Die ispo Wintersportmesse in München hat gezeigt: Im Winter 2014/2015 warten viele Skihersteller mit neuen Technologien, noch breiteren Produktpaletten und vielen sehenswerten Designs auf. Ein besonderer Trend, den wir bereits in diesem Winter an den Besucherstatistiken auf Skiinfo feststellen konnten: Der All Mountain-Bereich wird für viele Skifahrer immer interessanter! Unser All Mountain Ski Test wurde in diesem Jahr am häufigsten von allen Tests geklickt. Auch vor kommenden Winter werden wir natürlich wieder einen ausführlichen Skitest mit allen wichtigen Kategorien, von Freeride über All Mountain bis hin zu Racecarvern, für euch parat haben. Doch weil das uns nicht genug ist, haben wir zwei Modelle einem individuellen, noch ausführlicheren Test unterzogen: Bei einer Tour ins schöne Alpbachtal Anfang April 2014 testeten wir die neuen All Mountain Latten Fischer Ranger 88 und Dynastar Powertrack 89 auf Herz und Nieren – und fanden zwei All Mountain Ski vor, die sehr unterschiedliche Charakteristika aufweisen.

Das sagt die Skiinfo-Redaktion

Unsere Tester konnten sich an drei Tagen im Alpbachtal einen mehr als ausreichenden Überblick über die Eigenschaften des Dynastar Powertrack 89 und Fischer Ranger 88 verschaffen und detaillierte Meinungen abgeben. Wirklich enttäuschte Kommentare gab es dabei nicht: Beide Testski sind echte All Mountain-Modelle, passen sehr gut in diese Kategorie und haben uns überzeugt! Aber: Beide bieten Vor- und Nachteile, haben andere Stärken und Schwächen.

Der Powertrack ist mit von uns gemessenen 3476 Gramm (Gewicht eines Skis inkl. Bindung) um einiges schwerer als der Ranger (2947 Gramm). Zwar war das Dynastar-Testmodell auch drei Zentimeter länger (179cm vs. 176cm), dennoch erweist sich das zusätzliche Gewicht der Ski beim Fahren als deutlich spürbar. Der Powertrack wirkt etwas schwerfälliger als der superquirlige Ranger und ist nicht so drehfreudig. Während man auf dem Fischer-Ski locker und entspannt von einer Kante auf die andere switcht und bei Kurzschwüngen viel Spaß hat, will der Powertrack etwas mehr bearbeitet werden und benötigt mehr Kraft. Dafür bietet er vor allem bei langen Schwüngen, ob on- oder offpiste, mehr Laufruhe, ist stabiler und insgesamt etwas härter.

Der Auftrieb ist beim Dynastar etwas ausgeprägter als beim Fischer Ranger, man merkt den starken Rocker. Abseits der Piste in unberührtem Gelände liegt für unsere Tester der Powertrack 89 leicht vorn, auf der Piste oder im zerfahrenen Gelände macht der Ranger mehr Spaß, so der Eindruck der Tester. Bei langgezogenen Carving-Schwüngen zeigte sich beim Ranger ein sehr guter Kantengriff und gute Spurtreue, bei richtig hohen Geschwindigkeiten wird der weiche Ski aber etwas flatterig. Der Powertrack hingegen lässt aufgrund der kürzeren Kante etwas Grip vermissen, fährt sich aber aufgrund seiner Eigenschaften entspannt durch sulzigen oder schweren Schnee.

Insgesamt liegt der Fischer für uns leicht vorne, da er einfach etwas leichter, quirliger und lebendiger erscheint als der Dynastar und zudem 150 Euro günstiger ist. Wer allerdings hauptsächlich durch Tiefschnee pflügt und nur ganz selten auf der Piste unterwegs ist, der dürfte mit dem Powertrack besser bedient sein. Hier sollte jeder selbst bewerten, für welche Zwecke er seinen All Mountain Ski am häufigsten einsetzt und sich dementsprechend für eines der Modelle entscheiden. Beide Ski punkten auf jeden Fall mit ihren individuellen Stärken, der eine mit Auftrieb, Rocker und Stabilität (Powertrack), der andere mit Drehfreudigkeit, Flexibilität, Kantengriff und kräftesparendem Fahren (Ranger).

Noch zwei Ergänzungen: Beide Ski haben eine ordentliche Bindungsbreite und dürften vor allem für Frauen (auch aufgrund der kleineren Hände) nicht gerade leicht zu tragen sein. Der Dynastar ist selbst für starke Männer kein spaßiger Begleiter, wenn man ihn längere Zeit durch die Gegend schleppen muss. Falls also Frauen auch einen Kauf der Ski ins Auge fassen, sollten sie sich dieses Umstandes bewusst sein. Das Design hat uns bei beiden Skiern gut gefallen, hier gibt es (wie im Gesamtvergleich auch) keinen eindeutigen Sieger – um euch euer eigenes Urteil zu bilden, klickt euch in die Bildergalerie dieses Artikels, dort sind einige Fotos zu finden.

