Langeweile im Damen-Rennsport? Gut, Lindsey Vonn gewinnt weiterhin alle Speed-Rennen, so auch den Super-G von St. Moritz (vor Tina Maze). Und Tina Maze gewinnt jeden Riesenslalom, so auch den von St. Moritz. Interessant wurde es daher bei der Super-Kombi - denn die gewann auch Maze. Vonn schied aus und liegt damit weiter recht klar zurück. Und dann ist da auch noch Maria Höfl-Riesch.

Unsportlich oder nicht?
Wie ernst sich Lindsey Vonn und Tina Maze als Gegnerinnen nehmen, macht ein Vorfall abseits der Rennpisten deutlich. Der Slowenin wurde zugetragen, dass Vonn sie mit einer Beschimpfung belegt habe. Der slowenische Verband legte Protest wegen unsportlichen Verhaltens ein. Vonn räumte auch ein, entsprechend geflucht zu haben, aber nicht über die Gegnerin. Beide vertrugen sich daraufhin wieder. Für Vonn ist die Situation dennoch kritisch. Denn: Was nützt es ihr, wenn sie alle Speed-Rennen klar gewinnt, aber dabei kaum Punkte auf Maze gutmacht - um dann in den technischen Bewerben deutlich zu verlieren. So hat sie schon gegen Höfl-Riesch die große Kugel verloren. Und die Deutsche verpasst zwar die Siege, sammelt aber fleißig in allen Disziplinen Punkte. Maze hingegen holte auch die Kombination, im letzten Jahr eine Bank für Vonn. 263 Zähler Rückstand für Vonn, nur 14 Pünktchen aus technischen Disziplinen, das ist aktuell nur Rang drei - es wird wirklich eng für die Titelverteidigerin.

Rebensburg ganz knapp am Sieg vorbei
Auch aus deutscher Sicht war das Ergebnis erfreulich. Maria Höfl-Riesch wurde Vierte, Fünfte und Neunte, gerade in der Super-Kombi hätte man aber mehr erwarten dürfen. Viky Rebensburg näherte sich im 'Riesen' dem Topstar Maze und unterlag als Zweite nur hauchdünn. Im Super-G gab es zudem noch einen tollen sechsten Platz. Lena Dürr feierte ebenfalls Platz sechs in der Kombi und wurde zudem 13. im Super-G, eine wirklich starke Leistung. Auch Veronique Hronek gebührt Lob - sie hat als 12. des Super-G schon das halbe WM-Ticket gelöst. Punkte gab es im Riesenslalom auch für Veronika Staber. Kurz: Als Mannschaft hat die DSV-Truppe überzeugt.

Österreicherinnen glänzen in der Kombi
Knapp war's für Niki Hosp und Kathrin Zettel, denen nur Tina Maze bei der Super-Kombi die Show stahl. Bei fünf Damen unter den besten Zehn darf man den Damen des ÖSV aber keinen Vorwurf machen, es gibt nur eben keine, die konstant mit den drei Großen vorne im Kampf um die große Kugel mithalten kann. In den weiteren Rennen musste denn das Stockerl auch ohne österreichische Beteiligung auskommen. Stefanie Köhle und Regina Sterz mussten das schwache Speed-Ergebnis retten. Im Riesenslalom sind Zettel, Schild und Kirchgasser vorn dabei, ohne in St. Moritz um den Sieg mitzufahren.

Gut, Gisin und Suter halten Schweizer Fahne oben
Dass sich die schweizerischen Dramen, die bei den Herren gerade stattfinden, nicht auch im Rennsport der Damen wiederholen, dafür sorgen mit beständig guten Leistungen Lara Gut, Dominique Gisin und Fabienne Suter. Vier Top-Ten Plätze sprangen in drei Rennen heraus, das ist nicht atemberaubend, aber die Eidgenössinen sind dabei. Für den Sprung nach ganz oben fehlte bei den Heimrennen vielleicht noch etwas Glück. Vielleicht klappt es ja in Val d'Isére.

Hier seht ihr die Highlights aus St. Moritz in Bildern.