Mitte Juni 2012: Aus dem Nichts ruft Ines Sebesta in der Redaktion an. Sie schreibe an einem Buch über Skigeschichten, ob das für uns nicht auch interessant wäre? Immerhin seien wir mit unserer ehemaligen Webseite ski2b.com sogar ein (kleiner) Teil einer dieser Geschichten. Mein Interesse ist geweckt. Skigeschichten gehören einfach auf ein Skimagazin. Einige Monate später ist es dann soweit: Ein Büchlein trudelt bei uns ein.  

Klein ist es. Blaues Hardcover mit goldener Schrift. Zuerst erinnert die Aufmachung an ein Neues Testament aus der oberen Schublade im Hotel-Nachttisch. Wäre da nicht das kleine schwarz-weiße Bild, dass zwei Ski-Urgesteine in nostalgischer Tracht zeigt. Eine Ski-Bibel? Nun, diesen Anspruch erhebt die Autorin nicht.

Es lebe die Vielfalt

Ines Sebesta führt uns in 45 Episoden einmal quer durch die ganze Skiwelt. Keine Geschichte ist gleich. Mal in Form einer Kurzgeschichte, mal lyrisch, mal sachlich, aber immer mit einem völlig anderen Blickwinkel führt sie uns vom gefühlt heutigen Pistenerlebnis zu historischen Großtaten auf Skiern, lässt Größen der Szene zu Wort kommen, ganz gleich, ob es sich dabei um Weltcup-Stars, Krimi-Autoren, Freeride-Legenden oder Filme- und Modemacher handelt. Die Autorin streift dabei lesend, surfend, interviewend oder einfach mit anderen Menschen durch ihren breiten Erfahrungsschatz. Wie erleben erste frustrierende Erfahrungen, tolle Skitouren, berauschende Abfahrten - alles eben, was man als Skifahrer einmal am eigenen Leibe mitmacht. Zwischendurch informiert sie zudem sachlich, über die Entwicklung des Skisports in Deutschland, über norwegische Skigötter.  

Es ist die Abwechslung, die diese Ski-Geschichten so lesenswert machen. Hätte es 'nur' 24 Episoden, dann wäre es vermutlich ein perfekter literarischer Adventskalender. So hält das Buch etwas länger vor. Für 12,95 € ist es vielleicht noch das fehlende Weihnachtsgeschenk. Nur: Für Nicht-Skifahrer ist es vermutlich völlig uninteressant. Die Skigeschichten sollten ein Insider-Tipp für Eingeweihte sein. Bei denen liegt es dann vielleicht anstellen des Neuen Testaments in der Nachttischschublade.

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