Ortovox bringt im Herbst 2013 die erste vollflächige Merino Hardshellgarnitur auf den Markt. Auf der Innenseite der neuen Freeride-Kollektion (Hose und Jacke), die es für Männer in den Farben blue-occean und happy-green geben wird, konnte erstmals vollflächig die Merino-Naturfaser verarbeitet werden. Damit will man ein neues Komfortlevel im Hardshell-Markt definieren. Wir haben die Ortovox Merino Guardian Shell schon frühzeitig testen können und auf Herz und Nieren geprüft.

Das sagt der Hersteller

Besonders Freeriden und Skitourengehen sind durch große Gegensätze zwischen starkem Schwitzen bei Anstrengung und Frieren während den Pausen gekennzeichnet. Herkömmliche 3-Lagen Materialien stoßen hier  schnell an ihre Grenzen und sorgen für ein unangenehmes Klima. Merinowolle wirkt hier ausgleichend und verbessert die Funktionalität der Membran. Sie speichert große Mengen an Feuchtigkeit ohne sich nass  anzufühlen und kann sie  langsam wieder durch die Membran nach außen abgeben. Diese Pufferwirkung macht  Merino Guardian Shell zu einer der komfortabelsten und funktionalsten Freeride-Kollektionen am Markt.

Freeride in jedem Detail! Drei Jahre hat sich Ortovox mit der Entwicklung der Merino Guardian Shell Kollektion Zeit gelassen. Ideen ausprobiert und Konzepte geändert, technische Herausforderungen gelöst, eng mit Athleten zusammen gearbeitet und vor allem getestet, getestet und getestet. Herausgekommen ist eine  Kollektion ohne Kompromisse. Jacke und Hose sind die perfekte Seilschaft am Berg. Verbunden werden die beiden jedoch nicht durch ein Seil, sondern durch den in der Jacke integrierten Double Protection Schneefang. Er kann klassisch verwendet werden (mit silikoniertem Gummizug und der 3-fach  Knopfleiste) oder über Reißverschluss mit dem separaten Schneefang der Hose verbunden werden, so dass kein Kristall eine Chance hat. Die Jacke lässt sich durch einen Reißverschluss leicht unter den Armen belüften, oder über den einstellbaren Frontalreißverschluss (2-Wege). Die Kapuze ist weit geschnitten, um auch einem Helm Platz bieten zu können. Sie lässt sich mit Handschuhen und nur einer Hand komfortabel einstellen. Reichlich Taschen innen und außen bieten massig Stauraum, egal ob für Skipass oder MP3-Player - alle Bünde sind einstellbar (Klett- bzw. Gummizug) und garantieren einen ergonomischen Sitz.

Das sagt die Skiinfo-Redaktion

Wir testeten die Guardian Hardshell Jacket von Ortovox auf zwei Touren in der Tiroler Zugspitzarena und in Kitzbühel. Da wir natürlich noch andere Jacken, so zum Beispiel von Mammut, Salomon, Salewa und Bergans dabei hatten, konnten wir gute Vergleiche ziehen.

Mit 859 Gramm und einem recht kleinen Packmaß kann die Guardian Shell in diesen Werten überzeugen. Auch die beeindruckende 26.000mm Wassersäule und 100%ige Winddichte (so der Hersteller) zeigen Performance der Spitzenklasse, ebenso die angegebene Atmungsaktivität von 20.000 g/m2/24h. Unsere Tester waren sich nicht ganz einig bezüglich des Tragegefühls: Manchen war die Jacke etwas zu steif und in bestimmten Partien zu unflexibel, auch wenn die Membran einen Stretch von 200% aufweist. Andere lobten vor allem Features und die wirklich sehr gute Klimaregulierung. Bei der Ausstattung überzeugt vor allem der körpernahe Schnitt (wir fanden die Arme minimal zu lang, aber das kann bei Testmustern ja noch korrigiert werden), die bestens genähte Kapuze (siehe Fotos) und der reichliche Stauraum in den großen Taschen. Davon weist die Guardian Shell zwei sehr große auf der Vorderseite (auch beim Rucksacktragen noch bedienbar, da sie recht weit oben platziert sind) und eine auf der Jackeninnenseite auf. Zusätzlich gibt es noch eine kleine Tasche am Arm für den Skipass.

Doppelseitig bedienbare Lüftungsschlitze unter den Armen sind ebenso vorhanden wie gut durchdachter Klett an den Armbündchen - hier merkte man aufgrund des extrem starken Kletts aber bereits nach kurzer Zeit leichte Abnutzungen des Gewebes. Dies kann, ebenso wie die etwas schwergängigen Reißverschlüsse, aber bis Erscheinung im Herbst noch nachgebessert werden. Nicht zu vergessen ist der abnehmbare Schneefang, über dessen Reißverschluss die Jacket dann bei Bedarf auch an die zugehörige Hose befestigt werden kann - dieses Feature konnten wir leider ohne die Hose nicht ausprobieren.

Fazit: Für eine Hardshell bietet die Ortovox Guardian Shell in jeglicher Lebensphase einen guten Tragekomfort, egal ob es jetzt stürmt und schneit oder man bei 10 Grad und Sonne den Berg hinaufstapft. Diesen Spagat schaffen nur wenige Jacken, vor allem die Schweißabsorbierung gelingt anderen Hardshells nicht so gut. Das Tragegefühl schmeckte nicht allen Trägern 100%ig, hier fährt Ortovox aber auch bei anderen Jacken die eher stabile Schiene und verzichtet auf sehr weich gestaltete Produkte. Außen hart, innen weich - so steht es auf dem Jackenschild geschrieben. Wer sich von der vollflächigen Einarbeitung der Merinowolle allerdings einen Softshell-Feeling bei absoluter Wettertauglichkeit verspricht, dem müssen wir etwas Wind aus den Segeln nehmen. Bequem ja, sehr gutes Körperklima ja, Softshell-Komfort nein. Aber die eierlegende Wollmilchsau muss eben noch erfunden werden. Wir würden die Jacke auf jeden Fall empfehlen, denn Style, Schnitt und Körperklimaregulation sind 1a!

Unten findet ihr ein paar Fotos von unserer Testtour und der Ortovox Merino Guardian Shell!