Auf Skitouren, Schneeschuhtouren, beim Freeriden oder aber auch bei anderen winterlichen Sportarten ist neben einer gut  funktionierenden Lawinenausrüstung auch ein entsprechender Freeride-Rucksack obligatorisch. Mit dem Narvik 20 von Norrona konnte ich einen kleinen aber feinen Skitouren- bzw. Freeriderucksack testen, welcher sowohl auf diversen Touren aber auch beim Pistenskifahren zum Einsatz kam.

Norrona Narvik 20

In der Saison 2013/2014 wird die Narvik-Line von Norrona zunehmend zur Freerider-Linie des Unternehmens. Daher verblüfft es auch wenig, dass der Rucksack Narvik 20 optimal für den Einsatz im Backcountry ausgelegt ist und mit einem coolen Style und knalligen Farben glänzt.

Optik und Ausstattung

Der Rucksack kommt in „chromgreen“ oder „polarnight-blue“ und ist mit seinen 820 Gramm ein echtes Leichtgewicht unter den Tourenrucksäcken. Aufgrund des geringen Gewichtes ist es nicht verwunderlich, dass der Rucksack weder über einen Protektor im Bereich des Rückens, noch ein verstärktes Tragesystem verfügt, welches ich allerdings bei einem Freeride-Rucksack auch nicht erwarten würde. Trotz der bunten Farben ist der Rucksack optisch eher schlicht gehalten und wirkt nicht zu verspielt. Dennoch findet man beim Narvik 20 alle wichtigen Funktionen eines Freeriderucksacks. So verfügt er über ein extra Fach für ein Trinkblasen-System, welches direkt am Rücken anliegt und dadurch das Gewicht optimal auf dem Rücken verteilt. Das trägt zur Steigerung der Fahrstabilität bei Abfahrten in steilen Powder-Hängen bei. Zudem existiert ein großes Hauptfach, welches ausreichend Platz für das wichtigste Equipment bietet, sowie ein kleines Extra-Fach für Sonnenbrille, Geld und Wertsachen. Ganz vorne und damit schnell zugänglich, ist das wichtigtste Fach, nämlich das für die Lawinenausrüstung angebracht. Hier finden Sonde und Schaufel optimal Platz. Einzig um ein ABS-System lässt sich der Rucksack nicht erweitern.

Die Schnallen des Narvik 20 sind kompakt gehalten und an den Befestigungsmöglichkeiten für Board und Skier durchwegs aus robustem Aluminium. Zwei Schnallen dienen dabei der Befestigung des Boardes. Skier können – wie üblich – entweder quer zusammen an der Rückseite des Rucksacks oder jeweils einzeln an der linken und rechten Außenseite mit Schnallen befestigt werden. Ich persönlich bevorzuge aus Balancegründen dabei letztere Variante. Mit dieser Variante lassen sich auch Stöcke an der Seite befestigen. Zudem existiert eine Befestigungsmöglichkeit für einen Eispickel, welche allerdings auch gleichzeitig für die quere Skibefestigung benötigt wird. Selten trägt man allerdings Pickel und Skier gleichzeitig am Rucksack und daher sehe ich dies als keine negative Einschränkung der Funktionalität an. Nur eine adäquate Befestigung für einen Helm habe ich etwas vermisst - hier muss man etwas improvisieren. Dank des breiten Hüftgurts und höhenverstellbaren Brustgurtes (inklusive integrierter Notfallpfeife!) lässt sich der Rucksack auch passend auf seine Körpergröße einstellen, was ihn auch für kleinere Personen interessant macht.

Verarbeitung

Der Narvik 20 ist insgesamt gut verarbeitet. Alle Reißverschlüsse sind nach Innen vernäht. Grundsätzlich ist der Rucksack dadurch wasserabweisend und an der Front mit verstärktem Material versehen, so dass selbst kurzer Felskontakt dem Rucksack nicht schadet und auch eine scharfe Lawinenschaufel nicht durch zu dünnen Stoff spürbar wird. Bei strömenden Regen oder dauerhaft feuchtem Schneetreiben würde ich allerdings einen extra Regenschutz empfehlen.

Packmaß

Der Rucksack hat mit seinen 20 Litern sicher ein gutes Packmaß und ist für Tagestouren gut zu gebrauchen. Für ausgiebige Touren ins Backcountry mit Übernachtung oder mit Mitnahme einer größeren Fotoausrüstung ist der Rucksack aus meiner Sicht nicht geeignet. Hier fehlen dann doch einige Liter für Ersatzwäsche, einen Hüttenschlafsack oder einen Gaskocher.

Preis

Preislich bewegt sich der Norrona Narvik 20 mit rund 150 € im mittleren Preissegment. Die hohe Funktionalität, der coole Style und das geringe Gewicht führen aus meiner Sicht zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit

Der Norrona Navik 20 eignet sich perfekt für ausgiebige Tagesski- oder Freeridetouren. Mit seinen diversen Befestigungsmöglichkeiten lässt sich auch in schwierigem Gelände die Ausrüstung gut verstauen und man kann somit auch steile Lines und Rinnen mit diesem Rucksack angehen. Die 20 Liter sind absolut ausreichend, um notwendige Lawinenausrüstung und Verpflegung zu verstauen. Die fehlende Helmbefestigung führt jedoch zu einem leichten Punktabzug.

Wen dies jedoch nicht sonderlich stört, der bekommt mit dem Navik 20 einen hervorragenden Rucksack, der noch dazu richtig stylish aussieht!

Über den Autor

Als „Allround-Alpinist“ und damit auch begeisterter Skitourengeher ist für mich die richtige Ausrüstung essentiell, um bei widrigen Bedingungen der Natur zu trotzen und mit der bestmöglichen Sicherheit meine alpinen Unternehmungen zu bestehen, um dann wieder gemeinsam mit der Familie bei einer warmen Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen von meinen Touren zu berichten.