Wird der kommende Winter endlich wieder ein richtiger oder bleiben viele Pisten grün? Das weiß heute noch niemand mit Gewissheit. Eins ist aber sicher: Skifahren wird noch teurer. Die Bergbahnen haben zur neuen Saison nämlich wieder kräftig an der Preisschraube gedreht.

Seit zwölf Jahren vergleicht die Skiatlas-App Schneeundmehr die Preise der 50 führenden Skipässe im Alpenraum. Die Auswertung für den kommenden Winter zeigt den Trend: Der Durchschnittspreis für die bei Urlaubern besonders beliebten Sechstageskipässe steigt von 253,60 auf 266,10 Euro. Das sind fast fünf Prozent mehr als in der vergangenen Saison.

Besonders teuer wird der Pistenspaß in der Schweiz: Wer mit seinen Euro zwischen Graubünden und Wallis Skiurlaub machen will, der muss nämlich zusätzlich den stark aufgewerteten Schweizer Franken verkraften. Die teuersten zehn verglichenen Skipässe stammen alle aus dem Land der Eidgenossen. Die Preise dort steigen auf Euro-Basis um acht bis 15 Prozent - besonders stark in den Regionen Verbier, Laax und Jungfrau, am wenigsten in Gstaad, wo allerdings vor Jahresfrist besonders kräftig zugelangt worden ist. Den Spitzenplatz nimmt der Regionalskipass Zermatt-Aostatal mit imposanten 424 Euro ein. Vor Jahresfrist gab es die gleiche Karte noch für 385 Euro.

Alpenweit blieben von den Top 50 Skipässen ganze drei gegenüber dem Vorjahr preisgleich: im Aostatal, rund um Sestriere und im Tiroler Schneewinkel. Alle anderen untersuchten Skigroßräume wurden teils deutlich kostspieliger. Die teuersten Schwünge im Euro-Raum legen Skifahrer danach in den französischen Alpen in den Pulverschnee. Die Pistentickets von Chamonix und den Trois Vallées kratzen mit 293 bzw. 289 Euro bereits an der 300-Euro-Marke. Immerhin bietet Chamonix für mehr Geld auch mehr Leistung: Ab diesem Winter gilt der "Unlimited"-Pass zusätzlich in der Nachbarregion Megève/St. Gervais.

Verlässlich wie ein Uhrwerk schlagen die österreichischen Großskiregionen preislich zu: Jahr für Jahr packen sie drei bis fünf Prozent auf den Vorjahrespreis drauf. Das macht aktuell zwischen sechs und zwölf Euro Teuerung. Die höchsten Preise in der Alpenrepublik verlangen die Partyhochburgen Ischgl (270 Euro) und Sölden (261). Dabei werden in Ischgl nur die Gäste aus den günstigeren Nachbarorten abkassiert: Mit der eigenen Gästekarte kostet der Skipass nur noch 233 Euro.

Besonders kräftig langt diesen Winter Saalbach-Hinterglemm zu. Der Sechstageskipass erhöht sich um zwölf auf 245 Euro. Gleichzeitig wurde das Skigebiet allerdings auch durch eine Verbindung zum Nachbarn Fieberbrunn deutlich vergrößert. Ebenfalls preis- und gebietsmäßig zugelegt hat der Skipass fürs Montafon, der ab diesem Winter auch im Brandnertal mit seinen 72 Pistenkilometern gilt und dessen Preis um knapp drei Prozent auf 229,50 Euro stieg.

Vergleichsweise viel Pisten fürs Geld bekommt man weiter im Salzburger Land. Dort ruft der gewaltige Zusammenschluss Ski Amadé aktuell 241 Euro für seine 760 Pistenkilometer auf - sieben Euro mehr als im Vorjahr. Ähnliche (relative) Schnäppchen sind die Großraumpässe Top Ski Kärnten, wo der Sechstagepass 228 Euro kostet, und die deutschen Alpin-Spitzenreiter Garmisch-Partenkirchen mit Tiroler Zugspitzregion (227 Euro) sowie Oberstdorf-Kleinwalsertal (216 Euro).

Am günstigsten fährt freilich Ski, wer sich eins der Pistenreviere aussucht, die ihre Skipässe in die Gästekarte inkludieren. Das ist augenblicklich zum Beispiel am Oberjoch und in Oberstaufen im Allgäu der Fall, ebenso in den Mittelgebirgsgebieten Feldberg und Bodenmais im Schwarzwald sowie in St. Englmar im Bayerischen Wald. Wer dort bei einem teilnehmenden Vermieter wohnt, für den kostet das Skifahren gar nichts extra. Er muss sich dann nur noch mit den Preissteigerungen bei seinem Quartier beschäftigen.

Weitere Informationen:
Alle genannten Skipasspreise beziehen sich auf die Hauptsaison. Skiurlauber mit Gästekarte erhalten in einigen Orten Rabatt. Die Preise basieren auf Erhebungen der Skiatlas-App "Schneeundmehr" im Oktober 2015.