Moderne Snow Parks sind komplexe und perfekt gestaltete Anlagen für Snowboarder und Freeskier, die optimal in den Hang eingebettet sind. Kein Park gleicht dem Anderen und auch die Schneebedingungen variieren beinahe täglich. Mit der zunehmenden Popularität und Professionalität des Freestyles sind die Qualität und die Quantität der Parks extrem gestiegen. Das erfordert neben mehr Sicherheit und Risikomanagement, vor allem mehr Training an den Park Elementen. Es gibt kleine und große Parks, Parks für Kleine und Anfänger, und vor allem Snow Parks für Fortgeschritten und Pros, ganz egal, ob groß oder klein.

Die Auswahl der Elemente ist ebenso groß und unterschiedlich, wie auch die Anzahl der Snow Parks im Alpenraum. Straights und Corners, Tables, Quarters und Pipes, Rails und Boxes, da verliert man schon mal die Übersicht. Aber was versteckt sich hinter diesen Bezeichnungen und was zeichnet einen ordentlichen Straight Jump oder eine Superpipe überhaupt aus, damit sie ihrem Namen auch verdient? Wir haben einen Einblick in das ABC der vielen Park Elemente gewagt und ihre Eigenschaften, besonders aber ihren Verwendungszweck einmal genauer untersucht.

Straights Jumps

Die Sprünge eines Snow Parks können in Größe, Höhe und vor allem in der Weite stark variieren. Das kann sich nicht nur von Gebiet zu Gebiet unterscheiden auch innerhalb aus Parks gibt es Kicker mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Reichweiten. Entsprechend sollte die Geschwindigkeit angepasst werden und das Können vorhanden sein. Straight Jumps werden üblicherweise Sprünge vollständig aus Schnee oder auf einem im Sommer angelegten Erdunterbaus konstruiert. Das kann bis zu zwei Drittel des benötigten Schneevolumens einsparen und auf mehrere Jahre gerechnet günstiger sein. Eine umweltfreundliche Verträglichkeit muss hier natürlich gewährleistet sein. Über Straights lassen sich die weitesten und spektakulärsten Tricks, wie Grabs, Flips, Rotations oder Twists mit der längsten Air Time ausgeführen.

Straight Jumps zählen im umgangssprachigen zu den Kickern, was von der Art des Absprungs abgeleitet ist (im Englischen ‚Jump’) Es gibt viele Varianten von Jumps, die ebenso unterschiedliche Sprünge oder Styles ermöglichen und der Kreativität der Protagonisten somit grenzenlose Freiheit in der Luft ermöglichen. Zumindest fast, denn der einzige limitierende Faktor ist die Schwerkraft.

Gewöhnliche sind die verschiedenen Arten von Jumps, oder eben Kicker, hintereinander aufgereiht, in einer Linie so zu sagen, wodurch auch der Begriff Kicker Line geprägt wurde. Die Kicker Line eines Parks kann bestehen aus:

Super Kicker

Er ist oft das zentrale und größte Element eines Snow Park. Der Dino unter den Straight Jumps mit einem langen Absprung und viel Air Time. Entsprechend lang ist auch die Anfahrt und sollte vor allem die Geschwindigkeit sein. Nichts für Anfänger.

Mini Kicker

Für Freestyle Einsteiger ist eher die kleinere Variante zu bevorzugen. Weniger Speed und weniger Air Time heißt auch weniger Risiko.

Tables

Der Name ist Programm und so sieht dieses Park Element wie ein Tisch oder Trapez aus über den man fliegt. Der Absprung ist auf der einen Seite mit einem flachen Top und der Landung auf der gegenüberliegenden Seite. Tables können auch mit verschiedenen Elementen kombiniert sein, so z.B. mit einem Corner Jump.

Corner Jump

Sie sind ähnlich einem Table, nur dass sich die Landung rechts und/oder links des Absprungs befindet. Ein Corner Jump ist ein großes Park Element und kann auch seitlich, ähnlich einer Quarter Pipe angefahren werden und quer übersprungen oder über die Ecke bergab gesprungen werden.

