80 bis 90 Prozent aller Umwelteindrücke werden über die Augen aufgenommen. Somit sind die Augen unser dominantes Sinnessystem schlechthin und spielen vor allem beim Sport eine mehr als wesentliche Rolle. Wer daran zweifelt, kann gerne einen Hindernisparcours mit geschlossenen Augen durchlaufen: Viel Vergnügen! Gut sehen bedeutet aber mehr als nur scharf sehen. Ebenso wichtig wie die Schärfe sind die räumliche Wahrnehmung, das Kontrastsehen, das periphere Sehen, die dynamische Sehschärfe und vieles mehr. Beim Sport sind immer alle Kanäle der visuellen Wahrnehmung gefordert: Bewegen wir uns, benötigen wir Orientierung, wir müssen unsere Bewegung und unsere Position im Bezug zur Umgebung erfassen, wir müssen Details erkennen und vorausschauen, wir müssen mögliche Gefahrenquellen wahrnehmen, statische wie dynamische, wir müssen den Überblick bewahren, wir brauchen Durchblick. Wie zum Beispiel beim Klettern: Wo ist der nächste Griff, wo ist der nächste Tritt, wo ist die nächste Sicherungsmöglichkeit, wie verläuft die Route weiter, wie ist der Seilverlauf, wie entwickelt sich das Wetter und was war das, dieser kleine Ruck, gerade noch erfasst im letzten Augenwinkel? Ein Stein? Obacht. Gefahr! Unsere Augen weisen uns den Weg. Unsere Augen sind unser notwendiges Rundum-Radar. Perfektes Sehen heißt schnell reagieren, heißt sicher unterwegs sein, heißt agieren statt reagieren, heißt weniger schnell ermüden, heißt geringeres Verletzungs- oder Unfallrisiko. Sprich, das Sehsystem versorgt uns ständig mit wichtigem Feedback. Ohne diese kontinuierlichen Rückmeldungen wären wir beim Sport sehr eingeschränkt. Es gilt die einfache Formel: See better, be better.

Trotzdem: Viele Sportler unterschätzen die Notwendigkeit guten Sehens und den Schutz der Augen. Denn Augen sind empfindlich und schädliche Strahlungen werden oft unterschätzt oder erst viel zu spät wahrgenommen. Das kann zu bleibenden Schäden der Binde- oder Augenhornhaut führen und die Sehfähigkeit mindern. Aber auch Wind, Staub, Sand oder Trockenheit belasten das Auge. Ein belastetes Auge ermüdet. Ein ermüdetes Auge beeinträchtigt unsere Konzentrationsfähigkeit. Eine beeinträchtigte Konzentrationsfähigkeit belastet unser gesamtes System. Wir werden unsicher. Die Leistung lässt nach. Hochfunktionelle Sportbrillen sind daher kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Die Anforderungen, die eine gute Brille erfüllen muss, sind hoch. Ob diese Anforderungen erfüllt werden, ist wiederum eine andere Geschichte. Eine Geschichte, der sich der britische Optometrist Nick Dash angenommen hat. Nick ist Spezialist, wenn es um sportlichen Durchblick geht und hat weltweit schon vielen Spitzenathleten die Augen geöffnet. In einer neuen Studie hat Nick nun verschiedene Sportbrillen in Bezug auf die wesentlichsten Anforderungen des sportlichen Alltages getestet.

Aus dem Augenwinkel

Nicht immer muss etwas im Mittelpunkt stehen, um wichtig zu sein. Manchmal finden sich die wesentlichen Details auch am Rande. Wie beim peripheren Sehen zum Beispiel. Dabei handelt es sich um die visuelle Wahrnehmung außerhalb der Zone des schärfsten Sehens. Simpel ausgedrückt. Es geht um das, was du – wie man so schön sagt – aus den Augenwinkeln heraus wahrnimmst, obwohl du nur geradeaus schaust. Und das ist ganz schön viel. Die Bedeutung des peripheren Sehens liegt insbesondere in der Lokalisation von Objekten, während das zentrale Gesichtsfeld für deren Identifikation zuständig ist. Anders ausgedrückt: Die periphere Objektlokalisation besteht im groben Herausfiltern einer zum gegebenen Zeitpunkt für die jeweilige Tätigkeit relevanten Struktur aus einem sonst mehr oder weniger unspezifischen Hintergrund. So kreieren wir für unsere Handlungen einen Orientierungsrahmen. Und das ist beim Sport ein mehr als wesentlicher Faktor, wie zum Beispiel der Profi-Alpinist und erfahrene Bergführer Michael Lerjen aus Zermatt bestätigt: „Gerade beim Klettern brauche ich den Rundumblick. Sei es um Kontakt mit meinem Kletterkollegen aufzunehmen oder eine Gruppe im Blickfeld zu behalten, die ich in die Berge führe. Hier trage ich auch große Verantwortung und lasse mich auf keine Eventualitäten ein. Zusätzlich muss ich die Umgebung nach Griffen, Tritten oder möglichen Gefahren scannen. Je weniger ich beim Umherblicken meinen Kopf bewegen muss, umso besser.“

