Es war ein historisches Ereignis, dem die Zuschauer des Damen-Weltcups in Garmisch-Partenkirchen zusehen konnten: Tina Maze gewann das hiesige Abfahrtsrennen und knackte damit den aus dem Jahr 2000 bestehenden Punkterekord von Hermann Maier. Bereits am nächsten Tag legte sie mit Platz vier weitere Zähler oben drauf. Zwischenstand: 2074 Zähler. Fazit: Wahnsinn!

Rekord – für die Ewigkeit?

Nicht nur die nackten Zahlen sind beeindruckend, auch die Art und Weise, wie Maze die Umstände wegsteckte. Eine Morddrohung war gegen die Slowenin eingegangen, die Polizei schützte Maze und verfolgte sie auf Schritt und Tritt. Zum Glück passierte weiter nichts, aber der Schrecken fuhr beim abschließenden Super-G wohl ein wenig mit. Dennoch wurde Maze Vierte. Insgesamt schraubte sie den Rekord für Podiumsplatze in einer Saison nunmehr auf 19 und sicherte sich die besten Ausgangspositionen, um auch in Super-G und Abfahrt Weltcupsiegerin zu werden. Ob diese Saison von ihr jemals übertroffen werden kann, ist schon jetzt fraglich.

Abfahrt: Maze vor Höfl-Riesch

Für Maria Höfl-Riesch war der Heim-Weltcup ein rundum gelungenes Wochenende. Zwar gelang der 25. Weltcupsieg nicht - aber mit den Plätzen elf, drei und zwei darf sie zufrieden sein. Der größere Wermutstropfen war dann schon, dass es ihr nicht gelang, in der Abfahrt ein paar Pünktchen auf Maze gutzumachen - im Gegenteil. So führt hier immer noch die verletzte Lindsey Vonn (340) das Feld an, allerdings mit nur noch einem Punkt vor Maze (339), die wiederum 67 Punkte vor Maria Höfl-Riesch liegt. Fährt Maze also in der Abfahrt von Lenzerheide erneut aufs Podest, ist die Entscheidung zu ihren Gunsten gefallen. Scheidet Maze aus und die Deutsche käme nicht über Platz drei hinaus, könnte sogar Vonn noch triumphieren. Für Höfl-Riesch zählt hingegen nur ein Sieg, will sie die kleine Chance auf die kleine Kugel noch nutzen.   

Super-G: Mancuso ist noch im Rennen

Ähnlich sieht die Situation im Super-G aus. Hier hat Maze 420 Zähler gesammelt und damit 55 Punkte Vorsprung vor Julia Mancuso. Die Amerikanerin verpasste den Sieg im ersten Rennen knapp. Dort setzte sich erstmals in ihrer Karriere Tina Weirather durch und feierte die vielumjubelte Premiere auf dem obersten Stockerl-Platz. Den zweiten Super-G gewann Anna Fenninger, Mancuso platzierte sich hier hinter Höfl-Riesch und vor Maze erneut auf dem Treppchen. Ein starkes Wochenende der Amerikanerin!

Fenninger strahlt: Knoten geplatzt

Im Dezember hatte Fenninger den Riesenslalom am Semmering gewonnen, danach kam eine schwierige Heim-WM und einige weniger erfreuliche Rennen - nun scheint die Salzburgerin wieder frei im Kopf zu sein. "Heute habe ich das Glück auf meiner Seite gehabt. Das freut mich extrem!", jubelte sie - offenbar setzte der Ort ihres WM-Erfolgs von 2011 Kräfte frei. Platz vier und eins - ein tolles Rennwochendende. Gut schlugen sich aus Sicht des ÖSV auch Nicole Hosp (Fünfte und Sechste im Super-G), Nicole Schmidhofer (Achte) sowie in der Abfahrt Stefanie Moser als Fünfte.

Rebensburg und Hronek mit Top-Ten-Ergebnissen

Auch das deutsche Team kam beim Heimspiel ordentlich weg. Neben Leaderin Höfl-Riesch kam Viky Rebensburg immerhin zu Platz zehn in beiden Super-G-Rennen sowie Rang acht in der Abfahrt, sie ist damit in beiden Speed-Disziplinen jeweils für das Weltcupfinale qualifiziert. Am Sonntag bedeutete Platz zehn, dass sie nur drittbeste Deutsche war, denn Veronique Hronek preschte bis auf Rang fünf nach vorn und damit zu ihrem besten Weltcup-Ergebnis. Auch Hronek ist damit in der Lenzerheide im Super-G dabei - Glückwunsch!

Lara Gut beste Schweizerin

Den Schweizerinnen hat die Liechtensteinerin Weirather in Garmisch die Show gestohlen, wenn auch viele Fans der Eidgenossen diesen Erfolg mitbejubelten. Das eigene Team kam im ersten Super-G über Rang 13 für Fränzi Aufdenblatten nicht hinaus, Lara Gut konnte dafür in der Abfahrt als Vierte glänzen und war als Siebte im Schlussrennen erneut beste Schweizerin vor Fabienne Suter (Neunte). Nadja Kamer hatte sich in einem Sturz am Freitag eine Schienbeinkopf-Verletzung zugezogen. Noch schlimmer ging der Sturz der Amerikanerin Alice McKennis in der Abfahrt aus: Sie brach sich den Schienbeinkopf und musste die Saison sofort beenden.

Weiter in Ofterschwang

Vor dem Saisonfinale in Lenzerheide treten die Damen in Ofterschwang noch einmal zu Technik-Wettbewerben an. Mit Spannung wird vor allem der Slalom erwartet - hier führt Tina Maze derzeit (noch) nicht das Feld an sondern verfolgt die Amerikanerin Mikaela Shiffrin. Die Riesenslalom-Wertung hat die Slowenin hingegen schon sicher.