Die Skiregion Davos-Klosters erstreckt sich über rund 25 Kilometer von der Madrisa im Norden bis zum Rinerhorn im Süden. Dazwischen liegen noch die Skigebiete Parsenn, Pischa und Jakobshorn. Ein riesiges Areal, das sich rühmt, mehr Freeride-Runs (über 100) und mehr freies Gelände als jedes andere Wintersportgebiet der Schweiz bereit zu halten. Dazu kommt, dass Freerider weitere benachbarte Skigebiete in ihre Planung einbeziehen können. Die Madrisa-Runde ins österreichische Gargellen und zurück ist ein Klassiker, aber auch die Fideriser Heuberge, Arosa und Lenzerheide liegen in Reichweite.

Kein Wunder, dass es für diese gigantischen weißen Kosmos eigene Freeride-Guides gibt, sowohl in Buchform, als auch als App. Letztere heißt Free.Ride.Scout und ist sogar kostenlos. Die App stellt detailliert die geöffneten Routen dar. Aber nur, wenn der Nutzer zuvor bestätigt, dass der Helm auf dem Kopf, Sonde und Schaufel an Bord sind und das LVS-Gerät aktiviert ist. Die aktuellen Tagestipps stellt ein örtlicher Bergführer ins System ein, einschließlich aktuellem Wetter- und Lawinenlagebericht. Für Freeride-Einsteiger gibt es in Davos-Klosters zahlreiche markierte Skirouten. Am Jakobshorn führen diese weitab des Skigebietes in Seitentäler hinunter. Zur Einstieg in die Route Mühle gelangt man nach einem kurzen Schieber von der Bergstation der Sesselbahn Jatz. Der Endpunkt des Runs liegt nach rund 900 Höhenmetern an der Bushaltestelle Mühle im Ortsteil Clavadel. Auch vom Endpunkt Teufi, die direkt an der Bergstation Jakobshorn startet und an dessen Südseite hinabführt, kommt man per Bus zurück nach Davos.

An Jakobshorn (Bergstation des Carjöler Sessellifts) befindet sich auch das Lawinen-Trainings-Center. Hier kann unter realistischen Bedingungen die richtige Anwendung des LVS-Geräts geübt werden. Mit Pischa hat Davos sogar ein reines Freeridegebiet im Portfolio. In dem sonnigen Areal an der Straße zum Flüelapass werden die gesicherten Pisten und die Talabfahrt nicht präpariert. Leider wird der Skiliftbetrieb auf die Saison 2015/16 eingestellt und es verkehrt nur noch die Pendelbahn von Dörfji auf die Pischa, was die Möglichkeiten doch etwas einschränkt. Unter anderem verlängert sich die Traverse zum Start der Giraffe dadurch um einen satten Kilometer.

Demgegenüber fast zu leicht zugänglich sind extrem steilen Hänge der Gotschnawang, Sie stürzen direkt unter der Seilbahntrasse in Richtung Klosters. Gotschnawang und der benachbarte Drostobel sind so steil, dass sich nicht einmal Buckel bilden. Wer hier stürzt, bekommt seine Gliedmaßen erst nach einer Rutschpartie über 500 Höhenmeter wieder unter Kontrolle. Früher waren diese Varianten ebenso wie die auf den Drostobel folgende Chalbersäss als reguläre Abfahrten im Pistenplan verzeichnet – das hat man dann irgendwann lieber gelassen.

Skigebiet: 810-2844 m, 60 Lifte, 294 km Abfahrten

Schneefall: im Ort 468 cm, auf dem Weissfluhjoch (2690 m) 980 cm pro Winter

Unterkunft: Youthpalace Davos, das 1913 erbaute ehemalige Sanatorium «Beau-Site» wurde vor 15 Jahren von den Schweizer Jugendherbergen übernommen und modernisiert, Bett im Sechser-Zimmer ab 36 Franken, DZ mit Dusche/WC, Balkon und TV ab 130 Franken (jeweils inkl. Frühstück), Tel. +41 81 410 19 20, www.youthhostel.ch/davos.

Guides: Martin Ruggli, dipl. Bergführer IVBV/UIAGM, bietet Tages-Freeridtouren für 1-2 Personen für 500 Franken an, eine Gruppe mit sechs Personen kostet 720 Franken, Tel. +41 (0)79 429 26 84, E-Mail: martin@swissfreeride.ch

Info: www.davos.ch