Die Fahrt nach Afriski führt durch, naja, tiefstes Afrika. Durch endlose, baumlose Gebirgssteppen, vorbei an vereinzelten Dörfern der Basotho mit ihren traditionellen, gemauerten Rundhütten, den Rondavels. Die Landschaft ist grün, gelb und braun, von Schnee keine Spur. Ein Skigebiet ist so ziemlich das Letzte, was man in Lesotho erwarten würde. Aber die mit kunstvollen Mustern verzierten Wolldecken, welche die Menschen entlang der Straße tragen, sind ein Indiz dafür, dass man sich hier gegen Kälte wappnen muss. Und tatsächlich: Obwohl Afriski auf 28 Grad, 49 Minuten südlicher Breite (das entspricht dem Breitengrad von Teneriffa) liegt, und damit näher am Äquator als jedes andere Skigebiet der Welt, können die Temperaturen hier in der Nacht bis auf minus 15 Grad sinken. Das Manko seines Breitengrades macht Afriski also durch Höhe wett, mit einem Skidorf auf 3030 Meter über dem Meer ist Afriski nämlich nebenbei auch die höchstgelegene Skistation der Welt. Da der Winter hier Trockenzeit ist, fällt zwar nur selten Schnee (in manchen Wintern gar nicht), aber die Temperaturen reichen zum Schneemachen. Folglich ist das gut 800 Meter lange weiße Band der Abfahrt von Afriski meist der einzige weiße Streifen in einem tausende Quadratkilometer messenden grünbraunem Ozean aus Gras.

Wer in Gottes Namen hier Ski fährt? Südafrikaner sind es, von Johannesburg fährt man nur viereinhalb Stunden bis zum Mahlasela-Pass in den Drakensbergen (die hier Maloti-Berge heißen). Für südafrikanische Verhältnisse ist das ein Katzensprung. Zudem braucht man kein Allradfahrzeug für die Passstraße. Kein Wunder also, dass eine südafrikanische Immobilienfirma in den Bau von Afriski investierte. Eine Teil der Kosten von zehn Millionen Dollar steuerte auch die Regierung des Königreichs bei, in der Hoffnung auf Jobs und Devisen. Das Know-how steuerte die die österreichische Firma HSP bei. Am 19. Juli 2002 ging Afriski an den Start. Der bei der Eröffnung angekündigte Bau einer Sesselbahn ist allerdings bis heute ausgeblieben und so beschränkt sich das skisportliche Inventar weiterhin auf den knapp einen Kilometer langen Ankerlift und eine Übungswiese mit drei Kinderliften.

Skigebiet: 3030-3228 m, 4 Lifte, 1,2 km Pisten

Unterkunft: Die Tirol Lodge bietet Zimmer für zwei bis fünf Personen, das Doppelzimmer kostet im Winter ab 1550 Rand (ca. 113 Euro).

Restaurant-Tipp: Das auf 3010 Meter gelegene Sky Restaurant ist das höchste in Afrika und serviert Burger, Steaks und Pizza

Guides: Die benötigt man angesichts der marginalen natürlichen Schneeverhältnisse höchstens zum Bergwandern.

Verleih: Gut ausgestatteter Verleih an der Talstation, Komplettset für ca. 21 Euro/Tag.

Info: www.afriski.net