Tina Maze ist im Skirennsport aktuell das Maß aller Dinge und schickt sich an, in der Saison 2012/13 Fabelrekorde zu knacken. Bei ihrem Heimspiel in Maribor ließ sie sich nicht lumpen, fuhr den Sieg im Slalom ein und sicherte sich mit Platz zwei im Riesenslalom auch gleich die erste Trophäe.

Fallen die 2000 Punkte?

1654 Punkte hat Maze bereits gesammelt - und noch stehen zwölf Weltcups ins Haus. Rennen, bei denen Maze allemal für weitere Podiums gut ist. Bei den letzten 20 Weltcup-Starts stand sie dort immerhin 14mal, quer durch alle Disziplinen. Hält sie diesen Schnitt bei, dann wird auch der 2.000 Punkte-Rekord von Hermann Maier bald Geschichte sein. Setzt Maze ihren Lauf weiter fort, dann sieht es eher danach aus, als würde die Slowenin die scheinbar so hohe Hürde ganz locker reißen. Ihr aktueller Punkteschnitt pro Rennen beträgt immerhin 66,16 - hält sie den, dann wären noch unfassbare 793 weitere Punkte möglich. Addiert man alles, ergäben sich satte 2448 Zähler. Unmöglich?

Spekulationen mögen nicht viel Wert haben. Die Saison wird vor allem für die Allrounderinnen immer zum Ende hinaus lang und hart. Maze wird bei der WM noch einige Körner verschießen. Halten wir daher erst einmal fest: 'Amazing' Tina Maze fährt eine Saison, die ihresgleichen sucht, Rekorde explizit nicht ausgeschlossen.

Vonn verhindert Maze-Doppelsieg

Geschlagen wurde Maze nur durch eine andere Ausnahmeathletin: Lindsey Vonn. Die Amerikanerin ist ohne Zweifel wieder da und dürfte kurz vor der WM enorm von ihrer Pause nach Weihnachten profitieren. Bei der WM ist sie in fast allen Bewerben eine Sieganwärterin und könnte daher immerhin beim Großereignis Maze die Show stehlen. 

Zettel und Fenninger auf dem Stockerl bei WM-Generalprobe

Nicht schlecht - aber nicht ganz vorn waren in Maribor die Österreicherinnen. Die Plätze drei, fünf und sieben standen im Slalom für Kathrin Zettel, Michi Kirchgasser und Nicole Hosp zu Buche, dazu Top-15 Ergebnisse für Alex Daum und Bernadette Schild. Ein schöner Aufwärtstrend also, doch hofft man für Schladming im Lager des ÖSV noch auf das Comeback von Marlies Schild. Für Maribor reichte es noch nicht, Schladming ist aber nicht abgehakt. Im Riesen schaffte es Anna Fenninger hinter Maze aufs Podium, Zettel wurde Sechste, Kirchgasser 15. Mit diesem Ergebnis und einer Medaille wäre man bei der WM sicher nicht unzufrieden.

Rebensburg entthront

Über Jahre war der Damen-Riesenslalom die Quelle für deutsche Kristallkugeln. Kathrin Hölzl und Viktoria Rebensburg fuhren die nötigen Siege ein. In dieser Saison hakt es weiterhin. Die von einer Bronchitis angeschlagene Rebensburg schied mit Startnummer eins aus und musste damit quasi kampflos hinnehmen, wie Maze sich vorzeitig den Gesamtsieg in ‚ihrer‘ Disziplin sichern konnte. Fünf weitere Deutsche scheiterten an der Final-Qualifikation. Somit blieben nur Lena Dürr (27.) und Maria Höfl-Riesch für das Finale. Und Maria Höfl-Riesch findet im Riesenslalom noch am ehesten ihre Normalform wieder. Platz vier war erneut gut und sicherte ihr vorerst den zweiten Platz im Gesamtweltcup. Im Slalom folgte prompt der Rückschlag mit dem Ausfall nach nur rund zehn Fahrsekunden. "Irgendwie habe ich einen Schlag bekommen", rang die Olympiasiegerin nach Erklärungen.

Es läuft irgendwie nicht, und das so kurz vor der WM. Irgendwie kommt Höfl-Riesch immer nah ans Podium heran, aber es reicht dann doch nicht ganz. Seit Lake Louise (das war am 30. November 2012) war nicht mehr als Rang vier oder fünf drin – das aber gleich achtmal. Bei der WM ist man mit dieser Ausbeute der Depp mit den Holzmedaillen – aber ein kleiner Ausreißer nach oben dreht den ganzen Winter ins Gute. Daher macht Maria Höfl-Riesch jetzt das einzig richtige: Sie wird den City Event in Moskau auslassen - und sich lieber in Ruhe auf Schladming vorbereiten. Richtig gesund werden. Und dann das Stockerl anvisieren.  

Schweizerinnen schwach im Riesenslalom

Zwei Technikrennen der Damen - wieder kein absolutes Top-Ergebnis für die Schweiz. Immerhin: Wendy Holdener ist im Slalom stabil vorne dabei, wurde in Maribor wieder Zehnte. Mit Michelle und Dominique Gisin waren noch zwei weitere Fahrerinnen aus der Schweiz im Finale und belegten Rang 21 und 30. Im Riesenslalom war Letztere mit Platz 19 die beste aus ihrem Team, da Lara Gut ausschied und Fabienne Suter den Cut verpasste. Fazit: Im Slalom ist ein Aufwärtstrend erkennbar - WM-Edelmetall bleibt in weiter Ferne.

Shiffrin geschlagen

Keinen Sieg konnte am Wochenende Mikaela Shiffrin für sich verbuchen. Das US-Wunderkind führt allerdings dank Platz 13 weiterhin die Slalomwertung vor Maze an, wenn sie auch fast allen Vorsprung eingebüßt hat. Immerhin bleibt es in dieser Wertung noch spannend, denn auch Frida Hansdotter (in Maribor Zweite) und Veronika Velez-Zuzulova (Vierte) dürfen sich noch Chancen ausrechnen.   

Auch für die Damen geht es nun zum Kurztrip nach Moskau, ehe das Saison-Großereignis alle Aufmerksamkeit nach Schladming zieht.