Eine gute Optik ist beim Skifahren extrem wichtig. Warum, das lest ihr unter anderem in diesem Artikel. Die Brillenfirmen haben sich in den vergangenen Jahren viele Technologien zu eigen gemacht und immer weiter entwickelte Modelle an den Markt gebracht. Auch für die Saison 15/16 wird es neue Skibrillen geben. Drei davon haben wir bereits am Ende des vergangenen Winters testen können. Die Marker 3D+ OTIS, die K2 Source Z und die Scott LCG. Hier lest ihr unsere Meinung zu den drei Produkten

Das sagen die Hersteller

Marker 3D+ OTIS: Diese Brille ist ein Feuerwerk an Innovationen. Die 3D+ OTIS wartet mit einem völlig neuen Scheiben- und Verriegelungssystem auf, das den Gläserwechsel einfacher und schneller denn je gestaltet. Die CONVERTIBLE LENS TECHNOLOGY mit extra großem Sichtfeld kennt kein nerviges Fummeln, keine abgebrochenen Fingernägel – dafür das Dreipunkt-Click-In’n’Lock System für sekundenschnellen Scheibentausch. Als erste Brille besitzt die 3D+ OTIS zusätzlich zur extrem weichen, dreilagigen Xdry-Gesichtsauflage eine integrierte 3mm MAP PROTECTOR Schicht. Preis: 169,95€

K2 Source Z:  Mit der neuen Source Z und Source bringt K2 zwei neue Performance-Googles auf den Markt, an denen im Winter 2015/16 niemand vorbei kommt. Sie überzeugen mit einer modernen, rahmenlosen Konstruktion, einem anpassbaren Rahmendesign und einem einfach zu bedienenden EZ-Swap-Scheibenwechsel-System. Damit lassen sich die Scheiben in wenigen Sekunden austauschen für optimale Sicht bei allen Licht- und Wetterbedingungen. Der hochwertige Source-Rahmen erlaubt nicht nur ein schnelles Wechseln der Scheibe, sondern verfügt auch über eine sogenannte Drip Lip entlang der Oberseite des Rahmens, die verhindert, dass Schmelzwasser von oben über die Scheibe läuft. Außerdem optimiert dieses Design die Helmkompatibilität der Goggle. Die abnehmbaren Ausleger sorgen für eine perfekte Passform, egal ob man die Goggle über oder unter dem Helm trägt. Sowohl die Source Z als auch die Source werden je mit zwei hochwertigen sphärischen Scheiben geliefert. Diese sind einfach zu reinigen, wasserabweisend, kratzfest und verfügen über einen integrierten Blendschutz. Die mitgelieferte Wechselscheibe kann ebenso wie die ganze Goggle in einem Softshell-Etui sicher und immer griffbereit aufbewahrt werden. Insbesondere die Zweitscheibe der Source Z, die Sonar-Wechselscheibe von Zeiss, ermöglicht intensivere Kontraste, bessere Farbsicht und optimierte Tiefenwahrnehmung bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen. Preis: 129,95€ 

Scott LCG: Der absolute Champion unter den Skibrillen, die SCOTT LCG. Sie ist mit dem preisgekrönten Lens Change System von SCOTT ausgestattet und setzt jetzt noch höhere Maßstäbe. Die leicht auswechselbaren Scheiben und das Fit System ermöglichen es jedem Skifahrer, sich 100%ig an die Sichtverhältnisse anzupassen. Dank der LCG samt tragbarem, schlichtem Scheibenetui kannst du dich jetzt schnell und zuverlässig auf alles einstellen, mit dem die Berge dich konfrontieren. Preis: 199,95€

 

Das sagt die Skiinfo-Redaktion

Marker 3D+ OTIS: Die 3D+ OTIS von Marker wogen wir in unserem Test mit 170 Gramm, sie ist knapp 40 Gramm schwerer als die Brillen von K2 und Scott, also auch etwas voluminöser. Die 3D+ OTIS kostet 169,95€ und ist damit relativ teuer, aber immerhin noch 20 Euro günstiger als die Scott LCG. Im Test waren wir von der Brille insgesamt nicht außergewöhnlich beeindruckt. Positive Aspekte waren definitiv der gute, schnell und kraftsparend funktionierende Scheibenwechsel sowie die Materialien und die Verarbeitung. Zum Beispiel bietet die 3D+ OTIS ein breites und stabiles Band mit einem Gummistreifen gegen das Verrutschen. Die Einstellung der Bandlänge hätte unserer Meinung aber etwas leichter gehen können, es läuft recht schwerfällig durch die Schnallen. Gut ist auch der Xdry TRIPLE LAYER FACE FOAM, also die drei Schaumstoffschichten, die auf dem Gesicht aufliegen. Hier offenbarte sich unseren Testträger ein angenehmes Gefühl auf der Haut und kritische Bemerkungen blieben aus. Weniger überzeugten uns die Spiegelung und das Sichtfeld. Bei viel Sonnenschein bemerkten unsere Tester eine merkliche Spiegelung innen, das stört. Allerdings gefiel uns die Optik bis auf die Spiegelung gut: Das Bild ist natürlich, leicht orange-sepia-gefärbt und angenehm zu den Augen. Das Sichtfeld ist seitlich groß genug, nach unten wird es aber beschränkt, was uns beim Skifahren als nicht optimal erscheint. Auffällig: Unsere Tester bemängelten unabhängig voneinander einen starken Luftzug an der Stirn beim Tragen eines Helmes. Anscheinend bildet sich einer starker Luftwirbel bzw. die Lüftungslöcher der Brille lassen viel Wind an das Gesicht - bei kalten Temperaturen nicht das Nonplusultra.

