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Im Test: PIEPS Jetforce Tour Pro 34 Lawinenrucksack

4. Januar 2015 | Skiinfo

PIEPS Jetforce 34 - ©Skiinfo

PIEPS Jetforce 34

Copyright: Skiinfo

Eines vorweg: Nein, wir haben uns nicht mit dem Lawinenrucksack PIEPS Jetforce 34 in lawinengefährdetes Gelände begeben, in der Hoffnung, dass uns doch bitte eine Lawine zu Tal reißen möge und wir in die Lage kommen, die Qualität des Lawinenairbags zu überprüfen. Unser Tester Dennis Henß hat sich aber mit dem Rucksack auf Tour begeben und ihn auf Herz und Nieren gecheckt. Dabei herausgekommen ist ein ausführlicher Testbericht inklusive vieler Bilder und Video von der Auslösung.


Das sagt der Hersteller

Der PIEPS JETFORCE ist die elektronische Lawinenairbag-Technologie mit Düsengebläse, die rein die Umgebungsluft zum Aufblasen benutzt. JETFORCE ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von PIEPS und Black Diamond, zwei führende Innovatoren im Bereich Snow Safety.

ERSTES ELEKTRONISCHES SYSTEM mit Hochleistungsakku und Düsengebläse. Die integrierte PIEPS-Elektronik führt bei jeder Inbetriebnahme, sowie während des Betriebs Funktionsprüfungen des Systems durch. LEDs am Auslösegri  zeigen den Systemstatus an.

MEHRFACHAUSLÖSUNGEN: Der kompakte Lithium-Ionen-Akku unterstützt mind. 4 Airbag-Auslösungen pro Ladung und ist auch für Flugreisen geeignet.

KEINE ZUSATZKOSTEN: Da das elektronische System weder eine Gaskartusche, noch den Austausch einer Auslöseeinheit benötigt, kann der PIEPS JETFORCE auch zum Üben ohne Zusatzkosten ausgelöst werden.

DÜSENGEBLÄSE & MOTOR: Der 200 Liter große JetForce-Airbag wird in weniger als 3 Sekunden befüllt. Dies ermöglicht der Rotor des Düsengebläses mit einer Drehzahl von 60.000 Umdrehungen pro Minute (Haartrockner zum Vergleich arbeiten mit 4.000 - 20.000 U/min). Regelmäßiges Nachblasen garantiert die Aufrechterhaltung des Volumens, selbst bei kleinen Airbag-Verletzungen (Loch, Schnitt). Der Airbag wird nach drei Minuten automatisch entleert. Somit verringert sich der Schneedruck auf die verschüttete Person, sollte es trotz Airbag zu einer Verschüttung kommen. Dadurch entsteht eine Atemhöhle, welche die Überlebenschance steigert.

MATERIAL: Das JetForce-Airbag-Material benötigt keine spezielle Pack- bzw. Falttechnik und kann schnell und einfach neu gepackt werden. Verwendet wurde 315d Cordura® mit Airbag-Faser-Technologie. Dieses Material erzielt außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit bei geringstem Gewicht.

LI-ION-AKKU: Das JetForce-System verwendet eine spezielle Ausführung eines Lithium-Ionen-Akkumulators. Dieser Akku-Typ erzeugt hohe Stromstärken auch bei tiefen Minustemperaturen (-30°C).

LANGE LEBENSDAUER: 500 Ladezyklen sprechen für eine lange Lebensdauer, geringe Selbstentladung für einfache Lagerungseigenschaften.

SELBSTSCHUTZ: Das intelligente Batteriemanagementsystem (BMS) sorgt gemeinsam mit Temperatursensoren für optimale Akku-Leistung sowie Schutz (z. B. vor Tiefentladung und Ladung bei Minustemperaturen).

SELBSTDIAGNOSE: Der Selbstcheck überprüft die Funktionsbereitschaft  des Systems beim Einschalten. Auch während des Betriebes erfolgt eine permanente Selbstdiagnose.

WEITERE ZUSATZFUNKTIONEN

- Komprimiergurt

- Notfallfach für Schaufel und Sonde

- Helmbefestigung (abnehmbar & verstaubar)

- Ski- und Snowboard-Tragesystem

- Gewicht (g): 3300

- Farben: black/PIEPS-yellow, black/orange

- Volumen (Liter): 10

Manual: http://www.pieps.com/sites/default/files/jetforce_airbag_manual_web_3.pdf

 

Bilder

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Das sagt die Skiinfo-Redaktion

Das Prinzip Lawinenrucksäcke kurz erklärt

Ein Lawinenrucksack wie der Pieps JetForce Tour Pro 34 erhöht das Gesamtvolumen einer Person im Falle eines Lawinenabgangs. Durch diese Erhöhung hilft der Rucksack, seinen Träger im Idealfall an der Oberfläche der Lawine zu halten und so ein Verschütten zu verhindern. Natürlich ersetzt ein solcher Lawinenrucksack weder eine komplette Lawinenausrüstung (LVS-Gerät, Sonde & Schaufel), noch Lawinenkurse und das Beschäftigen mit der Materie Lawinen!

