Wer schon einmal das Hochgefühl des Tiefschneefahrens erlebt hat, wird dir erzählen, dass es das ultimative Snowboarden ist. Leidenschaftliche Snowboarder investieren viel Zeit, Geld und Energie für Reisen um die ganze Welt auf der Suche nach frischem und unverspurtem Pulver. Um das Fahren in Tiefschnee wirklich schätzen zu können, musst du ein paar Anpassungen vornehmen. Dies liegt daran, weil du nun tatsächlich im Schnee fahren wirst, anstatt nur darauf, wie du es in der Regel auf präparierten Pisten machst. Bevor du jedoch in das Thema eintauchst, solltest du auch sicher sein, deine Turns auf präparierten Pisten problemlos miteinander verbinden zu können.

Tiefschnee finden

Frischen Pulverschnee zu finden könnte eine deiner größten Herausforderungen werden, denn er hält nicht lange. Um deine Chancen zu erhöhen, solltest du früh raus und direkt zum Sessellift fahren, um auch der Erste zu sein bevor er öffnet, so dass du die erste Abfahrt möglichst alleine genießen kannst. Tagsüber musst du dann schon intensiver suchen, um noch unverspurte Hänge zu finden. Helfen wird dir dabei sicherlich niemand im Wintersportgebiet, denn wahrscheinlich werden alle anderen ebenso Lust auf die erste Linie haben …

Auf geht’s

Als Erstes brauchst du natürlich frischen Pulverschnee. Wenn möglich besonders viel davon. Am besten beginnst du an einem weniger steilen Hang mit einem schönen Auslauf. Fahr den Hang mit einigermaßen hoher Geschwindigkeit geradeaus hinunter, so dass dein Board eher an der Oberfläche durch den Pulverschnee gleitet und leichter zu steuern ist. Gib nicht zu viel Druck auf den vorderen Fuß, sonst könnte die Nose deines Snowboards eintauchen und du stürzt. Beim Fahren im Tiefschnee, verlagerst du den Körperschwerpunkt eher auf den hinteren Fuß, so dass dein Brett besser ‚aufschwimmt’. Falls du ohnehin planst, den ganzen Tag im Tiefschnee zu fahren, kannst du auch deine Bindung weiter hinten montieren. Das erleichtert an Pulvertagen, das Gewicht besser zu verteilen.

Während du durch den Schnee schwebst, kannst du leichte Hüpfbewegungen (auf- und abfedern) einbauen, so dass dein Brett tiefer und flacher durch den Schnee springt. Gleichzeitig versuchst du deine Beine und Füße hoch zu ziehen, so dass dein Snowboard an die Oberfläche kommt. Das gibt dir einerseits ein Gefühl für die aktuelle Schneebeschaffenheit und du kannst zudem diese Technik später auch für Schwünge einsetzen.

Tiefschnee Turns

Mit der zuvor praktizierten Federungs- und Abdruck-Technik kannst du einen Schwung einleiten sobald sich dein Brett am höchsten Punkt deiner Hüpfbewegungen, nahe der Schneeoberfläche befindet. Versuche einen Rhythmus zwischen den Feder- und Schwungbewegungen zu finden, so dass du allmählich nahtlos deine Schwünge miteinander verbindest und den gesamten Hang mit wenig Aufwand hinunter surfen kannst.

Aufstehen

Nach einem Sturz im Tiefschnee wieder aufzustehen gestaltet sich mitunter etwas kompliziert – das liegt ganz einfach in der Sache der Natur des Schnees. Allgemeinen wirst du es wahrscheinlich leichter finden über die Frontside aufzustehen. Falls du nach vorne gefallen bist, musst du dafür nur umdrehen. Versuche dabei, dein Snowboard stets an der Schneeoberfläche zu halten und vermeide, dass es im Schnee begraben wird. Andernfalls wirst du das Gefühl haben, dich nicht mehr bewegen zu können.

Deine Geschwindigkeitskontrolle

Achte bei Pulverschnee darauf, nicht in flachem Gelände zu stranden und plane deine Route vorausschauend. Wenn du dein Snowboard überwiegend gerade den Hang hinunter gleiten lässt, dann kannst du die Geschwindigkeit über flachem Gelände erhalten. Wenn du dennoch langsamer wirst, dann versuche in den Spuren anderer zu fahren, denn das reduziert den Widerstand. Im Tiefschnee zu bremsen ist vermutlich weniger ein Problem. Dafür brauchst du nur in tiefen Pulverschnee fahren und einen Schwung machen.

Rechne mit einem Geländewechsel und anderen Bedingungen, sobald du von einer präparierten Piste in den Tiefschnee fährst oder umgekehrt, und pass deine Gewichtsverteilung entsprechend an. Die plötzliche Verzögerung oder Beschleunigung kann zu einem Überschlag führen oder dein Brett kann unter dir wegrutschen. Viel Spaß!