Garmisch-Partenkirchen, ein Ort der nicht nur deutschen Skifans bekannt ist. Immerhin fanden in der bayrischen Gemeinde am Alpennordrand bereits einmal Olympische Spiele (1936) und zwei Mal Skiweltmeisterschaften statt - zuletzt erst im Jahr 2011. Die dazu gehörigen Skibewerbe fanden jeweils im Skigebiet Garmisch Classic auf der legendären Kandahar statt. Was viele aber gar nicht wissen: Es gibt auch ein Gletscherskigebiet in Deutschland und dieses findet sich unweit von Garmisch-Partenkirchen auf dem Gletscher der Zugspitze.
Berg der deutschen Superlative
Der höchste Berg Deutschlands bietet mehrere Superlativen: neben dem höchsten Restaurant und höchsten Biergarten Deutschlands liegt hier auch das höchstgelegene Skigebiet der Bundesrepublik - und dieses Skigebiet hat für Skifahrer jeglichen Könnens einiges zu bieten. Denn auf den 22 Pistenkilometern lässt sich für (beinahe) jeden etwas finden: so gibt es schön breite und einfache blaue Pisten für Einsteiger, einige anspruchsvolle, aber auch nicht „überharte“ rote Strecken für gute Skifahrer und die Freerider finden im Gebiet jede Menge Off-Piste- Action.
Schneesicherheit dank großer Höhe
Schneesicherheit ist dabei an der Zugspitze gar kein Problem – das Gletscherskigebiet beginnt auf 2000 Meter über dem Meer und erstreckt sich bis auf 2720 Meter. Die Saisondauer auf der Zugspitze ist sieben Monate, ein Umstand, der viele Skifanatiker gerade dann auf die Zugspitze lockt, wenn in anderen Skigebieten noch nicht oder nicht mehr gefahren werden kann.
Wer auf die Zugspitze skifahren möchte, sollte aber etwas Geduld mitbringen: Mit der Zahnradbahn braucht man circa 45 Minuten vom Eibsee auf den Gletscher. Mit der Seilbahn geht es über den Gipfel schneller ins Skigebiet. Wenn es auch im Tal viel Schnee hat, empfiehlt es sich, hinab ins Tal die Zahnradbahn zu nehmen, denn nach dem Tunnel kann man beim Riffelriss die Bahn verlassen und zusätzliche Abfahrtskilometer in Angriff nehmen.
Moderne Liftanlagen
Die Bahnen am Zugspitz-Gletscher sind technisch auf dem neuesten Stand. Neben gletschertypischen Schleppliften findet ihr auch zwei neue, kuppelbare Sesselbahnen mit Bubble, die auch bei kaltem Wind höchsten Komfort beim Lifteln garantieren. Wer sich gerne abseits der Pisten bewegt, sollte sich am Gletscher vor allem auf die Sesselbahn Wetterwandeck und den „Weisses Tal“-Schlepplift konzentrieren. Denn hier finden sich viele Möglichkeiten und auch an Tagen, an denen viel los ist, findet man noch Hänge, in denen man frische Lines ziehen kann. Die Abfahrten von der Bergstation des Wetterwandeck hinunter zum Brunntal sollte man unbedingt unter die Ski nehmen, sie sind besonders lohnenswert.
Wer steile Pisten zum Carven sucht, der ist am Sonnenkar-Lift richtig. Die beiden roten Pisten hier bieten sportliche Herausforderung und genügend Platz zum Schwingen. Anfänger tummeln sich vor allem im Bereich der beiden Schlepplifte zum Schneefernerkopf: Hier verläuft die Piste auf dem Gletscher sehr sanft und bietet genug Platz, um sich ans Skivergnügen heranzutasten. Falls man mit der Zahnradbahn auf den Gletscher fährt, sollte man auf keinen Fall den Gipfel der Zugspitze links liegen lassen: Die Aussicht ist atemberaubend und mit der Gletscherbahn ist man in wenigen Minuten am höchsten Punkt Deutschlands.
Tipps und Empfehlungen:
1. Ab zwei Tagen gibt es die Top-Snow-Card, mit der man sich in den Skigebieten Garmisch Classic, auf der Zugspitze und auch auf den Skigebieten der österreichischen Zugspitz-Seite frei bewegen kann. Damit erschließt man sich einige absolute Top-Skigebiete zu einem fairen Preis. Auch im tiefsten Winter kann sich dabei ein Besuch am Gletscher lohnen: Denn wenn in den tieferliegenden Skigebieten die Wolken festhängen, herrscht am Gletscher oft strahlender Sonnenschein!
2. Am Gletscher findet ihr zwei ein Restaurants – das Gletscherrestaurant SonnAlpin und den Gletschgarten. Hier isst man gut und zu vernünftigen Preisen. Wer aber eine Alternative sucht, sollte auf die Zugspitze hinauffahren, denn dort befindet sich Deutschlands höchstes Restaurant – die Gipfelalm, einen bayerischen Biergarten und auch ein Kaffeehaus – die Panorama-Lounge 2992.
3. Wer sich für das Thema Freeriden interessiert, bisher aber den Einstieg noch nicht gewagt hat, der sollte sich einmal die Freeride-Kurse auf dem Zugspitz-Gletscher anschauen. Hier werden beim powdern mit einem Guide die Grundzüge der Sicherheit im freien Skigelände erlernt.
4. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: In Bayern gehört eine Weißwurst und ein Weißbier zu einer zünftigen Brotzeit einfach dazu, das sollte man sich also auf keinen Fall entgehen lassen. Richtige Bayern nehmen die Weißwurst aber am Vormittag zu sich, „so g’hört sich des nämlich“.
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