Herstellerbeschreibungen

Dynastar Powertrack 89

Die neue Serie Powertrack ist die gelungene Kombination aus der bewährten Pisten-Skilinie Chrome und der einmaligen Freeride-Serie Cham. So überzeugen die Modelle sowohl mit einem Kern aus Pappelholz, zwei Titanschichten und Glasfasern wie auch dem patentierten Levitation Profile für hervorragende Off piste-Performance. Das Ergebnis ist eine neue All Mountain-Serie für anspruchsvolle Skifahrer, die in jedem Terrain zu Hause sind. Der überaus vielseitige Powertrack 89 punktet mit Leistungsfähigkeit und Präzision. Der Rocker an der Schaufel sorgt für hervorragenden Auftrieb im Pulverschnee, während der Radius von 17 Meter herausragende Funktionalität auch auf der Piste garantiert. Die 5-Punkt-Taillierung erlaubt eine einfache Schwungauslösung und verspielte Fahrkontrolle in allen Schnee- und Geländearten. Powertrack – der Ski, der alles kann. Darüber hinaus überzeugen die Modelle mit einer neu konzipierten, überaus homogenen Bindung: Die SPX 12 ist leistungsfähig und dennoch sehr leicht. Dank eines elastischen, extrem langen Auslösewegs fängt sie Geländeunebenheiten hervorragend ab. Das neue kinematische System ermöglicht eine dynamische und schnelle Neuausrichtung des Schuhs für noch mehr Präzision. Zudem punktet die Bindung mit einem hohen Maß an Sicherheit und einfacher Handhabung.

- Längen: 165 – 172 – 179 – 186

- Radius: 17 m (bei Länge 179 cm)

- Sidecut: 126 – 89 – 110

- Bindung: SPX 12

- VK-Preis: 699,99 Euro (inkl. Bindung) (UVP)

Fischer Ranger 88

Ob auf der Piste oder im Gelände, für den Ranger 88 Ti gibt es keine Grenzen. Bei einer Breite von 88 cm bietet er Fahrspaß pur. Powder oder harte Pisten, für ihn gibt es keine Einschränkung. Der Freeski Rocker ermöglicht eine exakte Steuerung, leichte Schwungeinleitung und garantiert das man auch im Gelände immer oben auf ist. Für absolute Gewichtsersparnis sorgt die neue Technologie Air Tec Ti. Der ausbalancierte Flex und die exzellenten Steuereigenschaften basieren auf der Sandwich Sidewall Konstruktion. Ein Ski für jede Lebenslage und jedes Gelände.

Fischer Rocker Technologie: Für Rider entwickelt, die individuelle Performance erreichen wollen. Die kürzere Kontaktlänge der Ski sorgt für leichtere Schwungeinleitung und damit für vollen Fahrspaß von Beginn an. Die breiteste Stelle des Skis sorgt für die Sicherheit: Hier besteht während des Schwungwechsels kein Schneekontakt, wodurch ein Verschneiden der Ski verhindert wird. Die harmonische Schwungeinleitung ermöglicht eine besonders kraftsparende Fahrweise. Rocker garantiert beste On- und Off-Piste-Eigenschaften.

Profis greifen zum Freeski Rocker und seiner lang gezogenen, um bis zu 5 mm gerockerten Freeride Schaufel. Ihre idealen Eigenschaften sorgen für traumhaften Auftrieb. In Kombination mit early rise garantiert diese Technologie eine perfekte Steuerung des Skis, der durch kontinuierlich harmonische Schwungeinleitung sehr kraftsparend zu fahren ist.

Leichtigkeit ohne Kompromisse: AIR TEC Ti

Mit einer eigens entwickelten, patentierten Technologie, die für den extrem auf Gewichtsreduktion zielenden Nordischen Bereich entwickelt wurde, sorgt Fischer nun auch im alpinen Skilauf für noch mehr Leichtigkeit. Der Air Tec Holzkern ist mit einer aufwändigen, versetzten Fräsung versehen, die einerseits den Kern um 25 % leichter macht und andererseits die hervorragenden Fahreigenschaften bewahrt: Sowohl Flex als auch Torsion bleiben gleich. Je nach Einsatzbereich wird Air Tec mit dem extrem stabilen Titanal verstärkt. Speziell im Freeski- und Tourenbereich verbessert Titanal im Bindungsbereich die Stabilität des Skis und die Ausreißfestigkeit der Bindung.

VK-Preis: 529,95 Euro (inkl. Bindung) (UVP)

Mehr zu den getesteten Modellen gibt es vor den kommenden Saisons auf den Seiten der Hersteller: www.fischersports.com und www.dynastar.com/DE/DE/home.html.