Zagreb-Sljeme und der Bärenberg waren Anfang Januar der Hintergrund für den ersten Slalom-Showdown von Damen und Herren im Weltcup-Jahr 2013. Marcel Hirscher und Mikaela Shiffrin holten sich die Herrscher-Insignien. Wir blicken zurück.

Schwierige Bedingungen auf weicher Piste

Spannend war es bei den Herren: Nach Durchgang eins führte Jens Byggmark, aber viele Topfahrer waren dran am Schweden, darunter auch Weltcup-Leader Marcel Hirscher. Der bewies dann auch im Finale wie schon so oft Nerven und Klasse und setzte sich an die Spitze des Feldes, während Byggmark sich auf Rang 26 durchreichen lassen musste. "Ein Wunder, dass man hier fahren kann", sprach der Sieger ein Hauptproblem des Tages aus, das bei aktueller Witterung noch öfter im Laufe der Saison auftreten wird: Das warme Wetter und Regen hatte die Piste zu einem Schlaglochlauf werden lassen.

Nichtsdestotrotz mussten alle Fahrer mit dieser Situation gleichermaßen klarkommen. Um so bemerkenswerter war Hirschers Finalrun, den er mit drittbester Laufzeit abschloss, obwohl er die zweitschlechtesten Bedingungen vorfand. Ebenfalls stabil im Finale blieb Andre Myhrer aus Schweden, der Zweiter wurde und im Weltcup dranbleibt an Hirscher. Als Dritter auf dem Podium jubelte Routinier Mario Matt. Der Arlberger zeigte sich überglücklich nach zuletzt einigen fehlerhaften Auftritten und dürfte einem Startplatz bei der Heim-WM einen entscheidenden Schritt näher gekommen sein. Der Rest vom Team Österreich glänzte nämlich nicht, Benni Raich wurde immerhin Zwölfter, Reinfried Herbst nur 19. und Manfred Pranger schied im zweiten Durchgang aus.

Neureuther Fünfter trotz ‚Ganzkörperschmerzen‘

Aus deutscher Sicht war München-Sieger Felix Neureuther der Mann des Abends. Er war im Training spektakulär abgeflogen ("Ich hatte Ganzkörperschmerzen") und fühlte sich zudem vergrippt - doch am Ende sprang mit Platz fünf wieder ein Top-Ergebnis heraus. Zwar zog Myhrer (341 Zähler) in der Slalomwertung wieder an Neureuther (330) vorbei, dennoch bleiben beide die ersten Verfolger des Führenden Hirscher (420). Für Fritz Dopfer lief es gut, Platz elf bedeutet sein zweitbestes Saisonergebnis im Slalom, die Form des Vorjahres hat er aber wieder nicht bestätigen können. 

Shiffrin überholt Maze

Bei den Damen hatte zwei Tage zuvor Mikaela Shiffrin längst nicht mehr überraschend ihren zweiten Saisonsieg eingefahren. Dank des doch unerwarteteren Ausfalls von Tina Maze - es war ihr erster in dieser Saison - zog die blutjunge Amerikanerin damit sogar an der Slowenin vorbei auf Platz eins der Slalom-Wertung. Hinter Shiffrin kamen Frida Hansdotter und Erin Mielzynsky aufs Podium, gefolgt von Nina Loeseth und der Französin Laurie Mougel. Das Quintett der ganz Jungen (Hansdotter vielleicht ausgenommen) deutete an, wer in Zukunft in dieser Disziplin das Sagen haben wird.

Kein gutes deutsches Ergebnis

Beste Deutsche am Bärenberg war einmal mehr Maria Höfl-Riesch auf Rang sechs. Damit wieder ein gutes Ergebnis, aber die einstige Slalom-Königin ist eben auch wieder nicht auf dem Stockerl. Etwas fehlt immer, in diesem Finale war es wohl der richtige Rhythmus. Ein Sieg bei der Snow Queen Trophy: außer Reichweite. Der Abstand zur 17-jährigen Siegerin betrug über drei Sekunden. So kann der DSV mit dem Rennergebnis nicht zufrieden sein: Fanny Chmelar wurde 21., Lena Dürr schied im Finale aus, Christina Geiger schon in Lauf eins. Schmerzlich vermisst wird da Susanne Riesch, die aber in dieser Saison nicht in den Weltcup-Zirkus zurückkehren wird.

ÖSV-Bilanz: Abhaken und vergessen

Keine gute Bilanz lieferte auch das österreichische Damen-Team ab: Platz sieben für Bernadette Schild, elf und zwölf für Niki Hosp und Carmen Thalmann sowie Rang 18 für Alexandra Daum. Ohne die verletzte Marlies Schild und nach dem Ausfall der Leaderinnen Zettel und Kirchgasser schon im ersten Durchgang waren das Mitläufer-Ergebnisse. Eine Wiederholung bei der WM wäre in dieser Form eine Blamage.

Nicht viel schlechter fiel die Schweizer Bilanz aus: Platz 15 gab es für die konstante Wendy Holdener, die ein Lichtblick der Ski-Saison der Eidgenossen ist und auch besser als Markus Vogel abschnitt, der als Alleinunterhalter aus Schweizer Sicht mit Rang 27 Vorlieb nehmen musste.

Weiter geht es nun in St. Anton (Speedrennen Damen), fast sicher mit der Rückkehr von Lindsey Vonn. Bei den Herren eröffnet Adelboden den Reigen der Klassiker.