Du hast deine komplette Snowboard Ausrüstung, hast ausgeschlafen und deine komfortable Funktionskleidung angezogen. Brett und Bindung sind individuell und richtig auf dich eingestellt – du stehst hüftbreit, locker und entspannt mittig auf deinem Snowboard. Das Wetter ist schön, der Schnee ist gut – optimale Bedingungen – dann ist es an der Zeit die ersten Erfahrungen mit dem Snowboard zu machen.

Aufwärmen und Dehnen

Durch leichten Bergaufläufe und ein paar einfache Sprünge aus der Hocke wird der Kreislauf vor der ersten Fahrt in Schwung gebracht und die Muskeln erwärmt. In der Gruppe macht es natürlich mehr Spaß und gemeinsames Erwärmen durch motivierende Spiele stärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl. Spielerisch die koordinativen Fähigkeiten, wie das Reaktionsvermögen, die Gleichgewichts- und Kopplungsfähigkeit zu üben, löst die Anspannung und steigert die Motivation.

Sind die Herz- und Atemfrequenz in Schwung, dein Blut ist jetzt ordentlich mit Sauerstoff angereichert, die Muskeln und die Gelenke mobilisiert, dann folgen einige grundlegende Dehnübungen für Nacken, Schultern, Rücken, Arme und Beine. Wenn deine Muskulatur richtig erwärmt und gedehnt ist, dann ist das Risiko von Verletzungen wesentlich geringer und du wirst einen entspannten ersten Snowboard Tag erleben.

Brettgewöhnung

Es geht zum ersten Mal in den Schnee und dafür muss dein Snowboard getragen werden und zwar richtig. Dafür sollten die Handschuh angezogen sein, denn das Brett wird mittig an der Kante mit der Bindung nach außen gegriffen (die Nose zeigt dabei leicht nach oben) und unter den Arm geklemmt.

Natürlich kannst du dein Snowboard nicht ständig fest unter dem Arm halten. Um aber zu verhindern, dass dein Brett wegrutscht, wird es mit der Bindung nach unten im Schnee abgelegt und so ist es selbst dann, wenn es einmal unbeaufsichtigt am Berg liegt, gut gesichert.

Wenn du später den Hang zu Fuß mit dem Snowboard hinauf gehst, musst du nicht grundsätzlich mit beiden Füßen aus der Bindung heraus. Es reicht wenn du nur den hinteren Fuß abschnallst und dann das Snowboard wie eine Treppenstufe mit der Zehenkante quer in den Schnee drückst und dann Schritt für Schritt die Piste hinaufgehst.

Anschnallen

Such dir eine ebene Fläche am Berg mit weichem präparierten Schnee, an der wenig los ist. Als allererstes befestigst du unbedingt die Leash an deinem Board und dem vorderen Fuß, bevor du das Board mit dem Belag auf den Schnee legst. Damit dein Snowboard nicht gleich wegrutscht während du es komplett anschnallst, stellst du den hinteren Fuß halb auf das Brett und halb in den Schnee oder verwendest das Knie.

Zu diesem Zeitpunkt ist zwar noch kein Vorderfuß festgelegt, aber der Vollständigkeit halber ist es vorab bedeutend, auf die beiden Fahrtrichtungen einzugehen. ‚Regular’ fährt man mit dem linken Fuß vorne, demnach wird die Fahrt in Richtung rechten Fuß als ‚goofy' bezeichnet. Durch den ‚Duck Stance’, dem leicht geöffneten Stand auf dem Brett, ist dies zu Beginn nicht entscheidend. Die bevorzugte Fahrtrichtung wird sich im weiteren Verlauf von selbst ergeben.

Entferne den Schnee von  Schuh und Bindung und schiebe deinen vorderen Fuß langsam so weit wie möglich nach hinten in die Bindung bis deine Ferse bündig am High Back anliegt. Jetzt erst die Fußgelenksschnalle (Ankle Strap) zuziehen bis sie fest und komfortabel sitzt, dann ebenso die Zehenschnalle (Toe Strap).

Denn hinteren Fuß schnallst du zunächst noch nicht an. Das erspart dir anfangs Zeit und Kraft, während du erste Manöver übst, an deinem Gleichgewicht arbeitest und lernst, wie man den Sessellift benutzt. Erst nachdem du skaten, gleiten, drehen und stoppen mit dem Snowboard geübt hast, kannst du auch deinen hinteren Fuß in die Bindung schnallen.

Richtig fallen

Stürze sind während des Snowboardens unvermeidlich, besonders während des Erlernens. Damit diese aber glimpflich ablaufen, ist es wichtig, anfangs die richtige Falltechnik zu lernen, um vor allem nicht deine Handgelenke und Knie, die meist betroffen sind, zu verletzen. Protektoren, wie Handgelenkschutz und Knieschoner helfen nur teilweise.

Fällt man über die Zehen-Kante (Toe Side), senkst du den Körperschwerpunkt, und ballst die Hände zu Fäusten. Unmittelbar vor dem Bodenkontakt werden die Beine gestreckt und du rutschst auf den Unterarmen nach vorne weg. Einen harten Aufprall mit den Knien und Handgelenken solltest du möglichst vermeiden. Um ein Verkanten deines Snowboards zu vermeiden, hebst du es hinten aus dem Schnee.

Über die Fersen-Kante (Heel Side) zu fallen ist etwas sanfter. Du senkst wiederum deinen Körperschwerpunkt, gehst in die Hocke, nimmst die Arme diesmal angewinkelt vor die Brust und legst das Kinn auf die Brust. Vor dem Bodenkontakt machst du einen runden Katzenbuckel und rollst über den Po und Rücken ab. Das vermeidet ein Aufschlagen deines Kopfes und ein Schleudertrauma. Sobald du am Boden liegst, wird das Brett aus dem Boden gehoben.

Aufstehen

Sobald du beide Füße an dein Board geschnallt sind, ist das Aufstehen eine Kunst für sich. Bevor du aufzustehen versuchst, sollte dein Körper natürlich oberhalb von deinem Snowboard sein. Bring dein Brett quer zum Hang und drück die Heel Side (Fersen-Kante) fest in den Schnee, um nicht wegzurutschen während du aufstehst.

Um nun über die Heel Side aufzustehen, bringst du den Körperschwerpunkt möglichst nah an das Snowboard, greifst mit einer Hand an die Toe Side (Zehen-Kante) und ziehst Sie sich über das Brett, während du dich mit der anderen Hand vom Boden abdrückst. Den Körperschwerpunkt über das Snowboard bringen und allmählich aufstehen.

Über die Heel Side aufzustehen ist anstrengend und erfordert einige Kraft. Die gute Nachricht ist, dass man über die Toe Side wesentlich einfacher aufstehen kann. Wenn du auf dem Rücken liegst, musst du dich erst einmal umdrehen, um in die kniende Position zu kommen. Dafür hebst du deine Beine an und rollst über das Tail des Snowboards. Jetzt musst du dich nur mit beiden Händen vom Boden abdrücken und aufstehen.