 

K2 Source Z: Die K2 Source Z wogen wir vor unserem Test mit nur 127 Gramm, das ist extrem leicht. Sie soll im Handel lediglich 129,95 € kosten, die Version ohne Zeiss-Wechselscheibe "Source" nur 99,95€ - ein Preis, der für viele interessant sein dürfte. Die K2 Source Z erreichte uns in einem coolen Case, das platzsparend designt und gleichzeitig robust ist. Die Brille ist sehr weich und elastisch, passt sich gut dem Gesicht an. Das Brillenband ist ebenfalls gut, breit und mit gummierten Einsätzen gegen das Verrutschten ausgestattet. Die Passform ist gut, die Brille ist nicht zu groß und nicht zu klein und bietet einen schönen Überblick in alle Richtungen. Nicht so gut haben uns die Schnallen des Brillenbandes gefallen: Sie sind zwar elastisch und lassen sich biegen, bei großer Krafteinwirkung (Sturz oder sehr grober Bedienung der Verstellungsmöglichkeit) besteht Bruchgefahr. Zur Optik: Leichte Spiegelungen innen an der Brille bermerkten wir auch hier, doch störten sie nicht so stark wie bei der Brille von Marker. Die aufhellende Scheibe spiegelt dabei etwas mehr als das normale Glas, allerdings nutzt man dieses ja auch eher bei dunklen Verhältnissen und weniger Sonneneinstrahlung. Apropos Aufhellung: Wir fanden, dass die Zweitscheibe die Farben eher absorbiert und entsättigt, während K2 in seiner Produktbeschreibung von "intensiveren Kontrasten und besserer Farbsicht" spricht - so unterschiedlich kann Wahrnehmung sein. Richtig aufhellend ist die Scheibe in jedem Fall nicht, hier haben andere Brillen unserer Meinung nach mehr drauf. Gut gefallen hat uns die Performance der normalen Scheibe bei Sonnenschein und vor allem auch der Scheibenwechsel: Das Wechselglas wird einfach in die Halterungen geclippt, was Dank der elastischen Brille auch gut gelingt. Top!

 

Scott LCG: Die Scott LCG ist ähnlich leicht (139 Gramm) wie die Brille von K2 und fühlt sich auch sehr leicht in der Hand und am Kopf an. Sie kostet 199 Euro und ist damit die teuerste Brille in unserem Kurztest. DieLCG kommt mit einem Super-Case für die Ersatzscheibe, für die Brille selbst gibt es aber nur einen Brillensack ohne besonderen Schutz, hier hätten wir uns etwas mehr gewünscht. Die LCG verfügt über stabile Schnallen, die sehr leicht zu verstellen sind - das gab von unseren Testern erste Pluspunkte. Das Modell ist relativ schmal und hat keine Übergröße, Passform und Tragekomfort gefällt. Die dicken Polster tragen sich sehr angenehm und sorgen für einen guten Kontakt zwischen Gesicht und Brille. Die LCG ist insgesamt eher stabil und steif, der Rahmen ist kaum beweglich - ein ganz anderes Gefühl als mit der Brille von K2. Das Scheibenwechselsystem gefiel uns eigentlich sehr gut: Man schiebt vorne rechts an der Brille einen kleinen Hebel nach oben, daraufhin hebt sich die Scheibe etwas nach vorn und man kann sie locker "enthaken" und wegnehmen. Kein Krafteinsatz, keine Gefummel, super. Aber: Erstens ist der Hebel unserer Meinung nach geringfügig zu klein und zweitens kann es sein, dass der Mechanismus etwas hakt. Er bleibt zwar stets bedienbar, aber manchmal etwas schwerfällig. Somit gab es von uns nur 8/9 von 10 möglichen Punkten. Gut: Die Brille verfügt unten über zwei "Einstellschrauben". Diese kann man in vier Positionen einstellen und somit den Sitz der Brille leicht verändern. Ebenfalls positiv ist der breite Strap mit Gummi gegen Verrutschen. Und die Optik? Die Scheiben sind gut, haben kaum Spiegelungen innen. Beide bieten ein sehr natürliches Bild, die verdunkelnde Scheibe absorbiert viel Licht und sorgt vor allem bei starkem Sonnenschein für gute Sichtverhältnisse. Die hellere Scheibe, die im Vergleich mit anderen eher klar und weniger aufhellend ist, ist für dunkle und wolkige Verhältnisse, sorgt aber nicht für eine Kontrasterhöhung. Bei diesigen, nebligen Verhältnisse war für uns die Scott LCG also nicht erste Wahl.

Fazit: Alle drei Brillen sind sehr gute Skibrillen und ohne Frage top zum Skifahren geeignet. Insgesamt bewerteten wir die teuerste Brille im Test, die Scott LCG, am besten und sahen die K2 Source Z knapp auf Platz 2 vor der Marker 3D+ OTIS.