Die Funktionsweise des Pieps JetForce Tour Pro 34

Das JetForce-System arbeitet, im Gegensatz zu den vielen Lawinenrucksäcken mit Gaskartusche, mit einem batteriebetriebenen Hochleistungsventilator, der den 200 Liter fassenden Airbag in gerade einmal 3,5 Sekunden aufbläst. Der Akku ermöglicht bei vollständiger Ladung mindestens vier Auslösevorgänge und so auch bei längeren Touren ein Maximum an Sicherheit. Außerdem bietet sich so die Möglichkeit, zuhause ganz einfach und ohne weitere Kosten mit dem Rucksack zu üben und sich mit dem System vertraut zu machen. Der Airbag wird nach dem Auslösen wieder entleert und im Rucksack verstaut. Übrigens ist der Rucksack inklusive Akku auch für Flugreisen geeignet.

Der Ventilator des JetForce Tour Pro 34 läuft dem Auslösen für neun Sekunden auf Höchstleistung. Danach füllt er für weitere drei Minuten kontinuierlich Luft nach, so sollen Form und Volumen des Airbags auch bei Beschädigung beibehalten werden. Nach drei Minuten entzieht das JetForce-System dem Airbag wieder die Luft, um im Falle einer Verschüttung einen Hohlraum zu schaffen, der das Atmen und Auffinden des Verschütteten erleichtert.

Die Ausstattung

Der Pieps JetForce Tour Pro 34 bringt zahlreiche Fächer zum Verstauen des benötigen Materials mit.

Ein großes Hauptfach beherbergt an den Seiten und oben den Airbag, dessen Ventilator und Akku, bringt aber auch noch etwas Platz für weiteres Equipment mit. Aufgrund des großen Airbags passt hier allerdings nicht mehr allzu viel hinein. Eine Thermoskanne, eine Jacke für kalte Tage, Ersatzhandschuhe und ein paar Snacks finden allerdings problemlos Platz. Das Hauptfach kann praktisch entweder durch einen umlaufenden Reißverschluss an der Rückenplatte oder auch über ein Fach an der Oberseite des Rucksacks erreicht werden. So kann man auch von oben noch ein paar Kleinigkeiten hinein stopfen, wenn man denkt, das Fach wäre bereits voll. An der Innenseite des oberen Zugangs zum Hauptfach befindet sich außerdem noch ein kleines Reißverschlussfach für Wertsachen, Schlüssel usw.

Ein separates, über einen zweiten Reißverschluss zu öffnendes Fach im Deckel bietet Platz für die Skibrille oder andere, handliche und schnell benötigte Utensilien.

Zwei weitere Fächer befinden sich auf der rechten Seite des JetForce Tour Pro 34. Eines direkt am Hüftgurt und eines an der Außenseite des Rucksacks. Hier passen Dinge wie Energieriegel oder andere Kleinigkeiten hinein. Auf der linken Seite des Hüftgurts ist, ebenfalls in einer verschließbaren Tasche verstaut, der Beinriemen zu finden, der als zusätzliche Sicherung gegen das Verlieren des Rucksacks in einer Lawine dient.

Auf der Rückseite des Tour Pro 34 findet man, gut erreichbar und einfach zu öffnen, das Fach für die Lawinenausrüstung. Über einen langen, senkrechten Reiß- und einen waagerechten Klettverschluss wird es geöffnet, seitlich aufgeklappt und bietet schnellen Zugriff auf Schaufel und Sonde. Die bereits relativ große Ortovox Kodiak 3.1 findet dort noch Platz, größer sollte die Schaufel allerdings nicht sein, da sich das Fach sonst nicht mehr vernünftig verschließen lässt.

Ski-/Snowboardhalterung, Befestigungsmöglichkeiten für Eispickel und ein Helmnetz gehören natürlich ebenfalls zur Ausstattung und helfen, das benötigte Equipment einfach und bequem zu transportieren.

Handhabung

Die Handhabung des Pieps JetForce Tour Pro 34 gestaltet sich, eine entsprechende Einarbeitung mithilfe der Anleitung vorausgesetzt, sehr einfach.

Man sollte unbedingt auf einen korrekten Sitz und die Benutzung der drei Haltevorrichtungen achten (Brustgurt, Hüftgurt, Beinriemen).

Vor dem Begehen/Befahren von lawinengefährdeten Bereichen wird der Auslösegriff aus seinem Fach am linken Schultergurt befreit. Über einen Knopf an dessen Unterseite wird das System scharf geschaltet und ist nach einer kurzen Selbstdiagnose einsatzbereit. Selbst während der Einsatzbereitschaft führt das System in regelmäßigen Abständen eine Diagnose durch und zeigt eventuelle Fehler über die Statusanzeige an, welche sich ebenfalls im Auslösegriff befindet.

