Der Gedanke an Skifahren auf den Golanhöhen ist nicht gerade naheliegend, insbesondere vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs in Syrien. Auch der Umstand, dass die Syrer die Golanhöhen nach wie vor als ihnen zustehendes Territorium betrachten, macht die Lage noch etwas prekärer. Aber noch läuft der Skibetrieb am Hermon, Israels einzigem Skigebiet. Auf dem Parkplatz in gut 1600 Meter Höhe und an der Bergstation, die tatsächlich nur den sprichwörtlichen Steinwurf von der libanesischen und syrischen Grenze (bzw. der Waffenstillstandslinie von 1974) entfernt liegt, patrouillieren schwerbewaffnete Soldaten. Ansonsten ist der Hermon ein Skigebiet wie jedes andere: Restaurant, Skiverleih, Lifte, Pisten und viele Menschen, an Wochenenden viel zu viele. Nicht alle fahren Ski oder Snowboard, zahlreiche Besucher kommen herauf um einfach etwas im Schnee herumzustapfen, einen Schneemann zu bauen oder eine Schneeballschlacht zu machen. Schnee ist in einem heißen Wüstenland eben eine echte Rarität. Trotzdem sind drei Monate Skisaison am Hermon die Regel, die größte Chance für gute Bedingungen bietet der Februar. Sollten die Golanhöhen im Rahmen eines Nahostfriedens wieder an Syrien fallen, dürfte es mit dem Skispaß am Hermon vorbei sein. Also nicht zu lange mit einem Besuch warten.

Skigebiet: 1640-2073 m, 10 Lifte, 17 km Pisten

Unterkunft: Narkis Hotel im drusischen Dorf Majdal Schams, DZ ca. 140 Euro inkl. Frühstück, 10 km von der Talstation.

Restaurant-Tipp: Hashalom Oriental Restaurant in Majdal Schams.

Guides: Touren ins Backcountry wären gleichbedeutend mit Grenzübertritten – ganz schlechte Idee.

Verleih: An der Talstation, verliehen werden Ski, Snowboard und komplette Winterbekleidung.

Info: www.skihermon.co.il