Beim Skiurlaub liegt der Reiz ja bekanntlich in den flotten Abfahrten. Mit Bergbahn, Liften und Gondeln geht es dann wieder schnell bergauf. Das gilt dieses Jahr allerdings auch für die Preise: Die Skipasstarife wurden zum neuen Winter um durchschnittlich fünf Prozent angehoben. Einige Liftgesellschaften leisteten sich sogar bis zu elf Prozent Zuschlag. Wir haben die Preise in großen Skirevieren für die gängigen Sechstagepässe in der Hochsaison verglichen.

Zermatt: Teuerster Skipass in den Alpen

Markant und spitz: Das Matterhorn ist der berühmteste Berg der Welt. Und für Skifahrer der kostspieligste. 441 Franken (365 Euro) müssen sie im kommenden Winter für den Sechstagesskipass der internationalen Skischaukel Zermatt-Cervinia-Val Aosta bezahlen – in Franken ist das zwar im Vergleich keine Erhöhung, aber durch die starke schweizerische Währung bekommt man für den Euro einfach weniger Franken. Die Skipisten unterm Matterhorn belegen unangefochten Platz eins in der Hitliste der teuersten Skigebiete im Alpenraum. Auch wenn man sich nur auf das Fahren mit den Zermatter Bergbahnen beschränkt, ist man für sechs Tage Skifahren 371 Franken los, das sind 308 Euro.

Schweiz weiterhin kostspielig

Zermatt ist Spitze, was die Skipreise angeht. Aber auch die nächstteuren vier Skiorte dieser Saison liegen in der Schweiz: St. Moritz verlangt für seinen Engadin-Pass an sechs Tagen jetzt 303 Euro (plus 6 Euro). Allerdings steuern die Verantwortlichen vor Ort dem Touristenschwund entgegen: Bei einer Nächtigung in einem der Hotels im Ort kostet der Skipass ab dem zweiten Tag nur noch 25 CHF am Tag. Zehn Franken (8,50 Euro) weniger bezahlt man für den Sechstagepass im Quatre Vallèes um Verbier (294 Euro, plus 11), auch Flims/Laax (282 Euro, plus 15) und Davos/Klosters (269 Euro, plus 10) gehören zu den teuersten Regionen in der Schweiz.

Französische Liftpässe werden teurer

Teuerstes nichtschweizerisches Gebiet der Wintersaison 2012/13 ist die Skiregion Chamonix mit ihrem Großraumskipass Mont-Blanc Unlimited, wo sechs Tage Skifahren in der Hauptsaison jetzt 266 Euro teuer sind. Das sind elf Euro mehr als im Vorjahr. Damit liegt Chamonix hauchdünn vor dem französischen Konkurrenten "Paradiski", der Skischaukel Les Arcs - La Plagne, wo diesen Winter 262 Euro (plus zwölf) auf dem Tarifblatt stehen. Den größten Preissprung aller untersuchten Gebiete macht im aktuellen Winter das (flächenmäßig) größte Skigebiet der Welt: Die Trois Vallées („drei Täler“) erhöhen den Preis für ihren Sechstagepass von 235 auf 260 Euro, das sind fast elf Prozent Teuerung. Immerhin wird eine Familienvariante angeboten: Wenn mindestens drei Liftpääse gemeinsam gekauft werden, zahlt jeder "nur" 245 Euro.

Stete Teuerung auch in Österreich

Einen beherzten Zuschlag von 241 auf 254 Euro genehmigt sich dieses Jahr auch der Südtiroler Großverbund Dolomiti Superski. Damit liegt er haarscharf vor dem Nachbarverbund Superskirama um Madonna di Campiglio, dessen Preise von 245 auf 253 Euro zulegen.  Den beiden Italienern dicht auf den Fersen ist das österreichische Après-Ski-Dorado Ischgl, das 249 Euro (plus sieben) für den Sechstagepass verlangt. Verlässlich schlagen auch die anderen österreichischen Großskiregionen zu: Jahr für Jahr packen sie drei bis fünf Prozent auf den Vorjahrespreis drauf. Das macht aktuell zwischen sechs und zehn Euro Teuerung. So kostet der Sechstagepass in Obergurgl nun 239, in Sölden und im Stubaital 238, in den Großräumen Kitzbüheler Alpen und Salzburger Land 232 Euro. Der Arlberg ist diesen Winter 228 Euro teuer. Saalbach-Hinterglemm berechnet 220 Euro, die Salzburger Sportwelt 218 Euro. Im Zillertal werden 215 Euro abgebucht und für den ganz Kärnten umfassenden Top-Skipass 209 Euro.

Auch niedrige Skipasspreise sind zu finden
Gibt es noch Schnäppchen? Weiter vergleichsweise günstig fahren Vielfahrer in den "Portes du Soleil", dem Gebiet mit den meisten Abfahrten der Welt. Dort begnügen sich die Bergbahnen für ihre 650 Pistenkilometer mit 225 Euro (neun mehr als im Vorjahr). Obertauern berechnet für sechs Tage Skifahren in seiner Schneeschüssel 199 Euro. Und seit Jahren preisstabil präsentiert sich Sestrière, der Olympiaskiort von 2006: Da verlangt die Bergbahn für mehr als 200 Pistenkilometer seit fünf Wintern konstant 180 Euro.

Zusammenschlüsse in Deutschland
Auch Deutschlands Skipässe können mittlerweile pistenmäßig mithalten - dank eines kleinen Tricks: Sie haben sich zu Großräumen zusammengetan. Garmisch Partenkirchens "Top Snow Card" erlaubt auch das Skifahren in Mittenwald sowie den Tiroler Zugspitzorten. Für die zusammen imposanten 216 Pistenkilometer kostet der Sechstagepass 203 Euro - acht mehr als im Vorjahr. Die Skiberge von Oberstdorf kommen zusammen mit dem österreichischen Kleinwalsertal auf 124 Kilometer Abfahrten, ihr Sechstagepass kostet diesen Winter 199 Euro - sieben mehr als im Vorjahr. 198 Euro (plus acht) verlangt Reit im Winkl im Verbund mit der österreichischen Steinplatte und diversen Nachbarrevieren für die 170 Kilometer des "Schneewinkel"-Skipasses.  Der oberbayerische Verbund "Alpen plus" mit Lenggries, Wendelstein und Spitzingsee berechnet für sechs Tage Skifahren auf zusammen 160 Pistenkilometern in diesem Winter 150 Euro. Das sind zwar happige 17 Euro mehr als 2011, aber im alpenweiten Vergleich ist man damit trotzdem weiter gut bedient.

Hans-Werner Rodrian / Skiinfo.de