Vielleicht ist es der wildeste Teil der Alpen, auf jeden Fall aber der zentralste, das Dreieck zwischen Furka-, Nufenen- und Gotthardpass und die wichtigste Wasserscheide Europas. Eine spektakuläre und raue Gebirgswelt voller Granitnadeln, einsamer Hochtäler und eisiger Gletscherströme. Im Herzen liegt die Rotondohütte, der Stützpunkt für unzählige Tourenmöglichkeiten. Anstatt von Realp den Hüttenweg zu nehmen, bietet sich eine Kammüberschreitung vom Winterhorn bis zum Pizzo Lucendro an. Ein Skilift ob Hospental erleichtert den Aufstieg, so dass es nur noch eine gute Stunde auf das Winterhorn braucht. Freiheit atmen. Eine offene Landschaft, ein Meer aus Gipfeln, umhüllt den Tourengeher. Traumhaft. Im Westen grüßt der wuchtige Galenstock. Ein leichtes Auf und Ab gestaltet diese Mini Haute Route. Oft ist der Grat verblasen, geht es auf eisigem Grund zügig voran. Panorama pur bis zum Pizzo Lucendro. Eine rassige Abfahrt bringt euch ins Witenwassertal. Der Gegenanstieg zur Rotondohütte macht dann doch müde, was man aber erst in der hitzebullernden Stube so richtig merkt. Im Süden über der Hütte bauen sich Leckihorn, Witenwasserenstock und Hüenerstock auf. Weitere attraktive Skigipfel. "Der Ostgipfel des Witenwasserenstocks markiert übrigens nicht nur den Schnittpunkt der drei Kantone Uri, Tessin und Wallis, sondern auch eine dreifache Wasserscheide: Auf der Urner Seite fließen die Wasser zur Nordsee hin, auf Tessiner Grund zur Adria und durch das Walliser Terrain gegen das Mittelmeer. Man befindet sich hier sozusagen in der Mitte Europas“, betont Hüttenwirtin Tania stolz.

Ausgangspunkt: Hospental, 1493 m

Anreise: Autobahn über Luzern Richtung Gotthardtunnel. Bei Göschenen unmittelbar vor dem Tunnel zweigt man von der Autobahn auf die Passstraße ab. Es geht durch die enge Schöllenenschlucht nach Andermatt und weiter nach Hospental. Gute Zugverbindung.

Anforderungen: Mäßig schwierige Skitour, die durch die vielen Auf und Ab’s guter Kondition bedarf. Die lange Steilabfahrt in den Talschluß des Witenwasserentals verlangt eine absolut sichere Lawinensituation.

Route: Mit Liftanlagen von Hospental zur Bergstation, 2358 m, unterm Winterhorn. Über den Rücken aufwärts und in südlicher Richtung unter den Ostabstürzen des Winterhorns zum Südostgrat. Skidepot und in leichter Kletterei zum Gipfel des Winterhorns, 2660 m. Vom Skidepot Querung nach Westen auf den Grat, der sich nach Süden bis zum Pizzo Lucendro zieht. Im Auf und Ab über die Gipfel des Pizzo d’Orsirora, 2603 m, und des Pizzo dell’Uomo, 2686 m. Siwerbenhorn, 2764 m, und Stegenhorn, 2821 m, lassen sich ostseitig umgehen. Zuletzt steil auf den Ostgrat des Pizzo Lucendro. Skidepot und über den schmalen Schneegrat auf den mit Gipfelkreuz gekrönten Pizzo Lucendo, 2962 m: 800 Hm, 4.30 Std. Abfahrt: Vom Skidepot zur Mulde unterm Nordosthang und Querung zur nördlichen Kammlücke. Durch den Westhang in den Talschluß des Witenwasserentals. Von P. 2368 Gegenanstieg zur Rotondohütte (3/4 Std. zusätzlich).

Unterkunft: Rotondohütte, 2570 m, Tanja Pfammatter & Jeanne Richenberger, bewirtschaftet Dez. bis Ende Mai, Juli bis Ende Okt., Tel. +41/41/887 16 16, www.rotondohuette.ch

Information: Verkehrsbüro Andermatt, Tel. +41/41/887 14 54, www.andermatt.ch oder Tourist Info Uri, Tel. +41/41/872 04 50, www.uri.ch

Ausrüstung: Skihochtourenausrüstung (Lawinensuchgerät, Schaufel, Sonde, Harscheisen, Felle)

Karten: Swisstopo 1: 50 000, Blatt 265S Nufenenpass, sowie Blatt 255S Sustenpass.

Literatur: Alpine Skitouren Zentralschweiz – Tessin, Willy Auf der Maur, SAC-Verlag.