Auch die deutsche Bilanz fällt gemischt aus. Zunächst: Man hat sich beim DSV punktetechnisch steigern können. 4818 Punkte weist der Nations Cup aus, das sind knapp 600 mehr als 2012. Das Plus haben dabei die Männer erwirtschaftet. Die Damen haben leicht verloren, sorgen mit 2895 Punkten aber immer noch für den Löwenanteil der Punkteausbeute. Sieben Einzelsiege, 73 Top-Ten Plätze, das ist ebenfalls kein Schritt zurück (2012: 8 Siege, 64 mal Top-Ten). Dazu kommt der Sieg in Nations Team Event. Es wurde aber seit langem auch keine Kugel mehr gewonnen. Und in der Breite ist man nicht besser aufgestellt.

Das war gut:

Die tolle Herrensaison bei den Technikern. Angeführt von einem bärenstarken Felix Neureuther, der 2012/13 endlich aus dem Schatten seiner prominenten Eltern herausgetreten ist und seine eigene Erfolgsgeschichte schrieb. Fritz Dopfer hatte zu Saisonende mehrere kleine Stürze und erreichte nicht ganz das Niveau des Vorjahres. Stefan Luitz überraschte mit einem zweiten Platz zu Saisonbeginn und fiel dann mit Kreuzbandriss leider aus. Er ist und bleibt eines der wenigen Top-Talente.

Bei den Damen darf man über Platz zwei für Maria Höfl-Riesch nicht meckern, zumal sie bei der WM die Saison herausriss. Es fehlte manchmal der letzte Biss, um wieder mal um die große Kugel mitzukämpfen. Nur ein Sieg - da gelang Viktoria Rebensburg in einer sonst durchwachsenen Saison sogar einer mehr. Sie konnte aber ihre Leistung im Riesenslalom nicht bestätigen. Lena Dürr gewann überraschend den City Event in Moskau, konnte aber wie Christina Geiger sonst nicht an die Erwartungen anknüpfen. Veronique Hronek hingegen kam besonders zum Saisonende gut in Fahrt.

Das war schlecht:

Explizit unzufrieden darf man mit der Ausbeute der Speed-Herren sein - da kam nicht viel. Kein Deutscher war in Lenzerheide noch dabei, das ist ein Rückschlag, zumal die Mannschaft sich eigentlich schon herangearbeitet hatte. Hoffen dürfen die Fans auf Tobias Stechert, der sich nach einem tollen fünften Platz in Lake Louise schnell verletzte. Sepp Ferstl kam als Neunter in Garmisch zu einem Achtungserfolg.

Wo steht der Nachwuchs?

Außerdem muss sich der DSV fragen, wo der Nachwuchs steht. Bei der Junioren-WM waren die Deutschen weit von den Medaillen entfernt. Im Europacup, wo die Talente auf die große Bühne vorbereitet werden und sich Fix-Startplätze erkämpfen können, spielten die DSV-Athleten keine Rolle. Hier haben andere Länder mehr Zukunft in ihren Reihen.