Step Up

Hier ist die Landung höher als der Absprung und auf einem Table wie bei einer Stufe. Dieses Element wird auch gerne mit einer Gap zwischen Absprung und Table kombiniert

Step Down

Das Element ähnelt dem Step Up und ist entsprechend gespiegelt. Der Absprung befindet sich auf dem Table und es geht über eine Stufe. Die Landung ist niedriger, eher selten ist eine Gap dazwischen, vielmehr landet man direkt im Landehang (Transition).

Gap

Ein Kicker mit einer großen Lücke zwischen Absprung und Landung, der Table wurde hier einfach wieder entfernt.

Hip

Ähnlich eines Corner Jumps ist die Landung in eine Richtung senkrecht zum Absprung meist ist ein Hip etwas kleiner.

Spine

Wie das Hip wird ein Spine senkrecht zum Absprung übersprungen. Die Landung ist zu beiden Seiten des Elements möglich.

Channel Gap

Er sieht aus wie ein überbreiter Kicker, der in zwei Hälften geschnitten wurde. Dadurch ist eine Lücke den zwei Absprüngen, die sich gelegentlich durch ihren Rocker (Steilheit) unterscheiden. Demnach ist die Flugbahn des einen gerader und flacher während die des Anderen höher verläuft. Beide nutzen den gleichen Landehügel.

Verts

Verts sind die Senkrechtstarter der Park Elemente. Je nach Größe müssen Transition und somit auch die Speed angepasst werden, um nicht einfach in eine Wand aus Schnee zu fahren. Harten, sehr harten Schnee. Ihre Besonderheit ist, dass Absprung und Landung identisch sind. Für eine ordentliche Air Time muss der gesamte Schwung aus der Anfahrt senkrecht mit nach oben genommen werden. Ansonsten schafft man es kaum über die und fährt rückwärts wieder hinunter oder macht eine 180 Grad Kurve in der Wand, der „Wall“.

Quarter Pipe

Das alleinstehende Element ist die simpelste Ausführung einer Vert. Die vertikale Absprungkante (Lip)entlässt den Freestyler senkrecht in die Luft, der mit genügend Schwung weit hinaus steigt und am höchsten Punkt für einen Moment der Schwerelosigkeit sorgt. Die Landung erfolgt entweder vorwärts, nach einer 180 Grad Drehung in der Luft oder rückwärts an selber Stelle, wie der Absprung

Half Pipe

Der Klassiker im Freestyle kann seinen Ursprung im Skateboarden nicht leugnen. Eine perfekt in den Hang eingelassene Röhre mit langen Quarter Pipes auf beiden Seiten, ähnlich eines halben Rohrs. Anfangs wurden Half Pipes noch von Hand aus einem riesigen Haufen Schnee geschaufelt, bis dann schwere Maschinen an Pistenraupen die grobe Arbeit vollrichteten. Daher hat man früher in oftmals nur mehrere Quarter Pipes hintereinander konstruiert, um Zeit, aber auch Schnee zu sparen. Das setzte natürlich auch einen gewissen Sprungrhythmus voraus. Die heutige Maschinen heißen Pipe Dragons oder Pipe Monster und fräsen die Röhren in wenigen Stunden aus dem Schnee, vorausgesetzt es hat genügend. Sie erstellen eine elliptische Form, die es dem Fahrer ermöglicht wesentlich mehr Geschwindigkeit aus der Transition mitzunehmen. Dadurch konnten immer perfektere Half Pipes gebaut werden, die heute Lip Höhen von bis zu 7 Metern erreichen.

Super Pipe

Sie ist die Grand Dame unter den Half Pipes, hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Super Pipe fahren ist Extremsport und die Kür des Freestyles, ganz gleich ob beim Snowboarden, Freestyle-Skiing, Skateboarden, Freestyle BMX oder Vert Skating. Ihre Struktur ist der einer Half Pipe ähnlich, nur in ihren Dimensionen größer und extremer. Die Hangneigung ist steiler um den nötige Geschwindigkeit zu bekommen, denn die Verts haben eine Mindesthöhe von 5 Metern. Entsprechend ist die Kompression bei der Landung höher und der Abstand der Walls breiter, um wieder Stabilität während der Fahrt durchs Flat zu bekommen. Die Breite richtet sich nach der Höhe der fast senkrechten Walls. Ohne entsprechendem Know How und passendem schweren Gerät ist der Bau und die Pflege einer Super Pipe nicht möglich. Sie werden daher meist nur für professionelle Contests konstruiert.

