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Das waren die Olympischen Spiele 2014: Tops, Flops und Highlights der alpinen Rennen in Sotschi

24. Februar 2014 | Sebastian Lindemeyer

Gold und Silber im Gepäck: Für Maria Höfl-Riesch lief es bei den Spielen 2014 sehr gut - ©Head Ski

Gold und Silber im Gepäck: Für Maria Höfl-Riesch lief es bei den Spielen 2014 sehr gut

Copyright: Head Ski

Die Olympischen Spiele in Sotschi sind Geschichte. Am gestrigen Sonntag krachte es nochmal ordentlich über dem Olympic Park am Schwarzen Meer, als die 22. Olympischen Winterspiele mit einem unglaublichen Feuerwerk beendet wurden. In den zwei Wochen zuvor hatte es nicht nur hier, sondern vor allem auch auf den Pisten rund um Rosa Khutor olympische Entscheidungen gegeben. Wir werfen einen Blick zurück auf die alpinen Wettbewerbe – denn an Tops, Flops und Überraschungen mangelte es beim Saison-Highlight nicht.

Tops, Highlights & Überraschungen

Das hätten ihr nach der bisher doch eher bescheidenen Saison eher wenige zugetraut: Tina Maze (SLO) wurde die Königin der Spiele! Nach einer unglaublichen Weltcup-Saison 2012/2013 und vielen schwachen Auftritten in diesem Winter hielt Maze es wie Julius Cäsar und kam, sah und siegte. Gold im Riesenslalom, Gold in der Abfahrt und Bronze in der Super-Kombi. Keine Frage, an Maze kommt bei der Nennung der Top-Athleten Olympias niemand vorbei.

Ebensowenig an Maria Höfl-Riesch, die mit Gold in der Super-Kombi ihren Titel von 2010 verteidigte und früh ihre erhoffte Medaille einfuhr. In der Abfahrt lief es zwar nicht, im Super-G aber raste Deutschlands Beste zu Silber und ließ den DSV aufatmen.

Noch besser als Höfl-Riesch (zumindest im Super-G) war Anna Fenninger: Die schöne Österreicherin bestätigte ihre Weltcup-Leistungen und holte Gold im Super-G sowie Silber im Riesenslalom. Für Fenninger im Alter von 24 endlich der große Durchbruch!

Bei den Herren gab es nicht einen, nicht zwei sondern sogar dreieinhalb Überraschungssiege: Kjetil Jansrud stahl seinem Landsmann Svindal die Show und raste zu Gold im Super-G, holte Bronze in der Abfahrt und wurde zum besten Norweger der alpinen Bewerbe. In der Super-Kombi hatten alle nach der Abfahrt Ivica Kostelic auf dem Zettel, am Ende wurde der Altmeister aber „nur“ Zweiter. Er selbst konnte es wohl am wenigsten fassen, dass er sich vom Schweizer Sandro Viletta die Butter hatte vom Brot nehmen lassen. Viletta holte Gold, Bronze ging an Christof Innerhofer (ITA), dem in diesem Rennen wohl auch nur wenige eine Medaille zugetraut hatten. Auch in der Königsdisziplin, der Abfahrt, ging der Titel an einen Überraschungsmann: Matthias Mayer vom ÖSV war im Ziel sechs Hundertstel schneller als Innerhofer, der bei Großereignissen immer in Top-Form ist. Dritter wurde Jansrud – wer dieses Podium vorher getippt hat, dürfte jetzt reich sein. Und warum dreieinhalb Überraschungssiege? Nun ja, dass Mario Matt ein Slalom-Rennen gewinnt, ist nicht unbedingt ungewöhnlich. Dass er aber bei Olympia so stark fährt, wo doch alle nur vom Dreikampf Hirscher, Neureuther, Kristoffersen sprachen, das überraschte dann doch. Mario Matt holte Gold nach Österreich, ließ Hirscher und Kristoffersen deutlich hinter sich und wurde mit 34 zum ältesten Olympiasieger im alpinen Skisport aller Zeiten. Glückwunsch!

