Wir von der Skiinfo-Redaktion bekommen es jedes Jahr mit vielen Produkten zu tun. Manchmal sind diese Produkte spannend und neu, oft aber auch im Vergleich mit Vorgängermodellen kaum verändert und ohne echte Neuheit. Natürlich ist auch dieses Equipment interessant, manches funktioniert einfach so wie es ist und muss nicht ständig "verschlimmbessert" werden. Doch noch aufregender sind natürlich Produkte, die neue Maßstäbe setzen oder gar eine Produktgruppe revolutionieren. So ein Produkt könnte die neue Uvex Snowstrike VT werden. Wir haben die Schneebrille, die im Herbst 2014 in einer limitierten Auflage von 500 Stück und zu einem Preis von 399,95 Euro in den Handel kommen wird, auf einer Tour im Alpbachtal 2014 testen können.

Herstellerbeschreibung

Die erste Skibrille mit intelligenten LCD-Scheiben. Innerhalb von Sekundenbruchteilen passt sich diese neue variotronic-Generation den herrschenden Lichtverhältnissen an, schaltet selbstständig von Hell auf Dunkel und umgekehrt. Ein Fotozellen-Sensor erkennt die Situation und die Scheibe reagiert blitzartig. Diese revolutionäre Scheibentechnologie basiert auf Flüssigkristall-Basis, vergleichbar mit einem LCD-Monitor. Sie funktioniert immer. Und sie funktioniert sofort.

Mit Hochgeschwindigkeit von Sonne in Schatten? Kein Problem. Das variotronic-System verändert sofort auf helle Tönung. Vom Schattenbereich ins grelle Sonnenlicht? Die Scheiben dunkeln unmittelbar wieder ab. Die Sonne verschwindet kurzzeitig hinter Wolken? Leichte Abtönung ist angesagt.

Diese Skibrille denkt mit. Und das über drei Schutzstufen, vollkommen temperaturunabhängig und selbst bei Geschwindigkeiten von über 100 km/h und mehr. So wurde ein Stück Sicherheit mehr bei stark wechselnden Lichtsituationen geschaffen. Wählbar ist sogar die Scheibenfarbe, durch die man blicken möchte. Violett, Blau, Rot oder Klar kann voreingestellt werden. Der Hell-Dunkel-Mechanismus funktioniert bei allen Farbvarianten identisch.

Die Aktivierung der Scheibenumstellung erfolgt innerhalb von nur 0,1 Sekunden im Gegensatz zu chemischen Systemen, die Reaktionszeiten beim Aufhellen und Abdunkeln von rund 20 Sekunden und mehr haben. Wer Dunkel oder Hell-Einstellung selbst bestimmen möchte, kann die Sensortechnik deaktivieren und auf manuelle Bedienung per Knopfdruck

Das sagt die Skiinfo-Redaktion

Die Snowstrike von Uvex bietet Schneesportlern ein revolutionäres Konzept, das absolut aufgeht. Die verblüffende Technik des vierstufig einstellbaren Displays wurde in eine dezente und unauffällige Brille gepackt, die sehr leicht (121 Gramm), flexibel und eher klein ist. Für Styler und Park-Shredder dürfte die Brille etwas zu "langweilig" aussehen, mit ihrem Design wendet sich Uvex also eher an die klassischen Skifahrer und Snowboarder, denen Funktion wichtiger als Aussehen ist.

Die Snowstrike Variotronic bietet eine beeindruckende Technologie, die es so bei einer Schneebrille noch nie gab: Die LCD-Scheibe kann über einen seitlichen und auch mit Handschuhen gut bedienbaren Knopf vierstufig verändert werden. Die vier Stufen, also die vier "Farben" der Scheibe, sind rot, blau, violett und klar. Das Ganze funktioniert verblüffend einfach: Mit einem Klick wechselt man zwischen der eingestellten Farbe und der klaren/grauen Scheibe, mit einem Doppelklick wechselt man zwischen den Farbabstufungen. Auch die oben beschriebene automatische Anpassung der Scheibe an die äußeren Lichtverhältnisse konnten wir im Praxiseinsatz testen. Der Switch in den Automatikmodus gelingt über einen langen Druck auf den einzigen Bedienungsknopf. Über einen Sensor erkennt die Brille dann die Lichtintensität, der das Auge/die Brille ausgesetzt ist, und wechselt in Bruchteilen einer Sekunde die Tönung. Dass dies so schnell geht, liegt an der Flüssigkristall-Basis, auf der die Technologie fußt. Der Automatikmodus und die Erweiterung von zwei Stufen (hell/dunkel) auf vier Stufen sind die wirklich bemerkenswerten Veränderungen zur früheren Variotronic-Version Uvision.

Unsere Testträger waren von der Uvex Snowstrike durchweg beeindruckt: Durch die variablen Optiken wird man in jeder Situation mit optimaler Sicht belohnt. Allerdings entschieden sich unsere Träger zumeist für die manuelle Einstellung der Brille, da jeder doch  seine favorisierte Optik hatte, mit der er am besten zurecht kam. Kontrast, Helligkeit und Schärfe können wir insgesamt nicht kritisieren, lediglich die rote Scheibe hat uns nicht so gut gefallen, da sie ein recht unnatürliches Bild liefert. Wir hatten allerdings auch nicht die Chance, die Brille bei starkem Nebel auszuprobieren, daher bleibt das Urteil hier unvollständig.

In Bezug auf die Optik und die Technologie können wir wenig Negatives sagen, gleiches gilt für den Rest der Brille: Sie ist leicht, extrem biegsam und bietet ein ordentliches Sichtfeld, das unserer Meinung aber etwas größer sein könnte. Sie ist voll helmkompatibel, drückt nicht, beschlägt nicht (die Brille verfügt über eine gute Durchlüftung) und das elastische Brillenband ist leicht verstellbar sowie innen gummiert, damit es nicht verrutscht. Einziger echter Kritikpunkt an der Brille, den man vorbringen könnte: Der Akku der Snowstrike ist sehr klein und dementsprechend leicht, was auf der einen Seite gut ist, auf der anderen Seite aber zu einer maximalen Nutzungszeit von 30 Stunden führt. Schaltet man die Brille nach dem Skitag auf die klare Scheibe, befindet sie sich im Energiesparmodus und muss für den nächsten Skitag nicht unbedingt geladen werden. Falls man aber das Umstellen und/oder Aufladen vergisst, könnte es passieren, dass die Brille während des Skitages nicht mehr zwischen den Scheiben wechseln kann. Solltet ihr also tatsächlich mit dem Kauf der knapp 400 Euro teuren Brille liebäugeln, müsst ihr nach dem Skitag die Brille laden oder sicherstellen, dass ihr jedes Mal die Standardscheibe einstellt, wenn die Brille im Schrank verschwindet.

Fazit: Ein tolles System, das die Zukunft der Schneebrille darstellen könnte und einen Scheibenwechsel überflüssig macht. Gratulation an Uvex für diese simple, aber tolle Erfindung! Unsere Tester waren von der Technologie und Bedienung vollauf begeistert. Das Design der Brille könnte unserer Meinung nach zwar etwas peppiger sein, aber wer auf dezente Brillenprodukte steht und das nötige Kleingeld parat hat, der sollte sich diese Brille für den Herbst auf seinen Einkaufszettel schreiben.