Lange Anfahrten, Ausgaben für Benzin, Vignetten, Tunnel, nervige Staus, die Sorge um unpassierbare Straßen: Es gibt viele Gründe, im Skiurlaub auf das eigene Auto zu verzichten. Das liegt auch an den immer besseren Anreisealternativen.

Warum nicht mal mit dem Zug ins Skigebiet?

Gerade die Bahn ziehen immer mehr Urlauber dem Auto schon aus Umweltschutzgründen vor. Aber auch finanzielle Aspekte spielen eine Rolle. Auf Schienen fahren Kinder unter 15 Jahren in Begleitung der Eltern respektive Großeltern auf allen deutschen Strecken gratis, oft gilt das auch bei grenzüberschreitenden Fahrten. Für Erwachsene bestehen ebenfalls günstige Angebote, allen voran das Europa-Spezial Österreich, mit dem Wintersportler von allen deutschen Bahnhöfen ab 39 Euro ins Nachbarland fahren - ab München sogar ab 19 Euro. Mit der BahnCard 25 reduziert sich der Preis noch einmal. Da geht es dann ab 30 Euro von Hamburg nach Mayrhofen ins Zillertal oder ab 15 Euro von München nach Schladming in der Steiermark - Top-Verbindungen in Top-Skigebiete. Euer Gepäck, inklusive Skitasche, könnt ihr für Ziele in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien auch per DB Gepäckservice vorschicken lassen, diesen Service gibt es für Bahn-Card Inhaber ab 14,50 €.

Ein anderer Skiort im Skiverbund Ski amadé ist ebenfalls ideal angeschlossen und bietet Bahnfahrern überdies Rabatt auf das Skiticket: St. Johann in der Salzburger Sportwelt. Auch St. Anton am Arlberg, Bad Gastein, Seefeld, Imst/Pitztal, Mallnitz, Kitzbühel und Zell am See haben Gleisanschluss.

Beste Reisebedingungen in der Schweiz

Die Schweizer setzen als Bahn-Europameister freilich noch eins drauf. Mehr als 40 Skigebiete sind öffentlich gut und günstig erreichbar, darunter Zermatt, Grindelwald und Hoch-Ybrig sowie viele andere Skigebiete. Oft liegt die Talstation vis-à-vis der Bahnstation, zum Beispiel in Arosa oder Flims. Am Garmischer Hausberg, wo häufige Direktverbindungen von München aus bestehen, ist das ebenso. Auch im Südtiroler Skigebiet Kronplatz hält die Bahn seit 2011 direkt an der Liftstation in Percha. Weiteres Plus: Am An- und Abreisetag können die Bahnreisenden dort einen kostenlosen Shuttle-Service nutzen, der sie zum Hotel beziehungsweise retour zum Bahnhof bringt. Bahnfreundliche Betriebe, die gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, bieten außerdem spezielle Packages für die Bahnfahrer an.

Immer weniger eine Überlegung wert ist die CityNight Line, mit der man abends in den Zug einsteigen und morgens ausgeschlafen ankommen konnte. Leider wurde das Streckenangebot inzwischen deutlich reduziert, Zielorte wie Innsbruck, Kufstein oder Wörgl in Österreich sowie Tarvisio in Italien sind nur noch ab München erreichbar, Startpunkte im Ruhrgebiet oder Saarland entfallen. Und wer bereits in München ist, benötigt keine Nachtfahrt mehr, um nach Tirol zu kommen ...

Fernbusse eine neue Alternative

Die Bahn streicht dieses Angebot auch wegen der ständig verbesserten Alternativen ein. Hierzu hat das im vergangenen Jahr stark ausgebaute Fernbussystem beigetragen. Bezieht man sich auf die reine Umweltbilanz, liegt der Reisebus bei Vollbesetzung sogar noch vor der Bahn. Allerdings sind die Angebote noch nicht so weit ausgebaut wie bei der Konkurrenz auf Schienen.

Ganz gleich, wie man den weiten Weg meistert: Es bleibt die Frage der Mobilität vor Ort. In autofreien beziehungsweise stark verkehrsreduzierten Skiorten wie Zermatt, Saas-Fee, Mürren oder dem französischen Valmorel ist das Verkehrssystem bestens darauf ausgelegt. In Serfaus gibt es sogar seit über 25 Jahren eine eigene Dorf-U-Bahn.

Aber auch anderswo kommen die Gäste besser herum als gemeinhin angenommen. So ist bei vielen Skipässen die Benutzung der regionalen Skibusse inbegriffen - und die umfassen durchaus auch weitere Strecken von und zum Skigebiet. Und manche Städte bieten sogar mit ihrem öffentlichen Nahverkehr den Zugang zur Piste. In Innsbruck etwa geht es in rund 20 Minuten von der Altstadt zur Bergstation der Nordkettenbahnen. Etwas länger dauert es von Zürich zum Flumserberg. Allerdings hält die S-Bahn hier direkt an der Gondeltalstation.

Für welche Anreise ihr euch entscheidet - mit einem kleinen bisschen Vorplanung kann man auch ohne Auto ins Skigebiet kommen - und erspart sich somit den obligatorischen Ferienstau und das Anlegen der Schneeketten. Gute Reise!