Denn jedes Zuviel an Bewegung bedeutet einen Mehraufwand an Energie und kann den Körper in heiklen Situationen destabilisieren. Und Mehraufwand muss betrieben werden, wenn das Sichtfeld eingeschränkt ist. Denn Augen und Kopf bewegen sich beim Sport ständig. Im Schnitt alle drei Sekunden über den Kernbereich von 70° hinaus, das ist der Bereich links und rechts über die Schulter hinweg. Klassische Bergbrillen – wie die gute alte Gletscherbrille mit ihren seitlichen Abdeckungen – erfordern jedoch einen größeren Bewegungsaufwand. Der Kopf muss weiter gedreht werden um gleich viel zu sehen wie zum Beispiel ohne Brille oder mit einer Brille, die das periphere Sehen unterstützt. Dieser größere Bewegungsaufwand kostet mehr Kraft. Und wenn die durchschnittlichen sechs Kilo, die ein durchschnittlicher Kopf wiegt, zur Seite gewuchtet werden, kann sich das auch negativ auf das Gleichgewicht auswirken. Nicht massiv, eher subtil, aber mitten in der Wand auf Mikrotritten stehend oder am Ende eines langen Sporttages sicher nicht ohne unerwünschte Nebeneffekte.

Eine gute Sportbrille sollte daher ein maximales Sehfenster ermöglichen, gleichzeitig aber auch vor einfallendem Streulicht schützen. Hier liegt die technische Herausforderung. Im von Nick Dash durchgeführten Test hat sich gezeigt, dass die tycane pro outdoor den Spagat zwischen seitlichem Schutz und großem Wahrnehmungsfeld sehr gut meistert. Im Bereich des peripheren Sehens punktete die tycane pro outdoor bei statischem Geradeaussehen mit einem lateralen Sehvermögen von 114° - das sind mehr 16° mehr als die zweitbesten Brille im Test. Erreicht wird dieses Sehfenster durch die extrem großen und stark gewölbten 10-base-Filter. Bei einer Drehung des Kopfes zur Seite um 70° ist mit der tycane pro outdoor sogar ein Blickwinkel über 360°, also die volle Rundumsicht, möglich. Das bedeutet: 1.) Geringerer Energieaufwand während der sportlichen Aktivität, da die Umgebung im Rahmen des peripheren Sehens problemlos erfasst werden kann. 2.) Mehr Stabilität für das Gesamtsystem, da sich die Kopfbewegungen reduzieren. 3.) Mehr Sicherheit und eine bessere Performance.

Weniger Salz dank mehr Schaum

Michael Lerjen ist 26 Jahre. Seine Augen sind jedoch bereits doppelt so alt. Zum einen sicherlich, weil er im Rahmen seiner Profibergsteigertätigkeit schon viel gesehen hat. Zum Beispiel alle 4000er Gipfel der Alpen. Oder den Nanga Parbat im Himalaya. Das bedeutet in Summe viel Zeit am Berg und viel Zeit am Berg fordert ihren Tribut, auch und vor allem von den Augen. Bei Michael hat Nick Dash Anzeichen einer Pingaeculae festgestellt. Das hört sich, wie viele lateinische medizinische Fachausdrücke, dramatischer an, als es ist. Diese häufig vorkommende Degeneration der Bindehaut ist als weißgelblicher Fleck in der Lidspalte sichtbar und kommt gerade bei Outdoor-Sportlern häufig vor. Zuviel UV-Strahlung, ja, das wissen wir. Aber dann gesellt sich die Trockenheit dazu, das wissen die wenigsten. Durch Wind, Hitze, Schwitzen – beim Sport verlieren wir Flüssigkeit. So auch das Auge, zu messen an der Salzkonzentration der Tränenflüssigkeit. Und das hat Nick Dash getan. Einmal am Morgen. Einmal am Abend. Dazwischen reichlich Aktivität und wiederum verschiedene Sportbrillen. Je dehydrierter die Augen, desto salziger die Tränenflüssigkeit, so Nick. Bei Brillen ohne seitlichen Anschluss hat sich ein alarmierender Wert gezeigt, weit über dem kritischen Niveau. Bei der tycane pro outdoor war der Wert am Abend sogar besser als am Morgen. Warum?

