Schauplatz, ausgetragen werden. In diesem Modus setzte sich Team America letztlich durch.

Den Ablauf des Events in letzter Minute zu ändern war für Veranstalter und Fahrer eine extreme Entscheidung. Die Vielfalt von Big Mountain und Backcountry Slopestyle Wettkämpfen sind ein Markenzeichen des Formats. Alle Beteiligten waren sich der Bedeutung, die Freestyle-Komponente aus dem Event zu streichen, bewusst. Jedes Team musste drei Fahrer auswählen die im Tie-Break starten sollten. "Ich wählte meine Fahrer auf Grund ihrer Motivation, ihrem Enthusiasmus und ihrem Können aus. Hätten wir heute gewonnen, hätten wir stilvoll gewonnen," kommentierte der Mitbegründer und Teamcaptain von Team Europe Sverre Liliequist. Mark Abma, der als Judge mit dabei war, lobte das Fahrkönnen von Team Europe. "Markus Eder's Run war fantastisch, 360° Drehungen in beide Richtungen und ein Rodeo 540 sowie ein Rodeo 720. All das mitten in diesem Ersatzschauplatz voller natürlicher Terrainfeatures," applaudierte Abma.

Entscheidendes Duell: Graham - Deane
Letztlich konnte Team Europe jedoch den Vormarsch von Team America nicht stoppen. Nach den ersten beiden Abfahrten stand es unentschieden. Dann kamen KC Deane (USA) und Paddy Graham (UK) an die Reihe. Paddy legte eine beeindruckende Abfahrt aufs Parkett, schlug sich aber bei einer harten Landung das Knie an sein Kinn, was seinen Lauf beendete. Deane startete ganz oben im Hang mit einem riesigen Backflip und zog seinen Run bis zum Ende in diesem eindrücklichen Stil durch. Damit gewann er den Tie-Break und zugleich die Swatch Skiers Cup Trophäe für sein Team.

Die Organisatoren des Events kündigen sofort im Anschluss stolz an, dass die nächste Ausgabe des Swatch Skiers Cup im Schweizer Zermatt, direkt in der Nähe des Matterhorns, vom 9. - bis 16. Februar 2013 stattfinden wird. Bereits in wenigen Monaten haben Europas Freerider damit alle Chancen, die Trophäe zurück zu gewinnen. Die beiden Teamcaptains für den nächsten Event wurden ebenfalls bereits benannt: Cody Townsend (USA) wird das Team America anführen, Kaj Zackrisson (SWE) steht wie bei der Premiere dem Team Europe vor.