Dominik Paris ist der König der Streif 2013. Mit einer fantastischen Fahrt beim 73. Hahnenkamm Abfahrtsrennen verdrängte der Italiener den lange führenden Österreicher Max Franz zunächst von Rang eins und behauptete den Platz an der Sonne auch gegen den starken Erik Guay (CAN), der beim Traditionsrennen auf Platz zwei raste. Für die Österreicher blieb nur Rang drei durch Hannes Reichelt, Top-Favorit Aksel Lund Svindal kam nur auf Rang neun. Der Norweger hatte am Freitag den Super-G auf der legendären Streif knapp vor dem starken Youngster Matthias Mayer (AUT) und Wengen-Sieger Christof Innerhofer (ITA) für sich entschieden.

Super-G: Sander nicht dabei, Keppler 19., Svindal vorn

Der Super-G am Freitag ging ohne Andreas Sander (GER) über die Bühne: Der Deutsche hatte sich im Training bei einem Sturz einen Finger gebrochen und einen Haarriss im Handgelenk zugezogen. Somit war Stephan Keppler, der noch auf die WM-Teilnahme in Schladming hofft, der einzige DSV-Starter. Er wurde beim Super-G immerhin 19. – den Sieg machten allerdings andere Nationen unter sich aus. Der Schnellste war, wenig überraschend, Aksel Lund Svindal aus Norwegen, der in einer Zeit von 1:14,48 Minuten den jungen Matthias Mayer aus Österreich um 13 Hundertstel distanzierte und seinen dritten Super-G-Sieg der Saison einfuhr. Dritter wurde Weltmeister Christof Innerhofer aus Italien vor Kjetil Jansrud (NOR) und Erik Guay aus Kanada.

Abfahrt: Paris holt den Sieg nach Italien

Bei besten Bedingungen und strahlendem Sonnenschein, über 60.000 Fans im Zielraum und einer extrem anspruchsvollen Streif ging am Samstag dann die Abfahrt der 73. Hahnenkammrennen über die Bühne. In der Nacht zuvor war es eisig kalt gewesen, die Piste schnell und mit vielen Schlägen versehen – extrem anspruchsvolle Bedingungen. Die erste gute, wenn auch nicht fehlerfreie Fahrt gelang Georg Streitberger (AUT) mit der Startnummer drei. Er wurde allerdings direkt geschlagen von seinem Landsmann Max Franz, der sich unter dem Jubel der österreichischen Fans mit einer Zeit von 1:58,17 Minuten in Front setzte. Und wie stark seine Fahrt war, wurde schnell klar – denn die folgenden Fahrer konnten den 23-Jährigen nicht gefährden.

Erst Kjetil Jansrud, am Tag zuvor Vierter im Super-G, lieferte eine Zwischenbestzeit nach der nächsten. Doch auch der Norweger konnte den jungen Franz nicht vom Spitzenplatz verdrängen, 28 Hundertstel fehlten Jansrud, er reihte sich auf Rang zwei ein. Schockmoment dann kurz danach: Peter Fill verpasst die Einfahrt zum Brückenschuss, landet im Abfangzaun und macht einen spektakulären Rückwärtssalto – der Italiener blieb zum Glück unverletzt. Pech dann auch für Romed Baumann: Mit tollen Bestzeiten kam der Österreicher in den Zielbereich, ließ sich aber in der Traverse zu weit nach unten treiben, büßte enorm viel Tempo  ein und fiel weit zurück. Besser machte es Klaus Kröll, der erste der Favoriten, der stark und mit der höchsten Linie unterwegs war. Doch im Ziel reichte es auch für Kröll nicht: 12 Hundertstel fehlten dem erfahrenen ÖSV-Athlet schließlich auf Max Franz, der vorne blieb - am Ende war es Rang sechs für Kröll. Es folgte der nächste Sturz: Johan Clarey aus Frankreich, der zuletzt in Wengen einen Abfahrtsgeschwindigkeitsrekord aufgestellt hatte (161km/h), kam mit drei Zehnteln Vorsprung zur Traverse, rutschte dort aber aufgrund zu starker Innenlage weg und krachte in die Fangzäune.

Die weiteren Favoriten machten dann den Sieg unter sich aus: Dominik Paris gelang mit einer bestialischen Fahrt, perfekter Linie im so wichtigen unteren Bereich der Strecke und hoher Geschwindigkeit im Zielschuss die Siegerzeit 1:57,56 Minuten. Doch der Italiener musste noch mehrmals zittern, bevor sein Sieg feststand: Erik Guay (CAN) raste auf Rang zwei und war nur 13 Hundertstel langsamer als der spätere Sieger. Hannes Reichelt, Siegeshoffnung der österreichischen Fans, wurde mit 36 Hundertsteln Rückstand Dritter und auch Andrej Sporn auf Rang vier fuhr nur knapp am Sieg vorbei. Als dann Christof Innerhofer (ITA), nach einem Vorfall im Training – er war gestürzt, dann weitergefahren und erst mit einer gelben Flagge gestoppt worden - auf Startnummer 46 zurückgestuft, im Ziel angelangt war und Paris nicht vom Spitzenplatz verdrängte, stand der Triumph des 23-jährigen Paris fest. Für Stephan Keppler reichte es in der Abfahrt nur zum 29. Platz, die Schweizer mussten nach dem schlechtesten Super-G-Ergebnis der Geschichte am Freitag (bester Schweizer auf Rang 29)  auch am Samstag auf eine gute Platzierung verzichten - bester Eidgenosse wurde Patrick Kueng auf Platz 15.

Am Sonntag findet in Kitzbühel noch ein Slalom statt. Mehr zum Weltcup-Wochenende lest ihr ab Montag hier auf Skiinfo.