In Folge 1 unseres Themenspecials "Freeriden lernen" gab euch Jochen Reiser von der Snowacademy bereits ein paar Tipps in Bezug auf die Skitechnik abseits der Pisten. Wir wollen hier etwas in die Tiefe gehen und euch fünf Tipps für eure Skitechnik geben, mit denen ihr im Gelände besser zurechtkommen solltet.

Intro

Keine Frage, das Skifahren abseits plattgewalzter Pisten erfordert ein erhöhtes Maß an Technik, aber auch an körperlichen Voraussetzungen. Je nach Untergrund und Schneesituation kann es selbst für Könner richtig anstrengend werden, einen unpräparierten Hang herunter zu fahren. Im besten Fall findet ihr während eures Freeride-Tages eine ordentliche Schicht Neuschnee vor, die pulvrig, leicht und weich ist. Doch auch dann können euch die folgenden Tipps mit Sicherheit weiterhelfen ...

Skitechnik Freeriden: Tipp 1

Im Tiefschnee ist der Widerstand, den man als Skifahrer spürt, deutlich größer als auf der Piste. Umso wichtiger ist die Position auf dem Ski. Eine etwas engere Skiführung erleichtert ein stabiles "Über-dem-Ski-Stehen" und die gleichmäßige Belastung der Ski. Letzteres ist unser erster Tipp: Wenn ihr es schafft, euer Gewicht noch gleichmäßiger auf beide Ski zu verteilen, könnt ihr Belastungsspitzen (z.B. am Außenski) vermeiden - und verhindert ein zu tiefes Einsinken oder unkontrolliertes Wegdriften eines Skis.

Skitechnik Freeriden: Tipp 2

Eine tiefe und stabile Körperposition ist im Gelände enorm wichtig. Eine etwas weniger als schulterbreite, parallele Skiführung, eine beidbeinige Belastung, das zentrale Stehen über dem Ski, die Arme in lockerer Vorhalte - das sind die Merkmale der Grundposition beim Skifahren. Im tiefen Schnee kann man, zur Verbesserung des Auftriebs und zum Verhindern des Eintauchens der Skispitzen in den Schnee, die Position nun leicht nach hinten verschieben. Aber Vorsicht: Rückenlage solltet ihr auf keinen Fall haben, denn dann wird das Drehen der Ski schwer.

Skitechnik Freeriden: Tipp 3

Die ersten Erfahrungen im Tiefschnee solltet ihr ganz bedächtig und ohne Hetze angehen. Macht euch bewusst: Hinfallen ist okay und im Normalfall kein Problem. Zu Beginn fahrt ihr am besten ein paar Mal von der Piste ins Gelände und achtet auf den sich ändernden Untergrund. Habt ihr schön weichen Neuschnee, könnt ihr darin etwas wippen und bemerken, wie der Ski reagiert, ob ihr einsinkt und wie es sich anfühlt. Die ersten Schwünge sollten dann möglichst sanft, langsam und rhythmisch sein. Das gilt übrigens allgemein für das Tiefschneefahren: Jede Form von hektischer oder zu kraftvoller Bewegung solltet ihr versuchen zu vermeiden. Mit ruhigen und gefühlvollen Aktionen (nicht zu verwechseln mit Fahren ohne jegliche Körperspannung) habt ihr bessere Chancen, ohne Sturz unten am Hang anzukommen.

Skitechnik Freeriden: Tipp 4

Mehr Schnee ist gleichbedeutend mit höheren Widerständen, das wisst ihr schon. Dementsprechend muss man auch etwas mehr Kraft aufwenden, um den Ski um die Kurve zu bringen. Man muss den Schnee mit den Ski zusammenpressen, damit der Ski eine Richtungsänderung vollführt - das ist auf der Piste anders. Hoch-Tief-Bewegungen können dabei helfen. Beginnt mit einer Schrägfahrt, richtet den Oberkörper und die Ski langsam in Richtung Tal/Falllinie, um dann durch das Absenken des Körperschwerpunktes Druck auf die Ski aufzubauen, die Kurve zu fahren und dann anschließend die Ski durch eine leichte Hochbewegung wieder zu entlasten. Klingt leichter als gesagt, aber wer hat gesagt, das Tiefschneefahren einfach ist? Probiert es aus, gerade durch aktive Hoch- und Tiefbewegungen lassen sich im Tiefschnee schnell Fortgeschritte machen.

Skitechnik Freeriden: Tipp 5

Wie bereits angedeutet, sind Rhythmus und Bewegungsfluss im Tiefschnee überaus wichtig. Es ist deutlich leichter, im Tiefschnee Schwung an Schwung zu reihen, als einzelne Schwünge zu fahren. Dabei helfen kann der Stockeinsatz. In Tipp 4 habt ihr von der Schwungablauf gelesen, dem Tiefgehen, dem Verdichten des Schnees und der Entlastung des Skis durch die Hochbewegung am Ende des Schwungs. Hier kann der Stockeinsatz unterstützend wirken, die Hochbewegung und gleichzeitig den neuen Schwungansatz einleiten. Einen guten Rhythmus könnt ihr euch übrigens auch antrainieren, indem ihr euch durch Rufen auditiv unterstützt - zum Beispiel durch Mitzählen "1, 2, Schwung, 1, 2, Schwung ..."

Mehr zum Thema "Skitechnik" findet ihr übrigens in unserem Special: www.skiinfo.de/news/p/755/skitechnik

 

Und hier noch ein nützliches Video zum Thema "Skitechnik im Tiefschnee":