16 der weltbesten Snowboarder versammelten sich im kanadischen Baldface in British Columbia und präsentierten das nächste Level des Snowboardens, denn der Red Bull Ultra-Natural 2013 war diesmal mehr als nur ein typischer Snowboard Contest. Er vereinte die besten Eigenschaften des Snowboardens in einem Event und präsentiert ein perfektes Setup in dem Progression mehr als nur ein Wort ist. Es gibt selten Momente, in denen man Zeuge echter Paradigmenwechsel sein darf. Solch einen besonderen Moment miterleben zu können, in dem bestehende Denkmuster schlagartig nicht länger relevant sind, das war der diesjährige Ultra-Natural. Am Besten genutzt hat diesen Moment der Österreicher Gigi Rüf und sensationell die zweite Auflage des Backcountry Snowboard Wettbewerbs, tief versteckt in der Wildnis Kanadas gewonnen Nicolas Müller aus der Schweiz und der Amerikaner Bryan Fox folgten ihm mit den Plätzen zwei und drei auf das hölzerne Podium.
Red Bull Ultra-Natural, der sich 2012 noch Super-Natural nannte, fand heuer bereits das zweiten Mal statt und ist der wohl spektakulärste Big Mountain Freestyle und Freeride Snowboard Contest. Mit eine Wetter-Fenster, der Waitingperiod, von 7 Tagen war das Event in diesem Jahr auf den 15. bis 21. Februar angesetzt. Ein Kurs mit diesen Dimensionen, mit mehr als 80 Elementen in einem Hang von 45 Grad und mehr Neigung konnte nur der Idee einer wahren Ikone des Snowboardens entspringen: Ausnahmetalent und Art of the Flight Star Travis Rice. Mit massiven Super-Kickern und einer Vielzahl spielerischen Übergängen, die alle in den ultimativen Backcountry Kurs eingebaut wurden. Mit verschiedenen Startmöglichkeiten, Kurselementen und einem aktualisierten Contest-Format, bekamen die Fahrer des Red Bull Ultra-Natural 2013 mehr kreative Optionen als bisher vorstellbar.
Die Startreihenfolge wurde zu Beginn der 7-tägigen Waiting-Period mit einer Art Holzfäller-Triathlon entschieden: Jeder Fahrers musste dabei Holz über eine bestimmte Strecke tragen, das Holz hacken und mit der Axt auf ein festes Ziel werfen, um seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Auf Grundlage der erreichten Zeit konnte jeder Fahrer schließlich entschieden, an welcher Position er starten wollte. Spätestens jetzt kamen bestimmte Strategie ins Spiel, denn einige beschlossen, eher gegen Ende zu starten, damit sie die Lines der anderen Fahrer beobachten konnten. Andere hingegen ergriffen die Gelegenheit und gingen das Risiko ein eher früher zu starten und so einen unverspurten Hang fahren zu können.
So Pat Moore, denn er hatte keine Angst, als Erster zu starten.
Es braucht eine gewisse Art von Menschen, die es wagen sich als Erste zu trauen, Pat ist so ein Mensch. Pat Moore war entschlossen zuerst zu starteten. Sein erster massiver Air war das Maß der Dinge für den Rest des Contests. Im Verlauf der ersten Runde wuchs die Zahl der Highlights exponentiell mit jedem neuen Run, denn jeder Fahrer zeichnete seine eigene, einzigartige Vision und seinen persönlichen Style in den Kurs.
Die perfekte Verbindung von Turns und Airs nennt man Terje
Terje Haakonsen erteilte eine Lehrstunde im Freeriding und beendete den Tag mit dem vierten Platz. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten, Turns und Airs miteinander zu verknüpfen ist einzigartig. So etwas hat man auf einem Snowboard bisher nie gesehen. Terje ist einfache eine Legende, ihn zu beobachten, wie er den Kurs förmlich zerrissen hat, ist etwas, das ich man so schnell nicht vergessen wird.
Bryan Fox
Einer der beliebtesten Fahrer stieg auf das dritte Stockerl, Bryan Fox. Wer ihn jemals zuvor snowboarden gesehen hat, der weiß, wie gut er wirklich in dieser Art von Gelände fahren kann. Er ist ein Snowboard Snowboarder. Das ist einfach eine Tatsache, die am deutlichsten nach dem Wettbewerb wurde, als die anderen Fahrer alle super begeistert waren, dass Fox auf dem Podium stand.
Nicolas mit dem Meisterwerk zwischen den Bäumen
Silber ging an Nicolas Müller. Ihn auf dem Snowboard zu sehen, hat den Eindruck einen großen Künstler bei der Arbeit zu beobachten. Der Prozess der Schöpfung sorgt mitunter für Verwirrung, verfolgt man seine Runs, doch die faszinierende Schönheit seines letzten Airs, das Meisterwerk wiegt das auf und erklärt die Sinnhaftigkeit seiner Linienwahl. Nicolas Müller fährt einerseits kraftvoll und doch sehr präzise, die Mischung von großartigem Style mit absoluter Kontrolle, lässt seine Runs unglaublich leicht und geschmeidig aussehen.
Das Podium des RB Ultra-Natural
Nach seinem zweiten Platz vergangenes Jahr, kam Gigi Rüf zurück nach Baldface um dem Sieg nach Hause zu gehen. Sein Style ist einfach zeitlos und der Frontside 360 des ersten Laufs war einfach der beste Trick des Tages. Für Gigi war es ein absolut verdienter Sieg und sehr wichtig für ihn diesmal den ersten Platz beim Red Bull Ultra-Natural zu holen.
Gigi Rüf war an diesem Tag einfach der Beste und zeigte den komplettesten Run, es lief einfach perfekt, wie er nach der Siegerehrung sagte: „Keine Ahnung, ich hatte auf jeden Fall auch etwas Glück. Ich kann es wirklich noch nicht ganz glauben, dass ich gewonnen habe. Ich glaube schon an das Glück und den Zufall. Ein Freund erzählte mir von einem großen Sprichwort, das besagt, dass wahre Sieger Gewinner kein Glück brauchen. Ich denke aber, dass heute schon ein bisschen Glück dabei war. Schon deshalb, weil Mutter Natur mitgespielt hat und mir in die Karten und in meine Vision gespielt hat.
Gigi lässt Snowboarden so einfach aussehen
„Die Red Bull Ultra-Natural war der beste Snowboard Contest, den ich bisher gesehen habe,“ so Gigi Rüf nach der Siegerehrung. „Ein besonderer Dank geht definitiv an Travis Rice, Red Bull, Baldface Lodge und all diejenigen, die dazu beigetragen haben, dieses großartige Event auf die Beine zu stellen, sie haben es verstanden, worum es im Snowboarden wirklich geht!“
Ergebnisse
1. Gigi Rüf 82.6
2. Nicolas Müller 76.4
3. Bryan Fox 44.6 75.4
4. Terje Haakonsen 66.2
5. David Carrier-Porcheron 62.2
6. Mark McMorris 61.6
7. Eero Niemela 61.0
8. Pat Moore 59.0
9. Lucas Debari 57.2
10. Travis Rice 56.2
11. Jussi Oksanen 55.4
12. Bode Merrill 48.8
13. Jake Blauvelt 48.0
14. Wolfgang Nyvelt 45.6
15. Torstein Horgmo 44.8
16. Mikey Rencz 40.0
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