Hier lest ihr zwei Interviews mit Protagonisten der Warren Miller Film Tour 2014/2015: Kaylin Richardson und Chris Davenport aus dem Leben eines Profi-Freeskiers ...

Interview mit Kaylin Richardson (USA)

Die 30-Jährige Kaylin Richardson drehte für die diesjährige Warren Miller Film Tour in Norwegen - und lege sich dabei ordentlich ins Zeug. Am Lofoten war sie mit Oystein Aasheim unterwegs...

Was bedeutet es für Dich, ein Teil des "Warren Miller" Movies zu sein?
Es es eine Ehre und ein Privilegium für mich, Teil solch eines tollen Erbes der Skiwelt zu sein. Zudem ist es der einzige Skifilm, der über die Grenzen unserer Gesellschaft hinausgeht. Da sind Menschen, die zuvor noch nie Ski gefahren sind, die Warren Miller verstehen - keine andere Produktion verdient diese Achtung.

Was ist das Besondere am "Ticket To Ride"?
Die Energie. Es ist eine einzigartige Erfahrung, wie der Film dafür sorgt, dass man es am Ende kaum erwarten kann auf die Bretter zu steigen. Das ist es, was Warren Miller-Filme ausmacht- dich so erwartungsfreudig zu machen, dass du selbst da hinaus willst.

Was war für Dich der beste Moment während des Drehs?
Wir sind die Seite des Berges vier Stunden lang abgegangen, während eines Whiteouts, aber als wir den Gipfel erklommen und wir die letzte Kante hinter uns ließen, hat sich uns die ganze Welt eröffnet und wir konnten die wunderschönen Fjorde in jeder Richtung klar erkennen. Es war atemberaubend. Die Senke, die wir befuhren, hat unglaublich viel Spaß gemacht. Aber der Moment, als sich die geschützte Landschaft enthüllte, war wirklich magisch.

Wie bist du zum Profi geworden?
Ich bin, immer fahrend im Team Gilboa, auf einem klitzekleinen, 175 Fuß hohen Berg in der Umgebung von Minneapolis aufgewachsen. Als ich 15 Jahre alt war, stieg ich beim US Ski Team ein, was den Start meiner Karriere bedeutete. Nach zehn Jahren im nationalen Team und zwei Auftritten bei den Olympischen Spielen, entschied ich mich dafür, dass es Zeit war, etwas Neues zu tun. Ich wusste es damals noch nicht, aber das Befahren von riesigen Bergen war das, wonach ich mich sehnte!

Wenn du Dich nicht gut fühlst - welcher Song motiviert Dich dann?
Hard Sun von Eddie Vedder.

Welche berühmte Person würdest du gern einmal treffen und welchen Grund hat das?
Ich würde gern einmal mit Judd Apatow (Schriftsteller/Produzent/Regisseur), Paul Rudd (Schauspieler), Will Ferrell (Schauspieler) und Stephen Colbert (Komiker/Satirist) Essen gehen. Nur um über Comedy und ihre einzigartigen Überzeugungen darüber, wodurch etwas lustig ist, zu reden.

Was gibt Dir die Kraft fürs Freeriding?
Selbstvertrauen. Eine wirkliche tolle Crew. Ein guter Schlaf.
 
Welchen Traum willst du leben?
Ich will den Traum leben, dass jeder begonnene Tag besser wird, als der vergangene ... bisher funktioniert das ganz gut.

 

Interview mit Chris Davenport (USA)

Chris Davenport aus Aspen (Colorado) zählt als einer der besten Freerider Nordamerikas und ist begeisterter Bergsteiger...

Was war die aufregendste Erfahrung beim Skifahren für Dich?
Ich bin wirklich froh darüber, dass mir in meinem Leben die Möglichkeit gegeben wird, die Welt zu bereisen, immer auf der Suche nach Bergen, die ich besteigen und mit Skiern befahren kann.  Ich muss sagen, dass es eine meiner besten Erfahrungen war, einen Kunden zum Gipfel des Mount Everest zu führen und das "Lhotse-Gesicht" auf perfekten Pulverschnee nach unten zu fahren.

Was ist dein liebstes Reiseziel?
Ich liebe es in Aspen/Snowmass zu leben, aber ich begebe mich immer gern auf einen Trip in die Alpen, erst recht nach Chamonix, Lech/Zurs, Verbier und nach Courmayeur. Außerdem fahre ich gern in die Dolomiten. Zudem möchte ich einmal die Pisten in Japan kennenlernen.

Was machst Du, wenn Du einen schlechten Tag hast?
Ich kann nicht sagen, dass ich jemals einen schlechten Tag hatte. Aber ich denke, jeder Tag,  an dem ich nicht rausgehe, um zu trainieren, oder um etwas Sportliches zu tun, ist nicht der beste Tag.

Was isst Du am liebsten nach dem Skifahren?
Ich würde sagen, das hängt wirklich davon ab, wo ich mich in der Welt aufhalte. Meistens trinke ich ein paar kalte Biere, das genügt.

Wer inspiriert dich?
Ich bin von jedem inspiriert, der gegen Grenzen angeht. Menschen, die das Möglichste versuchen, um aufzusteigen. Ich liebe es, was die Bergsteiger Killian Jornet und Ueli Steck gerade in den Bergen machen - und für mich war Reinhold Messner schon immer ein Held.

Was ist Dein Traum?
Ich träume davon, einmal mit meiner Familie segelnd die Welt zu umrunden.