Naturweiß oder Kunstschnee? Egal, Hauptsache es staubt. Mit dem Skiurlaub in den Alpen geht es jedenfalls weiter aufwärts. Das gilt im kommenden Winter allerdings auch für die Preise: Die Bergbahnen haben nämlich - wie fast jedes Jahr - ordentlich an der Preisschraube gedreht. Die Skipasstarife wurden im Durchschnitt um drei bis sechs Prozent angehoben. Einige Liftgesellschaften leisteten sich bis zu acht Prozent Aufschläge. Wir haben die Preise in den großen Skirevieren der Alpen für die gängigen Sechstagepässe in der Hochsaison verglichen.

Zermatt als teuersten Skipasspflaster

Für 367 Euro bekommt man aktuell zum Beispiel ein Lastminute-Schnäppchen für eine Woche Ägyptenurlaub mit Flug und All-inclusive-Verpflegung. Oder man bucht eine Woche Skiferien mit Frühstück, Liftpass und Leihski in Osttirol. Genau so viel kostet nämlich der teuerste Sechstageskipass in den Alpen allein: 367 Euro müssen Skifahrer im kommenden Winter bezahlen, wenn sie den Regionalskipass Zermatt-Cervinia-Aostatal erwerben.

Damit behaupten die Skipisten rund ums Matterhorn unangefochten Platz eins in der Hitliste der teuersten Wedelreviere im Alpenraum. Selbst der Skipass für Zermatt allein ist noch teurer als jeder andere in Europa (sechs Tage 309 Euro). Und das bleibt sogar so, obwohl die Zermatter Lifttickets im Vergleich zum Vorjahr preisstabil blieben. Die Schweiz ist eben einsame Spitze, was die Skipreise angeht.

Auch die nächstteuren drei Skipässe dieser Saison sind Eidgenossen: St. Moritz verlangt für seinen Engadin-Pass an sechs Tagen weiter 304 Euro; in den meisten Hotels am Ort ist er allerdings seit vergangenem Jahr im Übernachtungspreis enthalten. Es folgen die Quatre Vallèes um Verbier (wie im Vorjahr 296 Euro) und Flims/Laax (293 Euro, plus 10 Euro).

Frankreich wird teurer

Weniger zurückhaltend als die Schweizer zeigen sich dieses Jahr die wichtigsten französischen Bergbahnen. Ihre Preise stiegen um sechs bis acht Prozent. Chamonix verlangt für seinen Gebietsskipass Mont-Blanc Unlimited jetzt 282 Euro und rückt so auf Platz fünf der teuersten Skiziele der Alpen - knapp vor den französischen Konkurrenten Les Arcs/La Plagne und Trois Vallées, wo diesen Winter jeweils 277 Euro (plus 15 bzw. plus 17 Euro) auf dem Tarifblatt stehen. Innerhalb von zwei Wintern verteuerten die Trois Vallées damit ihren Liftpass um 42 Euro.

Vervollständigt werden die Top-Zehn der teuersten Skigebiete in den Alpen von den beiden Schweizer Traditions-Pistenrevieren Davos/Klosters (276 Euro, plus sechs Euro) und Jungfrau Ski Region (269 Euro, plus sieben Euro) sowie dem Südtiroler Liftverbund Dolomiti Superski, der um sechs Euro auf jetzt 262 aufschlägt.

Ischgl/Samnaun in Österreich on top

Der Spitzengruppe dicht auf den Fersen ist die österreichisch-schweizerische Skischaukel Ischgl/Samnaun, wo beherzt 257 (plus acht Euro) Euro für den Sechstagepass berechnet werden. Verlässlich wie ein Uhrwerk schlagen auch die anderen österreichischen Großskiregionen zu: Jahr für Jahr packen sie drei bis fünf Prozent auf den Vorjahrespreis drauf. Das macht aktuell zwischen sechs und zehn Euro Teuerung.

