Wunderbare Skigipfel locken rund um die Lämmerenhütte, zu der zwei Seilbahnen den Zugang erleichtern. Entweder von Berner Seite zum Kandersteger Skigebiet Sunnbüel oder von Walliser Seite zur Gemmi.

Von der Gemmi nimmt man in der Regel das Daubenhorn mit auf dem Weg zur Hütte. Seine weiten Nordhänge bieten auch an warmen Tagen noch Pulver. Touren-Klassiker schlechthin ist der Wildstrubel. Weitaus einsamer und abenteuerlicher lässt sich dieser mit einer Gratüberschneidung des Schneehorns verbinden. Die ersten zarten Sonnenstrahlen streifen über den Lämmerengletscher und bringen die Eiskristalle in der Luft zum glitzern. Faszinierend, wäre der Aufstieg nur nicht so steil. Erst auf einer ausladenden Höhenterrasse hat der Augenschmaus wieder Platz, schälen sich Rinderhorn, Balmhorn und Altels aus der Schneeprärie. Noch gilt es eine heikle Traverse zum Schneejoch zu meistern, bevor die Sicht zum Mont Blanc überwältigt. Das Rhonetal zu Füßen, Gipfelparade rundum – das Spiel, wer sie alle benennen kann, beginnt. Der verwegene Gratverlauf sorgt für Spannung bis zum Wildstrubel. „Von den gegen Osten das Wallis abgrenzenden Mutt- und Blasenhörnern schweifte der Blick über Monte-Leone, Helsenhorn, Monte Rosa, Matterhorn, Dom, Mischabelhörner, Weisshorn, Dentblanche bis zum Mont-Combin und Montblanc. Welche Menge Gletscher, Hörner, Schluchten...“, notierte Edmund von Fellenberg begeistert in sein Tagebuch. Der Berner Geologe und Gründungsmitglied des SAC stand anno 1856 als einer der Ersten auf dem Wildstrubel.

Ausgangspunkt: Bergstation Sunnbüel, 1934 m oder Bergstation Gemmi, 2314 m

Anreise: Mit dem Auto oder dem Zug nach Kandersteg (www.sbb.ch), Gondel Sunnbüel oder nach Leukerbad, Gondel Gemmi.

Zustieg: Von der Bergstation Sunnbüel, 1934 m, auf oder neben dem Winterwanderweg zur Gemmi, 2.30 Std. Vom Gemmipass, 2314 m, westlich über den flachen Lämmerenboden, dann durch einen kurzen Steilhang und im Bogen nach Nordosten auf die Felsterrasse mit der Hütte, 1.30 Std.

Anforderungen: Wenig schwierige Skitour, die jedoch auf einem kurzen Gratabschnitt leichte Kletterei beinhaltet.

Route: Von der Lämmerenhütte westlich in den Graben, dann südlich über den Lämmerengletscher. Zunächst steil zu einer ersten Terrasse unter der Spaltenzone, ca. 2740 m, die in Gletschermitte durchstiegen wird. Dann flacher erst südöstlich, dann südwestlich zum Schneejoch, 3020 m. Abstecher links auf das Rothorn, 3103 m, oder gleich rechts am Grat weiter (Achtung Wechten) zum Schneehorn, 3177,8 m. Ein kurzer Abschnitt leichte Kletterei. Kurze Abfahrt und hinauf zum Klein Schneehorn, 3146 m. Weiter am Kamm entlang leicht abwärts, schließlich Gegenanstieg auf den Wildstrubel Westgipfel. Abfahrt auf der Normalroute über den Wildstrubelgletscher. 5 Std.

Unterkunft: Lämmerenhütte, 2501 m, Barbara und Christian Wäfler, bewirtschaftet über Silvester und erste Januarwoche; Ende Januar bis Anfang Mai; Mitte Juni bis Anfang Okt. Tel. +41/27/470 25 15, www.laemmerenhuette.ch

Information: Wallis Tourismus, Tel. +41/27/327 35 70, www.valais.ch oder Kandersteg Tourismus, Tel. +41/33/675 80 80, www.kandersteg.ch

Ausrüstung: Skihochtourenausrüstung (Lawinensuchgerät, Schaufel, Sonde, Harscheisen, Felle)

Karte: Swisstopo, 1:50 000, Blatt 263 S Wildstrubel

Literatur: Skitourenführer Berner Oberland, Bergverlag Rother sowie Skitouren Berner Alpen West, SAC-Verlag, beide von Daniel Anker.