Mehr Druck geht nicht: Alle erwarteten vom Riesenslalom-König Ted Ligety bei Olympia Gold. Er wäre nicht der erste gewesen, der diesem Druck nicht standgehalten hätte. Doch Ligety gab sich keine Blöße: Ein famoser erster Lauf und ein Sicherheitsrun im zweiten Durchgang reichten zur Goldmedaille. Großes Kino vom US-Boy!

Knapp ging es zu in Sotschi: Viele Rennen wurden in Hundertstelkrimis entschieden. Zwei Medaillen mussten gar doppelt vergeben werden, denn es kam zu Zeitgleichheiten. Lara Gut (SUI) raste in der Abfahrt zu Bronze, obwohl sie nur eine Zehntel langsamer war als Tina Maze und Überraschungs-Goldgirl Dominique Gisin (SUI). Die Slowenin und die Schweizerin teilten sich somit Gold und durften sich zusammen über ihren Titel freuen. Auch andere Entscheidungen waren sehr knapp, unter anderem das Rennen um Bronze im Super-G. Die Skiwelt gönnt Bode Miller (USA) seine Bronzemedaille, wahrscheinlich die letzte bei Olympia, die er zusammen mit dem zeitgleichen Kanadier Jan Hudec einfuhr.

Last but not least muss Mikaela Shiffrin (USA) hier einen Platz finden: Slalom-Weltcupsiegerin, Weltmeisterin und nun Olympia-Siegerin – das haben vor ihr nur eine Handvoll Fahrerinnen geschafft. Allerdings darf einem um die Spannung im Slalom der nächsten Jahre Angst und Bange werden: Shiffrin ist nämlich erst 18 Jahre alt!

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Flops

Wenig Zuschauer, wenig Stimmung: Größter Flop der Spiele waren wohl die Erlebnisse bei den Rennen selbst. Während die Pisten trotz schwieriger Bedingungen, hoher Temperaturen und Schneefall in einem befahrbaren Zustand gehalten wurden und gerechte Rennen stattfinden konnten, herrschte auf den Rängen eher russische Tristesse als olympische Feiertagsstimmung. Schade, während im Weltcup in Adelboden, Schladming oder Zagreb die Tribünen wackeln und die Begeisterung seinesgleichen sucht, war Sotschi 2014 leider eher langweilig. Keine Werbung für den Skisport!

Aus sportlicher Sicht war wohl der hochgehandelte Aksel Lund Svindal (NOR) der Flop der Spiele. Der Weltcup-Führende im Abfahrts- und Super-G-Weltcup ging in Sotschi leer aus und fuhr ohne Edelmetall im Gepäck und mit dicker Krawatte wieder nach Hause. Auch Marcel Hirscher, der Dominator der letzten anderthalb Jahre, dürfte mit seinem Abschneiden nicht ganz zufrieden sein. Keine Medaille im Riesenslalom, „nur“ Silber im Slalom – für Hirscher eigentlich zu wenig.

Ziemlich unglücklich verlief der Auftritt der deutschen Herren: Felix Neureuther setzte am Anreisetag sein Auto in die Leitplanke und ging mit Sicherheit nicht bestmöglich vorbereitet und konzentriert in die Rennen. Er zog sich zumindest im Riesenslalom mit Rang acht gut aus der Affäre. Was wäre wohl ohne Krankenhausaufenthalt, verspäteter Anreise und medialer Ablenkung möglich gewesen? Im Slalom ging Neureuther wie viele andere im zweiten Lauf baden, Vater Kostelic hatte einen Run gesteckt, der grenzwertig war. Neureuther schied aus, ebenso Myhrer (SWE), Pinturault (FRA), Ligety (USA), Grange (FRA) und einige andere. So fuhr Fritz Dopfer (GER) vorne rein, leider reichte es für ihn nach Platz 12 im Riesenslalom „nur“ zu Rang vier - dennoch eine gute Performance des 26-Jährigen. Apropos Riesenslalom: Die Szene des Rennens, nicht nur aus deutscher Sicht, lieferte DSV-Newcomer Stefan Luitz. Während Ted Ligety wieder einmal in einer eigenen Liga fuhr, hätte Luitz Lauf 1 als Zweiter abgeschlossen und eine mehr als gute Medaillenchance gehabt. Hätte, denn Luitz brachte das Kunststück fertig, am letzten Tor und keine zehn Meter vor der Ziellinie einzufädeln. Fassungslosigkeit im Ziel. Neue Chance: Olympia 2018!

