In letzter Zeit machten Schlagzeilen die Runde, wonach in diesem Jahr die Eisbedeckung entlang der Nordpolarregion so gering wie noch nie zu sein scheint. Hinzu kam die Meldung, dass als Konsequenz dieser Entwicklung die europäischen Winter kälter werden könnten als bisher. Wie bitte? Kälter? Wie lässt sich der scheinbare Widerspruch erklären, dass eine eisfreie Arktis eine Häufung von strengen Wintern in Europa bewirken soll?

Da sich die allgemeine Klimaerwärmung in den Polarregionen stärker bemerkbar macht als in den Tropen, hat dies zur Folge, dass der Temperaturunterschied zwischen beiden Klimazonen geringer wird. Ein geringer Temperaturunterschied bedeutet aber eine schwächere Tiefdrucktätigkeit über dem Nordatlantik, welche für den Austausch von wärmeren und kälteren Luftmassen verantwortlich ist. Jene Tiefdruckzone ist jedoch für die überwiegend milden Winter Mitteleuropas verantwortlich, indem sie milde Luft vom Atlantik zu uns befördert. Schwächt sich nun die Tiefdrucktätigkeit in besagter Region ab, so können sich dort häufiger Hochdruckgebiete bilden und ausbreiten. Damit werden die westlichen Winde blockiert und kalte Luftmassen aus nördlichen oder östlichen Richtungen breiten sich öfter aus.

Ein Indiz könnte bereits die Häufung kalter Winter bzw. Winterabschnitte in den letzten Jahren sein. Über die konkrete Entwicklung des kommenden Winters können aus der Erkenntnis aber keine Schlüsse gezogen werden. Mehr Informationen zu dieser Thematik findet ihr unter: www.langfristwetter.com/