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Skifahren in Norwegen: Freeriden im schneereichsten Ort Europas

6. Januar 2015 | Christoph Schrahe

Skigebiete in diesem Artikel: Røldal

Tief verschneite Berge in Roldal (NOR) - ©Røldal Skisenter

Tief verschneite Berge in Roldal (NOR)

Copyright: Røldal Skisenter

Auch wenn es inzwischen geschneit hat: In Wintern wie diesen kann man sich schon mal die Frage stellen, wo auf den Schnee denn eigentlich noch Verlass ist. Im norwegischen Fjordland tragen schon tausend Meter hohe Berge Gletscher - ein ziemlich sicheres Indiz dafür, dass es hier mächtig viel schneit. Als besonders schneesicher gilt der kleine Ort Røldal, der ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Bergen und Oslo liegt.

Elf Meter Schneefall im Jahr

"Ist dir eigentlich klar, dass du auf dem Dach einer Hütte stehst?", fragt Pelle Gangeskar. Er weiß um die Wirkung seiner Worte, denn eine Hütte ist weit und breit nicht zu sehen. Wie auch, ist sie doch unter einer rund vier Meter mächtigen Schneedecke begraben. Wir sind im Skigebiet von Røldal, dem schneereichsten Ort Europas - sagt zumindest das norwegische Patentamt, das den Claim offiziell abgesegnet hat. Ganz gleich, wie man dessen Kompetenz für derartige Angelegenheiten bewertet, elf Meter Schneefall pro Jahr sind ein Wort und in einer Liga mit den schneereichsten Orten der Rocky Mountains.

In Røldal liegt die Baumgrenze auf 800 Meter und damit niedriger als auf diesem Breitengrad üblich. Die Skisaison dauert bis Mai. "Schnee haben wir hier bis Mittsommer, aber dann kommen keine Leute mehr", ergänzt Pelle. Abgesehen vom norwegischen Skiteam, das Røldal regelmäßig als frühsommerliches Trainingsquartier wählt. Selten bevölkern mehr als 50 Skifahrer das Areal, dessen gewalzte Strecken eher als freundliche Konzession an eine Minderheit der Gäste zu verstehen sind.

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Durch den Powder

Die Pisten sind beim Blick auf den Berg nur schwer auszumachen, da die Markierungspfosten fehlen. Die stellen sie hier nur bei schlechter Sicht auf - um sie nach Liftschluss wieder einzusammeln. Ansonsten würden sie zu häufig am nächsten Morgen unter einer dicken Schneedecke verschwunden sein. Heute spart man sich die Arbeit, denn die Sonne scheint.
Beste Voraussetzungen also, das zu tun, wofür die meisten Skifahrer diesen Ort ansteuern: Freeriding. Bloß: Nach Tauwetter und einer frostigen Nacht ist der Schnee abseits der Pisten pickelhart, abgesehen von einigen Inseln windgepressten Neuschnees. Fahrbar, mehr nicht.

So bleibt Pelle nichts anderes übrig, als mit dem Stock auf die schönsten Varianten zu zeigen. Da sind die Hänge am Elvershei, die bis weit hinunter zur Zufahrtsstraße reichen. Per Skibus gelangt man wieder zurück zu den Liften. Gegenüber locken die Couloirs, wo 2012 die Freeriding World Tour gastierte. Mit ein wenig Traversieren steht einem in Røldal eine ganze Freeriding-Welt offen, mit kurzen Anstiegen ein ganzes Universum.

Kein Wunder, dass 20 Kinder des örtlichen Sportvereins in dessen "Future Freeriders"-Team sind - bei 500 Einwohnern. Ein Grund für diese stattliche Quote dürfte auch Pelle sein, der das Team trainiert. Seine Leidenschaft fürs Skifahren kennt keine Sommerpause. Mit ein paar Freunden geht er jeden Monat mindestens einmal Freeriden. "Das ziehen wir schon seit einigen Jahren so durch", spricht es und zeigt auf all die Berge, die auch im Juli und August noch gute Abfahrten bieten - wenn man willens ist, aufzusteigen. Denn Helikopter und andere Motorisierung sind in der Wildnis Norwegens verboten.

Skigebiet könnte noch größer werden

Das weitere Liftanlagen in den nächsten Jahren entstehen, ist allerdings möglich. Das genehmigte Skigebiet ist weit größer als der aktuell erschlossene Bereich. Eine neue Anlage kam zur Saison 2014/15 hinzu. Der Røldal Ekspress erweitert das Skigebiet nach unten. Eine Erweiterungsvariante, derer sich in diesen klimagewandelten Zeiten nur wenige Skigebiete bedienen. Die schnelle Vierersesselbahn bedient leichte Abfahrten und sorgt für den Liftanschluss des Hüttendorfs, das bislang nur an den Wochenenden voll belegt ist.

Trotz des neuen Lifts ist Røldal ein Ort wie aus einer anderen Zeit, das Talstationsgebäude eine bessere Garage, die Lifte fast alle alt und langsam und irgendwie kennt jeder jeden. Dass die Moderne hier noch nicht so ganz Einzug gehalten hat, liegt auch an der schlechten Erreichbarkeit. Abgesehen von einigen Tunneln fährt man nach Røldal nur über schmale, kurvige Straßen. Es gibt Pläne für einen Hochgeschwindigkeitszug von Oslo nach Bergen, und der würde in Røldal halten. Wenn es so kommt, dürfte es mit der Ruhe vorbei sein.

Weitere Informationen:
Skigebiet: 15 km Pisten, 7 Lifte, 680-1.284 m, Tagespass Erwachsene/Kinder (Hochsaison) in Røldal 370 NOK/245 NOK (ca. 40/27 Euro).
Anreise: mit Color Line (Autofähre) täglich um 14 Uhr von Kiel nach Oslo, Ankunft in Oslo um 10 Uhr am nächsten Tag, Fahrtzeit nach Røldal ca. fünf Stunden, www.colorline.de.
Unterkunft: Hotel Hordatun, N-5760 Røldal, Tel. 0047-9345-0293, www.hordatun.no,
Abfahrt bis zum Hotel möglich, an Wochenenden Skibus zur Talstation, Après-Ski, gute Küche, Skischuhtrockner auf dem Zimmer, kostenloses W-Lan, DZ ab 1290 NOK (ca. 142 Euro).
Auskunft: Røldal Skisenter, Tel. 0047-5365-4800, www.roldal.com.

 

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