Die Sonne lacht, der Schnee glitzert und mit der ganzen Szenerie um die Wette strahlend grinsen dir deine Kumpels von Facebook entgegen. Der Post zum Bild: „Geilstes Wetter und Powder ohne Ende!!!“. Solche Grüße – direkt von der Piste – pinnt man sich in dieser Saison noch häufiger auf die Timeline als in den letzten Jahren.

Der Grund dafür: Die Skigebiete rüsten auf. Freie WLAN-Hotspots sind auch in schneebedeckten Höhen mittlerweile keine Seltenheit mehr. Das Angebot erspart vor allem Wintersportlern aus dem Ausland teure Roaming-Gebühren und dehnt die Verfügbarkeit des WWW für Smartphone-Nutzer noch etwas weiter aus. Und es bleibt nicht beim freien Internetzugang – auch die Gratis-App zum Wintersportort ist heute fast Standard. Dem Gast wird damit ein Service geboten, der auch abseits der Piste bereits selbstverständlich geworden ist, nämlich möglichst überall und ohne Kostendruck Zugang zum Internet und spezielle Informationen direkt auf dem Smartphone parat zu haben. Dazu gibt es immer mehr interaktive, kreativ gestaltete Aktionen, die auf den Facebook-Seiten der Skigebiete laufen und eine Menge Nutzer ansprechen.

Absoluter Vorreiter in Sachen kostenloses WLAN ist Ski Amadé. Etwa 300 Hotspots sind mittlerweile über das gesamte Skigebiet verteilt. Auch in Saalbach-Hinterglemm, Sölden, Mayrhofen, Ischgl, auf dem Stubaier Gletscher und in vielen weiteren österreichischen Skigebieten kann man spätestens seit der Saison 1212/13 an ausgewiesenen Liftstationen oder Hütten kostenlos online gehen. Das Allgäuer Skigebiet „Das Höchste“ hat mit insgesamt knapp 40 Hotspots am Nebelhorn, Fellhorn und Söllereck die Nase innerhalb Deutschlands weit vorn. „Die moderne Kommunikation ist für uns als Unternehmen sehr wichtig. Wir haben – mit Ausnahme des Skigebiets Ifen – kostenloses WLAN an allen Berg- und Talstationen und in unseren Restaurants“, sagt Jörn Homburg, Marketingleiter bei „Das Höchste“. Der freie Internetzugang soll aus Sicht der Bergbahnbetreiber also hauptsächlich genutzt werden, um Informationen zu Wetter- und Pistenverhältnissen einzuholen. Andererseits bleibt man so auch wie gewohnt über Kommunikationskanäle wie Email erreichbar. „Einer würde vielleicht zuhause bleiben, weil er auf eine wichtige Email wartet – so kann er aber Skifahren gehen und die Email trotzdem beantworten. Das erhöht den Genuss.“ sagt Homburg.

Vorteile durch Apps

Ob zur Vorbereitung von Zuhause, am Morgen vom Hotelzimmer aus oder direkt auf der Piste - viele aktuelle Informationen zum Wintersportort liefert bereits die jeweilige Skigebiets-App, wie beispielsweise die des „Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang“, wo mit 30 Hotspots ebenfalls an den meisten Liftstationen WLAN verfügbar ist. Zum guten Rundum-Paket der App gehört eine interaktive Karte, die dem traditionellen Pistenplan aus Papier nicht nur voraus hat, dass sie nach einem Tag Benutzung nicht völlig aufgeweicht und zerfleddert ist. Die interaktive Karte zeigt neben Einkehrmöglichkeiten und Liftstationen auch aktuelle Pisteninformationen und die Lage des nächsten Hotspots an. Besonders nützlich in Notfällen, aber auch für diejenigen, die auch nach jahrzehntelanger Skierfahrung noch Probleme mit dem Lesen der charakteristischen 3D-Panoramakarte haben, ist die Ortungsfunktion. Sie zeigt dem User den Standort auf der jeweiligen Piste an. Die Ortung funktioniert dank GPS-Signal auch außerhalb der Reichweite eines WLAN-Hotspots (sofern einem die Satelliten gewogen sind). Die Skicircus-App bietet zudem einige Extra-Features wie beispielsweise eine Tracking-Funktion zum Aufzeichnen der eigenen Route und verschiedene nützliche und auch unterhaltsame Links; zum Beispiel zum Lawinenlagebericht des Landes Salzburg, zu facebook oder zu skiline.cc, wo man über seine Skipassnummer eine komplette Statistik zu gefahrenen Pistenkilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit und Höhenmetern erstellen lassen kann.

