Mit einem Sieg in der letzten Super-Kombination der Saison und Platz vier in der Abfahrt hat die Slowenin Tina Maze sich überaus vorzeitig den Gesamtweltcup 2012/13 gesichert. Mit fast 1000 Punkten Vorsprung ist ihr die große Kugel Wochen vor Saisonende rechnerisch nicht mehr zu nehmen.

Maze ist der Konkurrenz enteilt

Eigentlich war es schon lange entschieden, nun ist auch die Mathematik sicher: Tina Maze ist die beste Skifahrerin der aktuellen Saison. Sie ist die erste Slowenin, die die große Kristallkugel wird stemmen dürfen. In den verbleibenden neuen Rennen könnte Maria Höfl-Riesch als erste Verfolgerin maximal noch 900 Punkte holen - ihr Rückstand ist bereits größer. Sieg Nummer 19 im Weltcup, der achte in dieser Saison, brachte Maze auch der magischen 2.000-Punkte-Marke wieder deutlich näher. Nur notorische Pessimisten werden erwarten, dass Maze diese Hürde nicht locker nimmt. Es ist eben ein Rekordjahr für 'Amazing Tina' - wenn sie ihren aktuell 18 Podiumsplätzen noch einen hinzufügt, hat sie auch hier eine neue Bestmarke hingelegt.

Ein Tag für die Ski-Geschichte

Von einem "historischen Tag" sprach Maze denn auch selbst. "Für Slowenien, für unser kleines Team", strahlte sie und machte klar, dass sie auch jede der noch offenen kleinen Kristallkugeln erringen will. Im Riesenslalom steht sie auch bereits als Siegerin fest. Maze könnte bei optimalem Verlauf sogar noch alle Kugeln gewinnen.

Höfl-Riesch kämpft um Abfahrtskugel

Den kompletten Siegeszug der Slowenin kann Maria Höfl-Riesch verhindern. In der Abfahrt zeigte sie ein starkes Rennen und wurde - völlig überraschend - im Ziel noch von der Spanierin Carolina Ruiz Castillo abgefangen. Sie feierte den ersten spanischen Abfahrtserfolg überhaupt. Ein solcher Lucky Punch verdient Respekt! Die Deutsche konnte aber die stärksten Konkurrentinnen Maze, Stacey Cook, Alice McKennis, Daniela Merighetti und Anna Fenninger hinter sich lassen, was zu einer sehr spannenden Konstellation in der Königsdisziplin zwei Rennen vor Schluss führt: Das Klassement führt dort noch recht klar die verletzte Lindsey Vonn (340) an, gefolgt von Maze (239), Cook (215), Höfl-Riesch (212), McKennis (198), Merighetti (196) und Fenninger (191). Alle können die Trophäe noch gewinnen - wer in Garmisch am kommenden Wochenende triumphiert, hat die besten Karten. Schalten sich die Abfahrerinnen gegenseitig aus, ist auch ein neuerlicher Gewinn der Kugel für Vonn noch möglich.

In der Superkombi verpatzte die deutsche Weltmeisterin hingegen die gute Ausgangsbasis - im Slalom von Meribel schied sie aus, Veronique Hronek überzeugte hingegen als Sechste. Viktoria Rebensburg trat nur in der Abfahrt an und musste sich dort mit Rang 23 begnügen.

Hosp und Kirchgasser top in der Kombi

Aus Sicht des ÖSV war die Kombination das Highlight des Wochenendes. Die beiden WM-Medaillengewinnerinnen Hosp und Kirchgasser unterstrichen ihren aktuellen Formtrend und vervollständigten das Podium hinter Siegerin Maze. In der Abfahrt war Regina Sterz als Fünfte Beste ihres Teams, gefolgt von Platz neuen für Liz Görgl - ein kleiner Schritt nach vorn. Kein gutes Ergebnis konnte Anna Fenninger einfahren - nur Rang 19 blieb für sie in der Abfahrt stehen.

Schweizerinnen: Kamer bleibt dran

Auch die Schweizerinnen haben noch Grund zu hoffen. Nadja Kamer wurde Abfahrts-Sechste und hat damit rechnerisch mit 180 Zählern noch alle Chancen auf die Abfahrtskugel. Mindestens ein Sieg und ein weiteres Top-Ergebnis müsste dafür aber noch her. Gleiches gilt für Lara Gut (178) - so eng ist das Feld nach dem Ausfall von Lindsey Vonn zusammen gerückt. Gut kam in Meribel über Platz zwölf allerdings nicht hinaus und lag damit noch hinter Fränzi Aufdenblatten (11.). Fabienne Suter komplettierte als 14. das Quartett in den Top 15 - die Mannschaftsleistung stimmt. In der Kombi lief es erwartungsgemäß weniger gut - es war Lara Gut auf Rang acht vorbehalten, für das Top-Ergebnis zu sorgen. Marianna Kaufmann-Abderhalden belegte den guten Rang elf.

Weiter geht es nun mit den spannenden Speed-Entscheiden in Garmisch-Partenkirchen. Auf der Kandahar werden mit Sicherheit viele Kugelanwärterinnen für die Abfahrt aus dem Rennen fallen.