Was für ein Finale der alpinen Ski-WM in Schladming (AUT)! In einem Wahnsinns-Slalom holte sich Marcel Hirscher die ersehnte Goldmedaille für Österreich. Er siegte in 1:51,03 Minuten knapp vor Felix Neureuther, der mit zwei ganz starken Läufen verdient Silber gewann und damit in den Kreis der ganz Großen aufsteigt. Bronze sicherte sich Mario Matt (AUT).

Myhrer gibt zunächst Tempo vor
Im Finaldurchgang des Slaloms in Schladming war alles angerichtet für eine WM-Party beim letzten Rennen der Titelkämpfe. Und die Athleten enttäuschten die vielen Zuschauer nicht. Um die Medaillen ging es spätestens, als Ivica Kostelic im Finale kam, der nach dem ersten Durchgang Zehnter war. Der Kroate fuhr stark und übernahm die Spitze. Alexis Pinturault und Benjamin Raich danach konnten diese Zeit nicht erreichen und erst der Schwede Andre Myhrer verdrängte Kostelic von der Spitze. Myhrer war im Endklassement Vierter, während Kostelic Fünfter wurde.

Dopfer fällt im Finale zurück
Manfred Pranger, ein weiterer Österreicher, schied dann aus und als nächster Fahrer stand Fritz Dopfer oben, immerhin Fünfter nach Durchgang eins. Doch wie schon beim Riesenslalom konnte Dopfer seine gute Ausgangsposition nicht nutzen und fiel etwas zurück. Am Ende blieb der siebte Rang für Dopfer. Manfred Mölgg danach fädelte früh ein und damit standen nur noch drei Fahrer oben: Mario Matt, Felix Neureuther und Marcel Hirscher.

Neureuther holt sich verdient die Medaille
Matt konnte mit einem starken und technisch sauberen Lauf glänzen und übernahm die Führung. Das Stadion war da schon ein Hexenkessel und die Österreicher hatten bereits eine Medaille sicher. Doch dann kam Felix Neureuther und fuhr wie schon in der gesamten Saison extrem konstant und sicher. Mit viel Aggressivität im Steilhang schlug er die Zeit von Matt. Das war die erhoffte Medaille für den 28-Jährigen! Was für ein Erfolg!

Hirscher hält Druck stand
Doch das Rennen war noch nicht vorbei, denn die Hoffnung von ganz Österreich stand noch oben und sollte das Gold holen. Und Marcel Hirscher lieferte ab. Oben schon sehr gut unterwegs, fuhr er auch im Steilhang ganz souverän durch den Stangenwald und schlug Neureuther. Gold für Österreich und die Planai bebte. Damit holte der ÖSV am Ende noch zwei Medaillen und sorgte für einen perfekten Abschluss dieser WM.

Schweizer weit zurück
Neben Neureuther und Dopfer fuhren aus Deutschland noch Stefan Luitz und Phlipp Schmid mit. Luitz kam auf Rang 21, während Schmid im ersten Durchgang ausschied. Bester Schweizer beim Slalom war Markus Vogel auf dem 17. Platz direkt vor Marc Gini.

Medaillenspiegel
Damit liegt im Medaillenspiegel am Ende die USA mit vier Goldmedaillen ganz vorne. Österreich beendet die WM mit insgesamt acht Medaillen, darunter zweimal Gold. Viermal Edelmetall holte der DSV und erfüllte damit deutlich die Erwartungen. Neben Maria Höfl-Riesch ragte natürlich die Silbermedaille von Felix Neureuther im Slalom heraus, der zum ersten Mal seit 2001 Edelmetall für die deutschen Herren holte bei einer WM.