Bei den Burton European Open kämpften die besten Fahrer der Welt um die Titel im Slopestyle und der Halfpipe. Am Ende waren die Verhältnisse wegen der starken Schneefälle nicht einfach, die Veranstalter brachten dennoch einen tollen Wettbewerb zustande.

Slopestyle: Sandbech und Prior siegen

Nachdem die Eliminations sowohl Donnerstag als auch Freitag aufgrund der Wetterlage abgesagt werden mussten, hatten alle Rider die Chance auf den Slopestyle-Titel. 16 Frauen und 31 Männer gingen im SnowPark an den Start, um in jeweils zwei Runs die Judges mit ihren Tricks zu überzeugen.

Christy Prior (NZL) beeindruckte bereits in ihrem ersten Run mit einem Frontside 540 Nosetap to Half Cab, Frontside 50-50, Straight Air to Frontside 540, Cab Underflip Melon, Frontside 720 Melon und einem Backside 540 Indy und erhielt mit 84.00 Punkten den Topscore der Damen. Die frisch gebackene Slopestyle-Gewinnerin, die das erste Mal bei den BEO teilnahm, war glücklich über ihren Titel: „Ich freue mich wirklich riesig“, so Prior. „Es ist mein erstes Mal bei den Burton European Open und ich hatte erst eine Woche mit frischem Powder, heute strahlend blauen Himmel – es war fantastisch.“

Die Olympische Goldmedaillen-Gewinnerin Jamie Anderson war Prior dicht auf den Fersen. Die Judges bewerteten die Leistung der Kalifornierin mit 78.55 Punkten und einem verdienten zweiten Platz. Bronze ging an Enni Rukajärvi aus Finnland, die besonders in ihrem zweiten Run glänzen konnte.

Nach den Frauen gingen die Männer um die BEO-Krone an den Start. Bis zum zweiten Run boten sich die Männer ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das Stale Sandbech (NOR) schlussendlich für sich entscheiden konnte und Mark McMorris (CAN) knapp auf die Plätze verwies. Im ersten Run und mit 85.60 Punkten hatte noch McMorris die Nase vorn, bis Sandbech mit einem perfekten zweiten Run den Topscore von 91.40 einfuhr. McMorris ging als letzter an den Start, konnte mit einem Score von 85.60 Sandbech allerdings nicht mehr vom Thron stoßen. Der Gewinner-Run von Stale Sandbech beinhaltete einen Frontside 540 Nosetap to Cab 540, Frontside Blunt 270 out, Double Crippler Indy, Backside 1260 Mute, Cab 1260 Melon und einen Frontside 1080 Indy – damit konnte sich Stale zum ersten Mal die BEO Krone aufsetzen. „Ich wollte unbedingt aufs Podium, trotz der unglaublich starken Konkurrenz“, so der Norweger. „Laax ist ein ganz besonderer Ort für mich, da ich mir hier vor ein paar Jahren meinen ersten internationalen Titel sichern konnte.“

Der Run von McMorris stand dem von Sandbech kaum nach: Millerflip to Backflip 1080 Indy, Hardway Cab 270 on, half Cab to backside 540 Indy, Switch Backside 1260 Mute, Frontside Double Cork 1080 Mute und Backside Double Cork 1080 Indy verwiesen ihn nur knapp auf Platz 2. Torstein Horgmo (NOR) überzeugte ebenfalls mit einem soliden Run, was ihm Bronze brachte.

BEO 2015 Women’s Slopestyle Finale (Top 5)

1. Christy Prior, NZL, ROCKSTAR, 84.00

2. Jamie Anderson, USA, OAKLEY, 78.55

3. Enni Rukajärvi, FIN, BURTON, 75.20

4. Cheryl Maas, NED, ROCKSTAR, 70.10

5. Ty Walker, USA, RED BULL, 68.55

BEO 2015 Men’s Slopestyle Finale (Top 5)

1. Stale Sandbech, NOR, OAKLEY, 91.40

2. Mark McMorris, CAN, BURTON, 85.60

3. Torstein Horgmo, NOR, DC, 83.25

4. Niklas Mattsson, SWE, ROME, 80.85

5. Peetu Piironinen, FIN, GIRI, 80.75

Halfpipe: Podladtchikov und Clark dominieren

Konstanter Schneefall über den Tag war durchaus eine Herausforderung für die Halfpipe-Finals der Top 10 Männer und der Top 6 Frauen, die in drei Runs ihr Können bewiesen und in der 200 Meter langen Halfpipe (60 Meter länger als vorher), zwischen sechs und sieben Tricks zeigten.