So kostet der Oberinntaler Sechstagepass "Ski6", mit dem man in Serfaus, Nauders und dem Kaunertal Ski fahren kann, nun 247 Euro, das sind 13 mehr als im Vorjahr. Obergurgl und Sölden berechnen im Gleichschritt 246 Euro (plus sieben bzw. acht), im Stubaital stehen 244, in den Kitzbüheler Alpen und im Salzburger Land 241 (jeweils plus neun) Euro auf dem Tarifblatt.

Der Arlbergskipass ist diesen Winter 235 Euro teuer, das sind trotz der Erweiterung des Gebiets um die Liftregion Warth/Schröcken nur sieben Euro mehr als im Vorwinter. Saalbach-Hinterglemm und die Salzburger Sportwelt berechnen im kommenden Winter jeweils 227 Euro für sechs Tage Skiurlaub. Im Zillertal werden 224 Euro abgebucht und für den ganz Kärnten umfassenden Top-Skipass 216 Euro (alle: plus sieben bis neun Euro).

Gebiete mit vielen Pistenkilometern

Immerhin auch schon 238 Euro (13 mehr als im Vorwinter) zahlen Skifahrer in den "Portes du Soleil", dem Gebiet mit den meisten zusammenhängenden Abfahrten der Welt. Vergleichsweise günstig bleibt das Skivergnügen im Montafon (213 Euro, plus 10 Euro) und in Obertauern, wo sechs Tage Skifahren diesen Winter 206 (plus sieben Euro) kosten. Als Schnäppchenrevier für Kilometerfresser erweist sich die Vialattea nördlich von Turin, dem Olympiaskiort von 2006: Da verlangen die Bergbahnen für mehr als 200 Pistenkilometer 188 Euro (plus acht). Wer allerdings auch ins französische Montgenevre wechseln will, der zahlt fast 60 Euro auf.

Deutschlands Skigebiete schließen sich zusammen - und werden teurer

Auch Deutschlands Skipässe sind mittlerweile preislich auf Alpenniveau - dank einer Finesse: Sie haben sich zu Großräumen zusammengetan. Garmisch Partenkirchens "Top Snow Card" erlaubt auch das Skifahren in Mittenwald sowie den Tiroler Zugspitzorten. Für die zusammen 216 Pistenkilometer kostet der Sechstagepass 212 Euro - neun mehr als im Vorjahr.

206 Euro (acht mehr als im Vorjahr) verlangt Reit im Winkl im Verbund mit der österreichischen Steinplatte und diversen Nachbarrevieren für die 170 Kilometer des "Schneewinkel"-Skipasses. Damit schiebt sich die Nummer eins unter den Chiemgauer Pistenrevieren preismäßig haarscharf vor Oberstdorf, das zusammen mit dem benachbarten Kleinwalsertal für 124 Kilometer Abfahrten diesen Winter 205 Euro kassiert - sechs mehr als im Vorjahr. Wer allerdings auch in den anderen Allgäuer Pistenrevieren oder im Tannheimer Tal fahren will, der braucht den Allgäu-Tirol-Superschneepass und zahlt für sechs Tage jetzt 213 (plus fünf) Euro.

Geht es nicht wenigstens ein bisschen günstiger? Ja, zum Beispiel in Oberbayern. Der Verbund "Alpen plus" mit Gebieten wie Lenggries, Wendelstein und Spitzingsee berechnet für sechs Tage Skifahren auf zusammen 160 Pistenkilometern in diesem Winter 156 Euro. Das sind sechs mehr als 2011.

Wer sich mit einem kleinen, überschaubaren Gebiet begnügt, der findet in den bayerischen Alpen sogar noch Sechstagekarten unter 100 Euro - zum Beispiel in Grasgehren im Allgäu. Dessen Liftrevier am Riedbergerhorns umfasst zwar nur gut zehn Pistenkilometer, die freilich als sehr schneesicher gelten. Und preislich ist man damit bestimmt gut bedient.

Weitere Informationen:

Alle genannten Skipasspreise beziehen sich auf die Hauptsaison und sind auf ganze Euro aufgerundet. Skiurlauber mit Gästekarte erhalten in einigen Orten Rabatt.