Das Dammkar in Mittenwald ist der Klassiker unter den Freeride Abfahrten der bayrischen Alpen und zugleich das erste reine Freeride Gebiet. Aus Geldmangel wurden vor einigen Jahren die Pistenraupen abgeschafft und seither bleiben die sieben Kilometer vom 2.244 Meter hohen Gipfel bis ins Tal die ganze Saison über unpräpariert. Die örtliche Lawinenkommission greift ausschließlich bei kritischen Schneemengen ein und sorgt mit ihren Spezialisten durch die Sprengung von Schneebrettern für sichere Schneeverhältnissen. Wer den frischen Pulverschnee genießen und einen unverspurten Powder-Run durch ein abwechslungsreiches Gelände erleben möchte, der muss allerdings früh an der Talstation der Karwendelbahn stehen, denn nur eine Seilbahn bringt die Freerider auf den Gipfel. 25 Personen fasst die Gondel und so sind die wenigen Plätze der ersten Bergfahrt unter den Snowboardern heiß begehrt.

Bei frischem Pulverschnee und einer strahlend blauen Vorhersage für das Wochenende ist das Dammkar eher nicht zu empfehlen, denn schnell ist die einzige Abfahrt an diesen Tagen verspurt. Wer es sich erlauben kann, der sollte bei entsprechenden Bedingungen die Abfahrt des Dammkars mit seinem Snowboard unter der Woche in Angriff nehmen, dann ist ein einsamer Powder-Run garantiert. Die Talstation der Karwendelbahn steht in Mittenwald direkt an der Bundesstrasse 2, zwischen Garmisch und Seefeld, und bringt die Powder-Freunde in nur zehn Minuten auf 2.244 m. Aber keine Sorge, wer eine Auffahrt verpasst oder wegen des Andrangs nicht mitkommt: 350 Tiefschneebegeisterte schafft die Gondel stündlich. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis, das schroffe Karwendelgebirge bietet beeindruckende Aussichten. Vom Gipfel hat man dann einen grandiosen Blick auf das Karwendel und seine Gipfel, die Birkkarspitze (2.639 m) und die Westliche Karwendelspitze im Rücken. Eine kurze Rast bietet sich hier oben auch mit der Besichtigung des Naturinformationszentrums des Deutschen Alpenvereins an.

Ein 400 Meter langer Fußgängertunnel durch den Gipfelgrad sorgt für eine direkte Verbindung von der Bergstation zum Ausgangspunkt der Dammkarabfahrt. Am besten zieht man bereits am Ende des Tunnels und noch im Schutze des Metallverschlags das Snowboard an, denn je nach Schneemenge geht es gleich zu Beginn steil in den Hang. Dann folgt ein wahrer Freeride-Traum mit vielseitigen Geländeformen und Neigungswinkeln. Die Route schlängelt sich um den Berg herum, vorbei an der Dammkarhütte und durch das Kanonenrohr in bewaldetes Gebiet mit anschließendem Ziehweg zurück zur Talstation der Karwendelbahn. Die letzen 200-300 m geht man zu Fuß durch ein ausgetrocknetes Flussbett zurück zum Ausgangspunkt.

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