Im Falle einer Lawine reicht ein kräftiger Zug am Auslösegriff und das JetForce-System beginnt mit dem Befüllen des Airbags. Dies dauert, wie bereits oben erwähnt, 3,5 Sekunden, wobei der Ventilator die ersten neun Sekunden unter Volllast läuft.

Nach drei Minuten kontinuierlichen Befüllens oder durch Abbrechen dieses Vorgangs kann der Airbag wieder im Rucksack verstaut werden. Dieser Vorgang geht mit etwas Übung ebenfalls leicht von der Hand. Unten rechts im Hauptfach befindet sich der Ventilator, an dessen Seite ein kleiner Schalter umgelegt werden muss, bevor der Airbag wieder zusammengedrückt werden kann. Diesen Schalter zu erreichen ist vor allen Dingen mit dicken Handschuhen etwas umständlich, allerdings braucht man ihn ja auch eher selten. Nach dem Umlegen kann die Luft mit den Armen und dem Körper wieder aus dem Airbag gedrückt werden. Anschließend verstaut man den luftleeren Airbag wieder im Rucksack. Dabei ist es wichtig, ihn nicht zu falten oder zu rollen, sondern einfach nur zu stopfen! Anschließend wird ein außen um den Rucksack verlaufender Reißverschluss, der beim Befüllen des Airbags aufplatzt, wieder zugezogen. Auch hier ist eine Besonderheit zu beachten, und zwar muss der Zipper über ein kürzeres Ende hinaus weiter nach unten gezogen werden (Anleitung beachten!).

Hat man sich mit den einzelnen Arbeitsschritten und zu beachtenden Punkten bereits vorab vertraut gemacht, sind diese kein Problem mehr und gehen einfach und schnell von der Hand.

Sitz und Tragekomfort

Der Pieps JetForce Pro Tour 34 bringt leer, also in der Grundausstattung und ohne zusätzliches Material, bereits 3,5kg auf die Waage. Trotz des recht hohen Eigengewichts trägt er sich erstaunlich bequem und liegt eng, aber bequem am Körper an. Sowohl in der Breite als auch in der Höhe stört nichts, der Kopf kann frei bewegt und auch weit in den Nacken gelegt werden, ohne am Rucksack anzustoßen.

Etwas ungewohnt im Gegensatz zu anderen Rucksäcken, vor allen Dingen zu leichteren ohne Airbag, ist das Tragen allerdings schon. Das Gewicht, gerade wenn der Rucksack voll beladen ist, sorgt dafür, dass der Träger leichter Rücklage bekommt. Hier muss man aktiv gegensteuern und sich mehr nach vorne lehnen, um die Kontrolle während der Abfahrt zu behalten.

Voll beladen muss der Rucksack im Sessellift abgenommen und auf dem Schoß verstaut werden, da er dann etwas zu dick wird und man sonst nicht mehr in den Lift passt.

Die verschiedenen Gurte und Riemen stören nach entsprechender Anpassung an den Träger nicht und verhindern im Gegenteil ein Verrutschen des Rucksacks während der Abfahrt.

Nach einem langen Skitag merkt man die Entlastung der Schultern nach dem Ablegen zwar deutlich, aber während der Fahrt empfanden wir das Tragen nie als unangenehm oder zu schwer.

Der Auslösegriff für den Airbag ist gut erreichbar aber dennoch stabil genug, dass ein versehentliches Befüllen sehr unwahrscheinlich ist.

Preis und Verfügbarkeit

Die UVP des Pieps JetForce Tour Pro 34 liegt bei 1100,00€. Erworben werden kann er jedoch auch zu etwas günstigeren Preisen im Internet oder im örtlichen Fachhandel.

An dieser Stelle sei nochmals auf die Bedienungsanleitung hingewiesen, die man schon vor der ersten Tour lesen sollte.

Fazit

Der Pieps JetForce Tour Pro 34 ist ein mehrfach einsetzbarer, batteriebetriebener Lawinenrucksack. Dadurch kann problemlos zuhause geübt und auch nach einem echten Auslösevorgang noch sicher weitergefahren werden. Weitere Kosten, wie zum Beispiel für neue Gaskartuschen, entstehen nicht. Er ist einfach und problemlos zu handhaben, sitzt gut und bietet genug Platz für die Lawinenausrüstung und weiteres, für Tagestouren benötigtes Equipment. Für Mehrtagestouren könnte der Rucksack zu klein oder nur mit Einschränkungen nutzbar sein. Einzig das hohe Eigengewicht, durch das man als Träger leichter in Rücklage kommt, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Daher empfiehlt sich der Rucksack vor allem für kräftige und technisch versierte Tourengeher und Freerider.

Mehr Infos zum Produkt: http://www.pieps.com/de/produkt/pieps-jetforce-tour-pro

 

Video Galerie

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PIEPS Jetforce Tour Pro 34 Lawinenrucksack: Auslösung und Packen

Kurzes Video zum Test des Lawinenrucksacks PIEPS Jetforce Tour Pro 34 mit Auslösung und Packen des Airbags ...

 

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