Für den DSV bleibt Olympia ein Event mit Licht und Schatten: In drei Bewerben hatte man keine Athleten am Start, das ist unbefriedigend. Während die Schweiz und Österreich sich die großen Kuchenstücke nahmen, die USA und Slowenien ebenfalls doppelte Titel einheimsten, fährt der DSV zwar nicht hinterher, blieb aber im Medaillenrennen meist auf der Strecke. Ohne Maria Höfl-Riesch, die ihre Karriere wohl bald beenden wird, muss ein Neuanfang her. Wo sind die Youngster, die vorne mitfahren können? Man darf gespannt sein auf die Entwicklungen im alpinen Skirennsport in den nächsten vier Jahren. Dann finden im südkoreanischen Pjöngjang die nächsten Winterspiele statt.

Alle Medaillen-Gewinner der alpinen Rennen bei den Olympischen Spielen 2014

Abfahrt Herren (9.2.2014)

Gold: Matthias Mayer (AUT) 2:06.23

Silber: Christof Innerhofer (ITA) + 0,06 Sekunden

Bronze: Kjetil Jansrud (NOR) + 0,10 Sekunden

 

Super-Kombi Damen (10.2.2014)

Gold: Maria Höfl-Riesch (GER) 2:34.62

Silber: Nicole Hosp (AUT) + 0,40 Sekunden

Bronze: Julia Mancuso (USA) + 0,53 Sekunden

 

Abfahrt Damen (12.2.2014)

Gold: Tina Maze (SLO) 1:41.57

Gold: Dominique Gisin (SUI) 1:41.57

Bronze: Lara Gut (SUI) + 0,10 Sekunden

 

Super-Kombi Herren (14.2.2014)

Gold: Sandro Viletta (SUI) 2:45.20

Silber: Ivica Kostelic (KRO) + 0,34 Sekunden

Bronze: Christof Innerhofer (ITA) + 0,47 Sekunden

 

Super-G Damen (15.2.2014)

Gold: Anna Fenninger (AUT) 1:25.52

Silber: Maria Höfl-Riesch (GER) + 0,55 Sekunden

Bronze: Nicole Hosp (AUT) + 0,66 Sekunden

 

Super-G Herren (16.2.2014)

Gold: Kjetil Jansrud (NOR) 1:18.14

Silber: Andrew Weibrecht (USA) + 0,30 Sekunden

Bronze: Jan Hudec (CAN) + 0,53 Sekunden

Bronze: Bode Miller (USA) + 0,53 Sekunden


Riesenslalom Damen (18.2.2014)

Gold: Tina Maze (SLO) 2:36.87

Silber: Anna Fenninger (AUT) + 0,07 Sekunden

Bronze: Viktoria Rebensburg (GER) + 0,27 Sekunden


Riesenslalom Herren (19.2.2014)

Gold: Ted Ligety (USA) 2:45.29

Silber: Steve Missellier (FRA) + 0,48 Sekunden

Bronze: Alexis Pinturault (FRA) + 0,64 Sekunden


Slalom Damen (21.2.2014)

Gold: Mikaela Shiffrin (USA) 1:44.54 Sekunden

Silber: Marlies Schild (AUT) + 0,53 Sekunden

Bronze: Kathrin Zettel (AUT) + 0,79 Sekunden


Slalom Herren (22.2.2014)

Gold: Mario Matt (AUT) 1:41.84

Silber: Marcel Hirscher (AUT) + 0,28 Sekunden

Bronze: Henrik Kristoffersen (NOR) + 0,83 Sekunden


Alle Infos zu den Olympischen Spielen 2014 gibt es hier: www.sochi2014.com

 

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