Tina Maze hat sich auch in den letzten beiden Weltcuprennen des Kalenderjahres keine Blöße gegeben: Mit Platz zwei im Riesenslalom und dem dritten Rang im Stangenwald war sie einmal mehr die große Siegerin. Doch auch die Gastgeber hatten Grund zur Freude.

 

Gesamtweltcup: 1.000-Punkte-Marke geknackt

Tina Maze hat die große Kugel so gut wie in der Tasche. Mit ihren neuerlichen Spitzenplätzen enteilte sie der Konkurrenz deutlich (um über 400 Punkte), nur eine Verletzung kann ihren Gesamtsieg wohl noch gefährden. In Abwesenheit von Lindsey Vonn sind Maria Höfl-Riesch, Kathrin Zettel und Anna Fenninger die größten Konkurrentinnen. Und wer Anna Fenninger auf dem Zauberberg gesehen hat, traut ihr vielleicht das meiste zu. Maria Höfl-Riesch bleibt konstant vorn dabei - ohne so richtig um den Sieg mitzufahren. Im Slalom lief es nach Fehler im ersten Lauf im Finale sehr gut, ohne dass es für das Podium noch reichte. Trotz zweier vierter Plätze hat sie auf Maze erneut verloren.

Fenninger explodiert

"Ich war mir 100-prozentig sicher", beschrieb Fenninger ihr Fahrgefühl nach zwei Top-Läufen, in denen sie sogar Saison-Dominatorin Maze 1,1 Sekunden abnahm. Hinter Maze carvte sich Tessa Worley auf Rang drei, gefolgt vom deutschen Duo Maria Höfl-Riesch und Viktoria Rebensburg. Der Konkurrenz blieb an diesem Tag das Staunen, Fenninger der zweite Weltcupsieg der Karriere. Hinter ihr kamen mit Kathrin Zettel und Liz Görgl (Platz sieben und neun) zwei weitere ÖSV-Damen unter die besten Zehn. Vor allem für Görgl war das ein erstes positives Ergebnis nach längerer Durststrecke.

Im Slalom übernahm Kathrin Zettel die Führungsrolle bei den Österreicherinnen - Michi Kirchgasser verschenkte im Finale einen Top-Platz. Zettel toppte vor bengalischen Feuern im Stil eines Champions die Fahrt der zuvor Führenden Höfl-Riesch und weckte damit Hoffnungen auf einen weiteren Heimsieg. Den machte allerdings Veronika Velez-Zuzulova zunichte: Die Slowakin siegte mit einer Zehntelsekunde Vorsprung erstmals im Weltcup.

Höfl-Riesch vor Rebensburg

Offenkundig ist, dass Viktoria Rebensburg ihre führende Position im Riesenslalom abgeben musste - in Semmering mühte sie sich zu Platz fünf und lag damit hinter Maria Höfl-Riesch, die in der einzigen Disziplin, in der sie nie ein Rennen gewann, immer besser wird. Positiv: Veronique Hronek verbesserte sich mit zweitbester Finallaufzeit noch auf Rang 18. Im Spezialslalom war Christina Geiger (Sechste) zweitbeste Deutsche und konnte mit einem Top Ten Platz die Erwartungshaltung erfüllen. Auch für Lena Dürr (24.) gab es einige Punkte.

Die Schweizer Fans hatten im Riesenslalom auf Lara Gut gehofft, die aber als 24. nur wenige Zähler einstrich. Besser machte es als 13. Dominique Gisin. Die Bestleistung erbrachte einmal mehr Wendy Holdener, die im Slalom als Neunte erneut Klasse bewies.

Mikaela Shiffrin mit High- und Lowlight

Im Slalom eine Siegfahrerin, im Riesen auf dem Weg dorthin: US-Youngster Mikaela Shiffrin belegte erneut ihre technische Klasse. Im Riesenslalom war ihre Fahrt trotz (noch) hoher Startnummer eine Augenweide. Doch die 17-Jährige zeigte im Stangenwald Nerven und schied im Finale aus - zum Glück ist auch sie nur ein Mensch. Weitere Erfolge werden 2013 für sie sicher folgen.