In die Konstruktion ist ein Schaumstoffabschluss (Foam Pad) integriert. Dieser hält nicht nur seitliche UV-Strahlung, sondern auch austrocknenden Wind oder Fremdkörper ab. Mit dem Effekt, dass das Auge während der sportlichen Tätigkeit nicht dehydriert. Die tycane pro outdoor erledigt diesen Job genauso gut wie eine Skibrille, die Nick zum Vergleich ebenfalls mit ins Rennen geschickt hat. Sprich: Einen besseren Schutz vor Hydration gibt es nicht. Und vor der UV-Strahlung auch nicht.

Leichtsinn mit dem Sehsinn

Der ungetrübte Blick in die Sonne kann bereits nach Sekunden oder wenigen Minuten bleibende Augenschäden hervorrufen. Dass mussten die Enthusiasten der partiellen Sonnenfinsternis 1912 in Deutschland schmerzhaft feststellen. Anschließend wurden bei mehr als 3000 Personen Augenveränderungen festgestellt, bei circa zehn Prozent sogar eine bleibende Sehverschlechterung. Natürlich, wer blickt schon direkt in die Sonne und die nächste Finsternis ist in weiter Ferne. Beim Outdoor-Sport kann jedoch die verstärkte Sonneneinstrahlung wie auch deren Reflexion eine ähnliche Belastung für das Auge darstellen. So reflektiert zum Beispiel Schnee 80-95 Prozent des Lichtes, während Grünflächen nur sechs Prozent zurückwerfen. Wasser und Felsen liegen irgendwo dazwischen, können aber je nach Einfallwinkel der Sonne dem Schnee schon sehr nahe kommen. Und: Pro 1000 Höhenmeter nimmt die Strahlung um bis zu 16 Prozent zu. Bergsport kann daher eine Gefahr für das Auge darstellen. Bei chronisch stärker lichtexponierten Personen entstehen 30 bis 40 Prozent der altersbedingten Hornhaut- und Bindehautveränderungen durch UV-Lichtschäden. Die Hornhaut absorbiert hauptsächlich UV-C- und UV-B-Strahlung, die Augenlinse UV-B- und UV-A-Strahlen. Die restliche Strahlung erreicht fast ungehindert die Netzhaut, insbesondere die Stelle des schärfsten Sehens, die Macula. Dazu kommt, dass wir 80 Prozent der gesamten Belastung durch UV-Strahlen bereits vor dem 18. Lebensjahr erreicht haben, weil Kinderaugen erstens empfindlicher gegen Sonnenlicht und Kinderseelen empfindlicher gegenüber dem Tragen von Sonnenbrillen sind.

Die Notwendigkeit eines umfassenden Lichtschutzes liegt auf der Hand. Qualitativ hochwertigste Filter sowie ein ernstzunehmender Seitenschutz sind bei Sportbrillen gefragt. Auch diesen Aspekt hat Nick Dash untersucht. Fazit: Lifestylebrillen haben draußen wenig zu suchen. Denn egal ob Berg, Wasser oder Strand – Streulicht gibt es überall und im schlimmsten Fall wird dieses, schräg einfallend, innen von dem Brillenglas auch noch zurück in das Auge reflektiert. Die ultimative Kombination, die es unter allen Umständen zu meiden gilt: Freizeitbrille, Kontaktlinsen, Gletscher. Weil auch Kontaktlinsen das Auge austrocknen und ein trockenes Auge anfälliger für UV-Schäden ist.

Quelle der Studie: Nick Dash im Auftrag von adidas eyewear