Tritt US Superstar Lindsey Vonn tatsächlich bei der Herren-Abfahrt in Lake Louise an? Dieses Gerücht streute das Team der Amerikanerin jedenfalls - und wer weiß, wen die Weltmeisterin und Olympiasiegerin nicht am Ende hinter sich lassen würde. Aber - geht das denn überhaupt?

Verbot: nur für Männer

Zunächst mal: Das Reglement der FIS schließt die Teilnahme von Männern bei Damenrennen aus - anders herum aber nicht. Also könnte Vonn grundsätzlich startberechtigt sein, wenn der Weltverband keine zusätzlichen Schritte unternimmt. Und warum sollte er? Ein Start Vonns in Lake Louise wäre ein PR Coup und würde einer der - sagen wir mal weniger spektakulären Herrenabfahrten mehr Glanz verleihen.

Qualifikation vorausgesetzt

Aber Vonn kann auch nicht einfach so mitfahren. Um bei einer Herrenabfahrt auf Weltcupniveau antreten zu dürfen, muss man zum einen bei gleichartigen Wettbewerben seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt haben, also Punkte sammeln bei FIS-Rennen zum Beispiel. Der Gesamtweltcupsieg bei den Damen zählt dafür nicht, bei den Herren hat Vonn keinen Zähler auf ihrem Konto und müsste sich qualifizieren. Und so richtig viele FIS-Rennen oder Europacups stehen vor Lake Louise in der Abfahrt gar nicht im Kalender - es müsste also schon ein richtig gutes Resultat her. Und dann müsste sie noch von ihrem Verband nominiert werden. Unbegrenzte Startplätze gibt es schließlich auch nicht.

Es spricht also viel für den PR-Gag. Denkbarer ist da schon, dass Vonn als Vorfahrerin in Kanada auf die Strecke gelassen wird, das macht auch Marlies Schild beim Slalom-Spektatkel in Schladming gern. Und wer weiß, welche Zeit Vonn dann zu erzielen in der Lage wäre? Unkritisch gesehen würde ein solcher Schritt aber auch nicht. Zwar müsste Vonn bewusst die technischen Wettbewerbe in Slalom und Riesenslalom in Aspen ausfallen lassen, aber direkt danach steht für die Damen der Ausflug auf die Speedstrecken in Kanada an - und dort hätte Vonn dann deutlich mehr Übungszeit verbracht.