Bilder posten, Nachrichten schreiben - auf der Piste und danach

Gerade diese Zusatzfunktionen sind es, die die Apps der Wintersportorte auch zur Benutzung auf der Piste interessant machen. Beim Warten am Lift pellt man sich schon mal aus seinem Handschuh – die wenigsten haben bisher in die noch recht teuren Touchscreen-fähigen Skihandschuhe investiert – und überlegt mit klammen Fingern, welche Piste nun die nächste sein soll. Umso wichtiger ist es dann, dass die App in diesem Moment gut läuft und alle Angebote verfügbar sind. Natürlich nutzen viele Gäste das freie WLAN dann nicht nur, um sich zu informieren, wie beispielsweise Lynn und Verena aus Abensberg: „Wir laden natürlich auch aus dem Urlaub Fotos auf Facebook hoch, damit jeder sieht, dass wir hier sind und Spaß haben." Klar, dass solche Uploads ganz im Sinne der Skigebietsbetreiber sind. Bilder posten direkt von der Piste ist eher was für die „Heavy-User“, meinen dagegen Alex und Iris. Sie wissen zwar von den Hotspots an den Bergbahnen des Skicircus, veröffentlichen ihre Fotos aber meistens erst von zu Hause. „Auf der Piste denke ich da gar nicht dran“, meint Alex. Gerade weil das Posten von Bildern oder Schreiben von Nachrichten dann doch nicht immer im Mittelpunkt eines gelungenen Skitages steht, ist für viele Besucher der kostenlose Internetzugang in der Unterkunft ein absolutes Muss. „Die Frage nach WLAN gehört zu den ersten, die an der Rezeption gestellt werden.“ sagt Tanja Misch vom Hotel Glemmtalerhof in Hinterglemm. In diesem Jahr wurden im Glemmtalerhof über 15.000 € investiert um 4-5 Hotspots pro Etage einzurichten. Ein immenser Einsatz, aber freier Internetzugang in allen Zimmern gehört gerade auch vor und nach der Piste zum Service, von dem viele Wintergäste fest ausgehen.

Voller Service für die Besucher

Die Verantwortlichen der Wintersportorte sehen neben dem Service-Aspekt für den Kunden auch die Möglichkeiten, die das Thema Interaktivität im Bereich Marketing mitbringt. Was sich so erst sehr nach Werbung anhört birgt für die (inter-)aktiven Besucher der Skigebiete oft die Gelegenheit, ein paar Gratis-Skitage abzustauben und macht einen Rundumbetreuung möglich, der mit dem Service-Telefon von früher nicht mehr viel zu tun hat. Sowohl „Das Höchste“ als auch der Skicircus beantworten Fragen zu Skigebiet, Wetter oder Funparks bequem per Facebook und sind auch für Kritik offen. Paul Kubalek ist Beauftragter für Social Media & Web im Skicircus und steht für Anfragen auch mal nach Feierabend zur Verfügung. Auf seiner Facebook-Seite hat der Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang aktuell 58.400 Fans. Das ist gerade im Vergleich zu anderen Skigebeiten eine beachtliche Menge. Ein Post zum Neuschnee bekommt hier schon mal knapp 400 Likes in zwei Stunden. „Mit so einer Fanbase kann man viel erreichen. Toll ist, dass man auf Facebook mit den Leuten viel lockerer umgehen kann“ sagt Kubalek. Und auch die ausgefallenen Mitmachaktionen ziehen eine große Resonanz nach sich. In den Allgäuer Skigebieten von Das Höchste bloggen gerade zehn „Bergscout“-Teilnehmer um die Wette. In Saalbach läuft der Fotowettbewerb „Ski Comeback“ auf Facebook, bei dem sich Leute, die das letzte Mal vor 20 Jahren auf Skiern gestanden haben, mit einem Originalfoto ihres 80er-/90er-Jahre Outfits um ein Komplettpaket mit Skikurs bewerben können.

Interaktiv sein – das geht also nicht nur auf, sondern auch abseits der Piste. Ein Blick auf die Homepage oder Facebook-Seite des Lieblingsskigebietes lohnt sich sowohl für die, die auch im Schnee nicht auf ihr Smartphone verzichten wollen als auch für Wintersportler, die letzteres an einem freien Wochenende am liebsten zu Hause lassen. Die Wahl – aufgeweichter Pistenplan oder Touchscreen-Handschuh – trifft dann ja jeder selbst. Und übrigens: Auch wir von Skiinfo haben eine App, für Android und Iphone - sucht mal im App-Store oder Google Play Store nach "Ski & Schneehöhen"!