Jibs

Im Gegensatz zu Kickern, die ausschließlich aus Schnee gebaut werden, sind die verschiedenen Arten von Jibs aus Stahl, Holz und Kunststoff. Über Jibs kann mit dem Snowboard oder mit  Freeski entweder parallel oder quer zur Fahrrichtung gerutscht, währenddessen gedreht, gesprungen oder mit einem Trick abgesprungen werden. Die Jib Elemente in Snow Parks können viele verschiedene Formen und Größen haben: gerade, schräg, gebogen (oft als "Rainbow") oder wellig, geknickt oder geschwungen. Die Bezeichnung ‚Jib’ oder über etwas ‚jibben’ heißt nichts anderes als quer zur rutschen. Oft hört man auch ‚slide’ oder eingedeutscht ‚sliden’, was das gleiche meint. Viele Jib Elemente ähneln typisch städtischen Objekten, wie Treppengeländer (Rail), Bänke, Boxen, Tische (Table), Tonnen (Barrel), etc. Für den Einsatz im Snow Park sind ihre Bezeichnungen einfach übernommen worden, ihre Verwendung allerdings wurde leicht zweckentfremdet:

Rail

Das Basiselement von Jibs sind runde und ovale Metallrohre über die quer gerutscht (Jibben) werden kann, entweder abgerundet oder mit einem kleinen flachen Oberfläche, die ein Skifahrer oder Snowboarder auf gleiten kann (so genannte "Jibben"). Für Freeskier sind Rails etwas zu dünn, um mit beiden Skier darüber zu rutschen, ohne sich dabei zu drehen. Oft werden Rails mit ähnlichen, aber breiteren Elementen verwechselt, unterscheiden sich aber eindeutig durch ihre geringe Kontaktfläche.

Box

Der Name ist Programm: eine Box ist ein etwas breiteres Jib Element mit einer Oberfläche aus gehärtetem Kunststoff und Metallschienen (Rails) an den Seiten.

Table Top

Ähnlich einer Box, aber wesentlich breiter sind Table Tops und werden daher gerne von Anfängern benutzt. Aufgrund der sehr breiten Oberfläche können Snowboarder und Freeskier mit geringem Sturzrisiko darüber rutschen.

Baumstamm (Tree)

Aufgrund ihrer natürlichen Oberfläche empfiehlt es sich nicht quer über Baumstämme zu rutschen. In Parks sieht man daher oft die metallische Variante um Material und Fahrer zu schonen, die oft auch als Mail Box bezeichnet werden.

Mail Box

Metallrohre mit einem großen Durchmesser und in unterschiedlichen Längen. Der große Querschnitt erinnert an einen Briefkasten.

Wall Ride

Ein Wall Ride ist, wie der Name schon sagt, eine fast senkrechte bis vertikale Wand mit einer Oberfläche aus gehärtetem Kunststoff. Die Transition wird aus Schnee gebaut und die besondere Oberfläche erlaubt vielfache Drehungen an der Wand oder einen kurzen Gruß an der Oberkante des Elements, dass meist ein Rail ist.

Barrels

Ein eher neueres Element in Snow Parks sind Tonnen, die eher dem Skatestyle abgeschaut sind. Je nachdem, ob sie gestellt oder gelegt werden, kann darüber oder darauf gesprungen werden, nur kurz aufsetzt oder darauf gedreht werden. Erforderlich ist dafür ein Mini Kicker, die Landung dagegen ist meist im Flat.

Rainbow

Ein oft unterschätztes Jib Element ist der Rainbow aufgrund des erforderlichen Gleichgewichts während der Überquerung. Da die Fahrt über den ‚Regenbogen’ erst gebremst und dann wieder beschleunigt und auch die Neigung variiert ist das Sturzrisiko an diesem Rail besonders hoch. Alternativ gibt es aber auch breitere Rainbows mit einem Buckel und einer Oberfläche aus gehärtetem Kunststoff.