Tina Maze wird nicht den vielbesprochenen Grand Slam, also den Gewinn aller Kristallkugeln in einem Jahr erreichen. Nebel machte der Slowenin einen Strich durch die Rechnung. Am 13. März war in der Lenzerheide bei hartnäckigem Nebel an ein Rennen nicht zu denken. Da ausgefallene Rennen beim Finale nicht nachgeholt werden können, ist damit die Entscheidung kampflos gefallen.

Kein Showdown
Dichte Nebelschwaden in der Lenzerheide haben den Abfahrern ihr Finale geraubt. Die eigentlich für 9:30 Uhr angesetzte Abfahrt der Herren wurde wegen Nebels wieder und wieder verschoben und gegen 14 Uhr endgültig abgesagt. Damit bekamen Klaus Kröll, Dominik Paris und Christof Innerhofer nicht die Chance, den Leader Aksel Lund Svindal noch abzufangen. Der Norweger gewinnt den Abfahrtsweltcup erstmals und steht auch im Super-G als vorzeitiger Sieger fest. Svindal selbst wiederum hat damit seine kleine Hoffnung verloren, den im Gesamtweltcup führenden Marcel Hirscher noch einmal anzugreifen. „Damit ist das Rennen offiziell vorbei“, sagte Svindal selbst.

Und doch wieder Vonn
So kann es gehen: Vor zwei Jahren spuckte Lindsey Vonn noch Gift und Galle - damals fiel auch ein Rennen beim Finale aus und Maria Höfl-Riesch gewann deshalb den Gesamtweltcup. Nun ist Vonn Nutznießerin derselben Regel - und Tina Maze guckt in die Röhre. Die Slowenin wurde vom Nebel wohl um einen einmaligen Rekord betrogen, denn so schnell wird kaum jemand mehr alle Disziplinenweltcups gewinnen können. Einen Punkt Rückstand hatte sie noch auf die seit Februar verletzt fehlende Lindsey Vonn. Die gewinnt die Kugel nun zum sechsten Mal in Serie. Dass sie trotz langer Abwesenheit noch vorne liegt, bestätigt immerhin ihre Klasse. Die Kugel dürfte ein kleines Trostpflaster auf einer verkorksten Saison der Amerikanerin sein.

Donnerstag: Super-G
Für die Fans ist der Ausfall der spannenden Entscheidungen bitter. Auch Maria Höfl-Riesch hatte in der Abfahrt noch gute Chancen auf Kristall und hatte zudem im Training gute Läufe gezeigt. Die Unberechenbarkeit des Outdoor-Sports machte allen einen Strich durch die Rechnung. Morgen steht nun die vergleichsweise langweilige Entscheidung im Super-G an. Bei den Herren ist dort bereits alles klar. Bei den Damen hat Tina Maze alle Trümpfe in der Hand - ihre verbliebene Gegenspielerin ist Julia Mancuso.