Ausnahme-Snowboarderin Kelly Clark (USA) sicherte sich bereits in ihrem ersten Run, der mit 85.24 Punkten bewertet wurde, den Titel und ist mit ihrem sechsten BEO-Titel Rekord-Siegerin. Frontside Air, Backside 540 Mute, Frontside 720 Indy, Cab 720 Indy, Crippler Stalefish and und ein Method Air sorgten für die höchste Wertung. In ihrem zweiten und dritten Run wagte sich die Amerikanerin an den 1080 heran, den sie aber beide Male nicht stehen konnte. „Die Bedingungen heute waren für uns Frauen eine große Herausforderung“, so die 31-Jährige. „Die Pipe war teilweise etwas langsam, aber ich bin sehr glücklich über meinen ersten Run und freue mich über mein Ergebnis.“

Die 14-jährige Chloe Kim (USA) erreichte in ihrem ersten und besten Run 84.25 Punkte und war Kelly Clark somit dicht auf den Fersen. Nadja Purtschert (25, SUI) sicherte sich Bronze und landete mit 62.75 Punkten das erste Mal auf dem BEO-Podium.

Die Männer lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen unter wechselnden Wetterbedingungen. Arthur Longo (FRA), Christian Haller (SUI), Tim-Kevin Ravnjak (SLO) und die anderen Jungs lieferten ein würdiges Finale, bei dem schlussendlich der Schweizer Iouri „iPod“ Podladtchikov die Nase vorne hatte. 90.25 Punkte gab es bereits in seinem ersten Run bestehend aus einem Method Air, Frontside 900 Tail Grab, Backside 900 Mute, Frontside 1080 tail Grab, Cab Double Cork 1080 Indy und einem Frontside Double Cork 1080 Truckdriver, der ihm seinen dritten BEO-Titel einbrachte. „Es ist unglaublich, hier zu gewinnen, da ich in Laax begonnen habe, Halfpipe zu fahren,“ so Podladtchikov. „Das Level der Rider war großartig und die Pipe wird von Jahr zu Jahr noch besser. Die BEO sind immer wieder fantastisch.“

Der 16-jährige Japaner Ayumu Hirano erreichte 88.75 Punkte und somit Silber. Der 18-jährige Laax-Local David Habluetzel landete mit 84.99 Punkten auf dem dritten Platz und somit das erste Mal auf dem Podium bei den Burton European Open.

Alle Highlights des Events können auf www.burton.com/BEO noch einmal miterlebt werden.

BEO 2015 Women’s Halfpipe Finals

1. Kelly Clark, USA, BURTON, 85.24,

2. Chloe Kim, USA, BURTON, 84.62,

3. Nadja Purtschert, SUI, NITRO, 62.75,

4. Holly Crawford, AUS, 60.87,

5. Mirabelle Thovex, FRA, PROTEST, 55.37,

6. Queralt Castellet, ESP, YONEX, 23.37

BEO 2015 Men’s Halfpipe Finals

1. Iouri Podladtchikov, SUI, MONSTER, 90.25,

2. Ayumu Hirano, JPN, NIKE, 88.75,

3. David Habluetzel, SUI, BURTON, 84.99,

4. Arthur Longo, FRA, VOLCOM, 84.63,

5. Christian Haller, SUI, BURTON, 74.37,

6. Jan Scherrer, SUI, NIKE, 74.24,

7. Seamus O’Connor, IRL, RIDE, 72.12,

8. Taylor Gold, USA, MONSTER, 22.50,

9. Tim-Kevin Ravnjak, SLO, OAKLEY, 22.25,

10. Jake Pates, USA, ROCKSTAR, 15.74

Quelle: Red Bull