Wir allen kennen es: Man ist früh auf der Piste, fährt zwei bis drei Stunden Ski und freut sich dann auf die Mittagspause. Doch wie pausiert man eigentlich richtig? Wie mache ich mich am besten fit für die zweite Runde am Nachmittag? Skiinfo gibt einige Tipps für die richtige Gestaltung der Mittagspause an einem Skitag.

Wann?

Viele Skifahrer sind Urlauber, die nicht regelmäßig fahren, sondern ein- oder zweimal im Jahr in den Skiferien auf den Brettern stehen. Sie nehmen zum Teil weite Wege in Kauf, um schöne Tage zu verleben und wollen ihren teuren Skipass voll ausnutzen. Allerdings sollte man dabei nicht übertreiben und trotz Muskelschmerzen und Müdigkeit fahren solange einen die Beine tragen. Denn das Verletzungsrisiko steigt enorm. Ein Skitag von 9 bis 16 Uhr bedeutet immerhin sieben Stunden Bewegung, sieben Stunden Sport am Stück mit wenigen Erholungspausen – das sollte man nicht nicht auf die leichte Schulter nehmen. Empfehlenswert für Normalskifahrer ist es daher, den Skitag sinnvoll aufzuteilen und nicht zu viel zu wollen. Die Vormittagssession sollte man länger gestalten als die Nachmittagssession, da man morgens mehr Kraft hat und noch ausgeschlafen ist. So kann man zum Beispiel von 9:30 Uhr bis 12 Uhr fahren und dann eine geeignete Lokalität für die Mittagspause aufsuchen. Wichtig: Überlegt euch nicht erst um 12 Uhr, wohin es gehen soll, sondern plant die Fahrten so, dass ihr rechtzeitig und pünktlich am Mittagsziel angelangt - das erspart Stress. Am Nachmittag kann man noch einmal zwei Stunden fahren, dann haben viele Skifahrer ihre Kraftreserven aufgebraucht und sollten den Skitag gemütlich ausklingen lassen.

Wo?

Skifahren ist ein Winterhobby, dementsprechend kann es draußen je nach Jahreszeit kalt, ungemütlich und nass werden. Die Mittagspause soll dazu dienen, den Körper von der sportlichen Aktivität zu erholen und ihm eine Pause zu gönnen. Sich irgendwo in den Schnee kauern und bibbernd das mitgebrachte Pausenbrot knabbern? Das ist sicherlich nicht optimal für die Erholung. Besser ist das Aufsuchen einer Hütte, eines Restaurants oder wenn ihr Selbstverpflegung bevorzugt, eines beheizten Aufenthaltsraumes in einer Gondelstation. Wichtig: Es sollte warm und trocken sein und Möglichkeit zur Erholung bieten!

Wie?

Skischuhe sind nicht das bequemsten Fußkleid, das man sich vorstellen kann. Manche Skifahrer machen ihre Skischuhe bei jeder Liftfahrt auf, um ihren Füßen Entspannung zu verschaffen. Dies solltet ihr auch tun, zumindest in der Mittagspause. Skischuhe aufmachen oder sogar ganz ausziehen, so entspannt ihr eure Füße und ermöglicht eurem Körper eine gute Durchblutung der unteren Extremitäten. Damit ihr später nach der Pause nicht friert, solltet ihr im Warmen Jacke, Weste und den dicken Pullover ausziehen und Luft an euch heranlassen – das entspannt. Und wie lang sollte die Pause sein? Das ist individueller Geschmack. Im Normalfall gestaltet man die Pause zwischen 30 und 60 Minuten: Das ist ausreichend Zeit, um entspannt zu essen und trinken, den Körper etwas zu erholen und dennoch dabei nicht völlig auszukühlen und müde zu werden. Möchte man länger pausieren, sollte man umso langsamer wieder in den Nachmittag starten. Dann muss der Körper langsam wieder „hochgefahren“ werden. Ein erneutes Aufwärmprogramm vor dem zweiten Tagesabschnitt machen die wenigsten, auch wenn es gerade nach einer Mittagspause mit ausgiebiger Mahlzeit sehr wichtig wäre. Daher empfehlen wir ein zehnminütiges Aufwärmen und leichtes Dehnen, um den Kreislauf wieder in Gang zu bringen und die Beweglichkeit zu steigern.

Was essen und trinken?

Das Wichtigste während der Mittagspause: Nehmt ausreichend Flüssigkeit zu euch! Während des Skifahrens kommt das Trinken, selbst wenn man Tee oder Wasser dabei hat, oft viel zu kurz. Der erhöhte Flüssigkeitsbedarf des Körpers (Kälte, Höhe, körperliche Anstrengung) ist keineswegs zu unterschätzen – mindestens 1-1,5 Liter Flüssigkeit sollte man während eines Skitages zu sich nehmen und auch abends noch einmal die gleiche Menge trinken. Gut: Isotonische Getränke (Saftschorle im Verhältnis Wasser/Saft 2:1; alkoholfreies Weizenbier), Tee (gut auf der Piste, wärmt von innen) oder einfach nur Wasser. Weniger geeignet sind alkoholische Getränke zum Mittagessen, denn die Leistungsfähigkeit und das Reaktionsvermögen nimmt schon ab einer geringen Menge Alkohol im Blut ab – nicht umsonst passieren die meisten Skiunfälle nach dem Mittag. Zudem beeinflusst Alkohol die Regenerationsfähigkeit des Körpers negativ, daher Vorsicht beim Umgang damit, wenn ihr ohnehin schon mit Muskelkater oder Ermüdung zu kämpfen habt.

Bei der Speisenauswahl sind wenig Grenzen gesetzt, auch hier sind die Geschmäcker unterschiedlich. Klar ist: Wer eine fettige Haxe oder ein großes Schnitzel mit Pommes verdrückt, der wird schnell träge und braucht umso länger, um nach der Pause wieder auf Touren zu kommen. Optimal wäre ein leichtes Sportleressen, das schnell verdaulich ist und den Kohlenhydratspeicher wieder auffüllt. Putengeschnetzeltes mit Reis und Salat, Nudeln mit einer leichten Tomatensauce, eine Brotzeit mit leichtem Käse oder ähnliches ist mittags optimal. Esst lieber nicht zu schwer und zu viel, sondern sorgt dafür, dass ihr auch auf der Piste die Möglichkeit für einen Snack zwischendurch habt - mit Müsliriegeln, Obst oder der guten alten "Stulle" im Rucksack. So verhindert ihr Trägheit nach der Mittagspause durch zu schweres Essen und vermeidet gleichzeitig die Gefahr eines Hungerasts auf der Piste, weil ihr zu wenig oder zu leicht gegessen habt.

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